Organisation und Verwaltung

Querschnittsgelähmter steuert 25-Tonnen-Radlader

Nach einem schweren Unfall, der zu Querschnittslähmung führte, kehrte Rafael Spitz dank Unterstützung der BG BAU in seinen Beruf zurück. Er steuert nun einen speziell umgebauten 25-Tonnen-Radlader und beweist damit beeindruckende Selbstständigkeit und Entschlossenheit.

Rafael Spitz: Vom Unfall zur Rückkehr in den Beruf

Ein schwerer Unfall veränderte das Leben von Rafael Spitz grundlegend. Vor drei Jahren verunglückte er auf dem Weg zur Arbeit, was zu einer Querschnittslähmung führte. Trotz dieser Umstände war es sein Ziel, wieder beruflich aktiv zu werden, vorzugsweise als Fahrer eines 25-Tonnen-Radladers.

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) unterstützte Rafael Spitz auf diesem Weg. Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG BAU, betonte die Bedeutung der Rehabilitation nach Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten. Er hob hervor, dass die BG BAU durch ihre Kliniken und Reha-Manager vielen schwerverletzten Versicherten die Rückkehr ins Arbeitsleben und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.

Nach schweren Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten bleiben häufig gesundheitliche Einschränkungen zurück. Die medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation gehört zu den Kernkompetenzen der BG BAU.

Allein im Jahr 2017 schloss die BG BAU 28.000 Reha-Fälle ab. Rafael Spitz wurde bereits während seiner Behandlung in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen über mögliche Unterstützungsleistungen informiert. Dazu gehörten ein individuell angepasstes Auto, ein zweiter Rollstuhl für sportliche Aktivitäten und ein behindertengerechter Umbau seines Wohnhauses.

Die Reha-Manager der BG BAU erstellen Rehabilitationspläne und koordinieren in Absprache mit Ärzten, Arbeitgebern und Verletzten alle Aktivitäten bis hin zur Genesung und einer beruflichen sowie sozialen Wiedereingliederung.

Dank einer Liftanlage kann Spitz nun bequem sein Wohnhaus erreichen, und ein weiterer Lift soll ihm künftig den Zugang zu seinem Keller ermöglichen. Auch finanziell ist er abgesichert; nach Verletztengeld und Übergangsgeld bezieht er neben Pflegegeld eine Unfallrente von der BG BAU.

Rafael Spitz strebt größtmögliche Selbstständigkeit an. Für ihn gehört dazu auch die berufliche Tätigkeit. Der seit über 20 Jahren mit Baumaschinen vertraute Straßenbauer äußerte den Wunsch, wieder in seinem ursprünglichen Beruf zu arbeiten. Ein Vorbereitungslehrgang und eine Umschulung im Bereich Uhren und Schmuck zeigten, dass seine Leidenschaft für die Arbeit als Baumaschinenführer im Straßenbau unersetzlich ist.

Da die Wiederaufnahme der bisherigen beruflichen Tätigkeit Vorrang hat, nahm die BG BAU das Angebot des früheren Arbeitgebers an, Spitz den Einsatz als Radlader-Fahrer zu ermöglichen. Der behindertengerechte Umbau der 25 Tonnen schweren Baumaschine wurde initiiert. Dies war der erste Sonderumbau dieser Art.

Nach einem erfolgreichen Probelauf, bei dem Rafael Spitz alle notwendigen Arbeiten mit der Baumaschine ausführen konnte, stand seiner erneuten Beschäftigung nichts mehr im Weg.

Mein Grundgedanke war, wer Auto fährt, kann auch eine Baumaschine bedienen.

Mit einem Speziallift gelangt er in die Fahrerkabine. Dort kann er seinen Rollstuhl an einem elektronischen Zuggerät befestigen. Gas und Bremse des Radladers steuert er mittels eines Joysticks. Auf diese Weise kann Rafael Spitz wieder vollumfänglich berufstätig sein.

03.12.2018

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