Naturschutz

Projekt Klimawald-Schule startet landesweit in Schleswig-Holstein

Schulen in Schleswig-Holstein können sich künftig als Klimawald-Schule engagieren. Das kostenfreie Bildungsangebot unterstützt Lehrkräfte dabei, Klimaschutz, Waldökologie und nachhaltiges Handeln praxisnah in den Unterricht einzubinden.

Schulen integrieren Klimaschutz und Waldwissen in den Unterricht

An der Wilhelm-Käber-Schule (WKS) in Hohenlockstedt ist der landesweite Start des Projekts Klimawald-Schulen erfolgt. Entwickelt wurde das Konzept von der gemeinnützigen Stiftung Klimawald aus Aukrug, unterstützt durch die schleswig-holsteinischen Sparkassen. Nach mehr als zwei Jahren Entwicklungsarbeit steht das Bildungsangebot nun allen Schulen in Schleswig-Holstein kostenfrei zur Verfügung.

Unter der Schirmherrschaft von Bildungsministerin Karin Prien und dem Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein, Reinhard Boll, wurde die Wilhelm-Käber-Schule als erste Klimawald-Schule des Jahres 2017 offiziell gewidmet. Rund 400 Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium nahmen an der Feier teil. Staatssekretärin Dr. Dorit Stenke überbrachte die Auszeichnung persönlich.

„Ihr seid jetzt etwas ganz Besonderes. Ihr seid jetzt Klimawald-Schule!“

Mit Applaus und Jubel reagierten die Schülerinnen und Schüler auf die Auszeichnung. Auch Schulleiter Jörn Gastertedt sieht in der Widmung einen wichtigen Schritt für die weitere Entwicklung der Schule im Bereich Klima- und Umweltschutz.

„Es ist schön zu hören, dass wir jetzt etwas ganz Besonders sind! Diese Besonderheit bedeutet für uns eine Verantwortung und dieser sind wir uns bewusst, danach wollen wir zukünftig auch handeln.“

Die Schule beschäftigt sich bereits seit längerer Zeit mit Themen rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Die offizielle Widmung versteht die Schulleitung daher als Bestätigung des eingeschlagenen Weges und als Motivation, diesen konsequent weiterzugehen.

„Ich möchte aber auch betonen, dass wir uns bereits seit längerem auf den Weg zu einer klimafreundlichen Schule gemacht haben. Die Widmung jetzt ist ein wichtiger Zwischenschritt. Denn Klimawald-Schule zu sein, heißt meiner Ansicht nach nämlich Verantwortung zu leben und sich in Sachen Klima- und Umweltschutz auf einen bedeutsamen Weg zu machen, der nicht endet und aus tatsächlichem Handeln mit unserer Schülerschaft besteht..“

Klimaschutz als Bestandteil des Unterrichts

Mit dem Startschuss in Hohenlockstedt beginnt gleichzeitig die landesweite Umsetzung des Projekts. Das Konzept unterstützt Schulen dabei, bestehende Unterrichtsinhalte um Aspekte des Klimaschutzes und des Waldes zu erweitern. Ziel ist es, ökologische Zusammenhänge praxisnah zu vermitteln und Schülerinnen und Schüler stärker für nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren.

Lehrkräfte erhalten über ein digitales Medienlabor umfangreiche Materialien, Projektideen und Unterrichtsanregungen. Die Inhalte werden kontinuierlich erweitert und stehen allen Schulen ohne Verpflichtungen kostenfrei zur Verfügung. Damit können Bildungseinrichtungen das Thema flexibel in ihren Unterricht integrieren.

Schulen in Schleswig-Holstein haben zudem die Möglichkeit, sich online um die offizielle Widmung als Klimawald-Schule zu bewerben. Voraussetzung ist, dass sie sich aktiv mit Klimaschutz, ökologischen Zusammenhängen und der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen auseinandersetzen.

Breite Unterstützung aus Politik und Wirtschaft

Die Finanzierung des Projekts wurde maßgeblich durch die Sparkassen in Schleswig-Holstein ermöglicht. Sie stellten die zentralen Mittel bereit, um das Konzept zu entwickeln und landesweit zugänglich zu machen.

„Wir mussten nicht lange überlegen, ob wir dieses Projekt als Förderer begleiten wollen, denn wenn junge Menschen sich mit Themen wie Klimaschutz und nachhaltige Handeln beschäftigen, sind die Sparkassen gerne an ihrer Seite. Außerdem sind wir seit vielen Jahren bereits Partner der Stiftung-Klimawald“

Auch aus politischer Sicht wird das Projekt als wichtiger Beitrag zur Umweltbildung bewertet. Das Ziel besteht darin, bereits bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein für den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen zu schaffen.

„Ein Engagement wie das Konzeptangebot der Klimawald-Schule ist eines von vielen notwendigen Bausteinen in unserer Verantwortung künftigen Generationen eine lebenswerte Welt zu übergeben und gerade bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein zu schaffen, dass wir Menschen diese Welt auch schützen müssen.“

Mehr als zwei Jahre Entwicklungsarbeit

Die Inhalte des Programms wurden in enger Zusammenarbeit zwischen engagierten Lehrkräften, ökologischen Bundesfreiwilligendienstlern und ehrenamtlichen Kräften der Stiftung Klimawald erarbeitet. Insgesamt flossen mehr als 6.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in die Entwicklung des Konzepts und der Unterrichtsmaterialien.

Bundesweit ist die Wilhelm-Käber-Schule erst die zweite Bildungseinrichtung mit dieser Auszeichnung. Die erste offiziell gewidmete Klimawald-Schule ist die Schule Hohe Geest in Hohenwestedt, die bereits 2013 ausgezeichnet wurde und maßgeblich an der Entwicklung des landesweiten Konzepts beteiligt war.

10.10.2017

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