Baustoffe & Materialien, Be- und Entwässerung

Regenwasserbehandlung auf Parkflächen

Parkflächen erzeugen belastetes Niederschlagswasser durch Reifenabrieb, Ölreste und Feinstpartikel. Technische Filtersysteme ermöglichen eine effektive Reinigung und unterstützen gleichzeitig die Versickerung sowie die Entlastung der Kanalisation.

Filtersysteme reinigen Niederschlagswasser von Verkehrsflächen

Parkplätze sind ein zentraler Bestandteil moderner Verkehrsinfrastruktur. Durch häufiges Befahren, Rangieren und Bremsen wirken auf die Oberfläche kontinuierlich hohe Schub- und Scherkräfte. Diese Belastungen machen eine dauerhaft stabile Befestigung sowie ein leistungsfähiges Entwässerungssystem erforderlich.

Gleichzeitig gewinnt die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung zunehmend an Bedeutung. Niederschlagswasser soll möglichst auf dem Grundstück versickern, um Kanalnetze zu entlasten und die Grundwasserneubildung zu fördern. Besonders bei gewerblich genutzten Parkflächen ist darüber hinaus eine Vorreinigung des Oberflächenwassers erforderlich.

Schadstoffbelastung durch Verkehr

Parkflächen werden täglich von zahlreichen Fahrzeugen genutzt. Dabei entstehen typische Schadstoffeinträge wie Reifenabrieb, Ölverluste oder Treibstoffreste. Diese Stoffe gelangen mit dem Regenwasser in die Entwässerungssysteme.

Zu den relevanten Belastungen zählen vor allem:

  • Schwermetalle aus Abrieb und Fahrzeugkomponenten
  • mineralische Kohlenwasserstoffe
  • organische Stoffe und Feinstpartikel
  • Mikroplastik, etwa aus Reifenabrieb

Damit diese Stoffe nicht in Gewässer oder ins Grundwasser gelangen, sind geeignete Filtersysteme erforderlich. Die Anforderungen richten sich nach gesetzlichen Vorgaben, kommunalen Satzungen sowie nach der jeweiligen Nutzung und Lage der Fläche.

Kosten durch Niederschlagswassergebühren

Neben ökologischen Aspekten spielen auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Für das Einleiten von Niederschlagswasser in die Kanalisation erheben viele Kommunen Gebühren. Grundlage ist in der Regel die befestigte Grundstücksfläche, die an das Kanalnetz angeschlossen ist.

Diese sogenannte Niederschlagswassergebühr ist Bestandteil der gesplitteten Abwassergebühr und gilt sowohl für Mischkanalisation als auch für getrennte Systeme. Die konkreten Gebührenhöhen werden in den jeweiligen kommunalen Satzungen festgelegt.

Bei öffentlichen Straßen übernimmt der jeweilige Baulastträger – etwa Kommune, Landkreis, Bundesland oder Bund – die Kosten für die Ableitung des Regenwassers.

Reinigung und Versickerung kombinieren

Das reine Sammeln und Ableiten von Regenwasser ist daher häufig weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll. Zudem geht wertvolles Wasser für die Grundwasserneubildung verloren. Moderne Entwässerungskonzepte setzen deshalb auf Reinigung und anschließende Versickerung vor Ort.

Eine Möglichkeit besteht darin, Niederschlagswasser über technische Filtersysteme beispielsweise in Grünmulden einzuleiten. Dadurch wird der Abfluss reduziert und gleichzeitig eine natürliche Rückführung in den Wasserkreislauf ermöglicht.

Filtersysteme für beengte Flächen

In innerstädtischen Bereichen oder bei Baumaßnahmen im Bestand steht oft nur wenig Platz zur Verfügung. Hier kommen Systeme zum Einsatz, die direkt in Verkehrsflächen integriert werden können. Ein Beispiel sind Filterrinnen wie Drainfix Clean, die speziell für Verkehrs- und Parkflächen entwickelt wurden.

Solche Systeme erfüllen unter anderem die Anforderungen der DWA A 102. Dieses Regelwerk befasst sich mit Regenwetterabflüssen von Verkehrsflächen, insbesondere mit Feinstpartikeln unter 63 Mikrometer, die häufig stark mit Schadstoffen belastet sind.

In befahrbaren Filterrinnen wird das Niederschlagswasser gesammelt, abgeleitet und gleichzeitig im Filtersubstrat gereinigt. Der Prozess basiert auf dem Prinzip der Oberflächenfiltration. Schadstoffe bleiben an der Filteroberfläche zurück, während das Wasser kontrolliert zum Ableitungspunkt geführt wird.

Nach Herstellerangaben können so bis zu 99 Prozent der im Wasser enthaltenen Schadstoffe zurückgehalten werden. Auch Mikroplastikpartikel aus Reifenabrieb werden dabei zuverlässig herausgefiltert.

Stabiles Filtersubstrat für langfristige Leistung

Das mineralische Filtermaterial Carbotec 60 zeichnet sich durch eine speziell abgestimmte Sieblinie aus. Diese sorgt für eine hohe Filterstabilität und verhindert sogenannte Vorzugsströme, die zu Filterdurchbrüchen führen könnten. Gleichzeitig ist das Material frostbeständig und dauerhaft belastbar.

Da das System nicht dauerhaft eingestaut ist und regelmäßig trockenfällt, werden anaerobe Prozesse wie Fäulnis vermieden. Dadurch bleibt die Bindung der Schadstoffe stabil, insbesondere bei Schwermetallen.

Einfache Wartung nach langer Nutzungsdauer

Auch die Wartung der Filtersysteme ist vergleichsweise unkompliziert. Nach mehreren Nutzungsjahren werden die Abdeckungen geöffnet und der sogenannte Filterkuchen – die oberste Schicht des Substrats – abgeschält.

Anschließend wird lediglich die entfernte Substratschicht ergänzt, bevor die Abdeckung wieder geschlossen wird. Danach steht das System wieder vollständig zur Verfügung und kann weiterhin zuverlässig zur Reinigung von Niederschlagswasser auf stark frequentierten Parkflächen beitragen.

27.01.2022

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