F.R.A.N.Z.: Ein Projekt für Biodiversität und nachhaltige Landwirtschaft
Ein neues Forschungsprojekt unter dem Namen F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft) hat begonnen, um die biologische Vielfalt in Agrarlandschaften zu erhalten und zu fördern. Initiiert von der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz und dem Deutschen Bauernverband, werden in zehn landwirtschaftlichen Demonstrationsbetrieben in Deutschland effiziente Naturschutzmaßnahmen umgesetzt. Ziel ist es, die Artenvielfalt auch auf intensiv bewirtschafteten Feldern, Wiesen und Weiden zu erhalten und zu verbessern.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie vom Bundesumweltministerium gefördert und begleitet. Es adressiert den Zielkonflikt zwischen der weltweit wachsenden Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten und der Bewahrung der Artenvielfalt. F.R.A.N.Z. entwickelt und erprobt praxistaugliche sowie wirtschaftlich tragfähige Naturschutzmaßnahmen, die auch in intensiv bewirtschafteten Agrarräumen realisierbar sind.
Die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz ist ein zentraler Aspekt des Projekts.
Die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz hat F.R.A.N.Z. initiiert, um den Dialog und die enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz zu fördern und einen zentralen Beitrag zur Erreichung der Agrarbiodiversitätsziele in Deutschland und Europa zu leisten.
Dies betonte Dr. Michael Otto, Stifter und Unternehmer, bei der Projektvorstellung in Berlin. Im Mittelpunkt stehen zehn bundesweit verteilte Demonstrationsbetriebe, die gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität umsetzen.
Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, hebt die Bedeutung der Einbindung der Landwirtschaft hervor.
Die Förderung der biologischen Vielfalt kann nur gelingen, wenn die Landwirte als Partner eingebunden werden. Durch das bundesweite Netzwerk der Demonstrationsbetriebe können die erarbeiteten praxistauglichen und wirtschaftlich tragfähigen Lösungen auf Betriebe in ganz Deutschland übertragen werden. Ich erwarte auch, dass die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Naturschutz intensiviert wird.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks haben die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.
Wir fördern mit diesem Projekt die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz sowie von Wissenschaft und Praxis, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen: Den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Kulturlandschaft durch eine moderne, wettbewerbsfähige und nachhaltige Landwirtschaft. Ich danke der Landwirtschaftlichen Rentenbank für die Übernahme des Löwenanteils der Kosten an F.R.A.N.Z.
So Christian Schmidt. Dr. Barbara Hendricks ergänzte:
Ohne grundlegende Änderungen in der Landwirtschaft werden wir die biologische Vielfalt unserer Heimat nicht erhalten können. Der Handlungsbedarf ist da am größten, wo die Landwirtschaft am intensivsten ist. Darum ist es gut, wenn Naturschützer und Landwirte jetzt gemeinsam nach Lösungen suchen.
Im Rahmen des Verbundprojektes wird vorhandenes theoretisches Wissen in einem partizipativen Ansatz zusammen mit Landwirten und Betriebsbetreuern erprobt und an die Betriebsstrukturen angepasst.
Wissenschaftliche Begleitung und Finanzierung des Projekts
Die ökologische Begleitforschung wird vom Thünen-Institut für Biodiversität, der Universität Göttingen und dem Michael-Otto-Institut im NABU durchgeführt. Sie untersuchen die Populationsentwicklung verschiedener Tier- und Pflanzenarten wie Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Amphibien, Feldhasen und Pflanzen. Zudem werden die Auswirkungen auf die Bestäubung und die bodenbiologische Aktivität analysiert.
Die Thünen-Institute für Ländliche Räume und Betriebswirtschaft begleiten das Projekt aus sozioökonomischer Sicht. Dies umfasst die Entwicklung wirtschaftlich überzeugender Konzepte sowie die Identifizierung von Hemmnissen im Agrar- und Umweltrecht, die die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben bisher verhindern. Die Ergebnisse der Maßnahmenumsetzung sollen zur Weiterentwicklung bestehender ordnungs- und förderrechtlicher Instrumente beitragen und Impulse für die künftige Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) und der Agrarumweltprogramme der Bundesländer liefern.
Für die erste Projektphase bis Ende 2019 stehen dem Projekt F.R.A.N.Z. knapp 3,7 Millionen Euro zur Verfügung. Das Projekt ist in mehreren Phasen auf insgesamt zehn Jahre angelegt. Die Förderung erfolgt mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank, mit Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Ziel ist es, belastbare wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen und deren Übertragung auf andere landwirtschaftliche Betriebe sowie die hierfür erforderlichen Änderungen agrar- und umweltpolitischer Rahmenbedingungen zu ermöglichen.

