Gemeinsame Verantwortung für die Iller: Ein Musterbeispiel grenzüberschreitender Zusammenarbeit
Die Renaturierung der Iller stellt einen wichtigen Fortschritt für die Natur und die Anwohner der Region dar. Dies betonten der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber und der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller in Vöhringen an der Iller.
Bayern und Baden-Württemberg haben eine gemeinsame Verantwortung für Mensch und Natur entlang der Iller. Durch die Renaturierung gewinnen Natur und Mensch gleichermaßen. Die Verbreiterung schafft neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen und mehr Sicherheit für die Menschen vor möglichen Gefahren des Flusses. Die Renaturierung der Iller ist ein Musterbeispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Bürgerbeteiligung.
Die naturnahe Gestaltung der Iller erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 24 Kilometern.
Aktueller Bauabschnitt und ökologische Maßnahmen
Im aktuellen Bauabschnitt bei Vöhringen wurde der Fluss auf einer Länge von einem Kilometer von etwa 40 auf über 60 Meter verbreitert. Die dabei entstandenen Kiesbänke ermöglichen eine neue Wahrnehmung des Flusses. Zudem werden die angrenzenden Auwälder revitalisiert, wodurch Retentionsflächen in großem Umfang erhalten bleiben. Durch den Einbau von über 15.000 Tonnen Steinen wird ein Einschneiden des Flusses und ein Absinken des Grundwasserspiegels verhindert.
Eine Niedrigwasserrinne gewährleistet auch in den Sommermonaten ausreichende Wassertiefen für Fische. Die Bauarbeiten für diesen Abschnitt dauerten rund ein Jahr. Die Baukosten von 3,5 Millionen Euro werden von Bayern und Baden-Württemberg getragen, wobei der baden-württembergische Anteil durch ELER-Mittel gefördert wird.
Bürgerbeteiligung und zukünftige Planungen
Die lokale Bevölkerung wurde frühzeitig in die Planungen einbezogen, um ihre Interessen zu berücksichtigen.
Das Illerforum hat sich als Diskussionsplattform bewährt und ist Vorbild für andere Projekte. In 20 Sitzungen wurden Ideen erarbeitet und gemeinsame Lösungen mit allen Beteiligten entwickelt.
Die Arbeiten an der Iller sind in mehrere Bauabschnitte unterteilt und laufen seit 1996. Aktuell befinden sich die Planungen für einen weiteren Abschnitt bis zum Ayer Wehr in Bearbeitung. In den vergangenen Jahren haben Bayern und Baden-Württemberg gemeinsam bereits rund 30 Millionen Euro in die Renaturierung der Iller investiert.
