Richtiges Vertikutieren stärkt die Grasnarbe und verhindert Rasenfilz
Regelmäßiges Vertikutieren gehört zu den zentralen Pflegemaßnahmen im professionellen Garten- & Landschaftsbau sowie bei der Betreuung von Sport- und Grünflächen. Dennoch verzichten manche Betriebe darauf, weil sie Schäden an der Grasnarbe befürchten oder den Einsatz spezieller Maschinen wirtschaftlich hinterfragen. Diese Zurückhaltung ist meist unbegründet, denn fachgerecht durchgeführt stärkt Vertikutieren den Rasen langfristig.
Probleme entstehen in der Regel nicht durch die Maßnahme selbst, sondern durch eine falsche Anwendung. Zu frühe Termine, zu große Arbeitstiefen oder ungeeignete Messer können die Grasnarbe tatsächlich beschädigen. Werden jedoch die grundlegenden Regeln beachtet, gehört das Vertikutieren zu den effektivsten Maßnahmen für einen dichten und belastbaren Rasenbestand.
Gezielte Verletzung fördert die Bestockung
Der Begriff Vertikutieren leitet sich vom englischen „vertical cut“ ab und beschreibt das vertikale Einschneiden der Grasnarbe. Die Schnitte der Vertikutierer verletzen die Pflanzen bewusst. Dadurch bilden die Gräser neue Seitentriebe, was zu einer stärkeren Bestockung führt.
Diese Seitentriebe sorgen dafür, dass der Rasen dichter wächst und Belastungen besser standhält. Ohne diese Pflege würden viele Gräser verstärkt über den Haupttrieb in den Boden wachsen. Die Grasnarbe verliert dann an Dichte und Widerstandskraft.
Gleichzeitig entfernt die mechanische Bearbeitung abgestorbene Pflanzenteile aus der Grasnarbe. Dieser sogenannte Rasenfilz wird aus dem Bestand herausgekämmt. Ohne diese Maßnahme entstehen Verdichtungen, die Wasser- und Nährstoffaufnahme im Boden deutlich verschlechtern.
Der richtige Zeitpunkt entscheidet
Ein häufiger Fehler liegt im zu frühen Einsatz der Maschinen. Der erste Vertikutiergang sollte erst kurz vor Beginn der Wachstumsphase im Frühjahr erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt können sich die Pflanzen schneller von den Schnitten erholen.
Empfehlenswert ist eine Düngung etwa zwei Wochen vor dem Vertikutieren. Dadurch werden die Gräser mit Nährstoffen versorgt und regenerieren schneller. Gleichzeitig verbessert sich die Neubildung von Trieben.
Auch die Witterung spielt eine Rolle. Vertikutiert werden sollte möglichst bei gemäßigten Temperaturen. Bei kühler Witterung verlangsamt sich die Regeneration der Pflanzen deutlich.
Typische Fehler bei der Anwendung
In der Praxis wird häufig mit zu großer Eindringtiefe gearbeitet. Dabei sollen die Messer lediglich in der Grasnarbe schneiden, nicht darunter. Als optimale Arbeitstiefe gelten zwei bis vier Millimeter.
Ebenso verbreitet ist der Irrtum, mehrere Arbeitsgänge würden bessere Ergebnisse liefern. In den meisten Fällen reicht ein einzelner Vertikutierlauf aus. Wird die Grasnarbe zu stark bearbeitet, entstehen unnötige Schäden.
Auch die Qualität der Messer ist entscheidend. Sie müssen sauber schneiden statt die Pflanzenfasern auszureißen. Nur so bleibt die Struktur der Grasnarbe erhalten.
Moderne Technik erleichtert die Arbeit
Aktuelle Kommunaltechnik im Bereich der Vertikutierer erleichtert die präzise Einstellung der Arbeitsparameter. Geräte wie der „Super 500“ von Wiedenmann ermöglichen eine exakte Anpassung der Eindringtiefe an die jeweilige Rasennarbe. Dadurch erzielen auch Anwender mit geringerer Routine gleichmäßige Ergebnisse.
Zusätzlich lassen sich unterschiedliche Messersätze und Messerabstände einsetzen. Das erlaubt eine flexible Anpassung an verschiedene Flächentypen, etwa bei Sportrasen oder intensiv genutzten Grünanlagen.
Da Vertikutiergänge nur wenige Male im Jahr erforderlich sind, lohnt sich ein reines Spezialgerät für viele Betriebe wirtschaftlich kaum. Multifunktionale Maschinen bieten daher einen klaren Vorteil. Beim genannten Modell ergänzen Mäh-, Kehr- und Laubaufnahmewerk mit Sammelbehälter und Hochentleerung das System.
Für Betriebe im Garten- & Landschaftsbau entsteht dadurch eine bessere Auslastung der Maschine über das gesamte Jahr. Gleichzeitig lassen sich mehrere Pflegeaufgaben mit einem Gerät erledigen, wodurch zusätzliche Einzelmaschinen überflüssig werden.
