Klimaschutz als Koppelprodukt des Naturschutzes – Eine Analyse
Generell liegen diese Werte in einer konkurrenzfähigen Kostenmarge im Vergleich zu anderen landnutzungsorientierten CO2-Vermeidungsmaßnahmen, wie Biodiesel- oder Biogaserzeugung. Das ist erstaunlich, weil es sich bei den Renaturierungsmaßnahmen in erster Linie um Naturschutzmaßnahmen handelt, die nicht primär auf das Ziel Klimaschutz ausgerichtet wurden. Damit werden Klimaschutzmaßnahmen zum kostengünstigen Koppelprodukt des Naturschutzes.
Dies erklärte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Die Studie hebt hervor, dass Naturschutzgroßprojekte des Bundes nicht nur für den Schutz gefährdeter Arten, Biotope und Landschaften von Bedeutung sind, sondern auch einen effektiven und wirtschaftlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Naturschutzfachlich motivierte Maßnahmen haben demnach einen Klimaentlastungseffekt und schneiden in ihrer ökonomischen Effizienz positiv ab. Diese Ergebnisse stammen aus einer vom BfN geförderten Studie, die von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erstellt wurde.
Klimawirksamkeit und finanzielle Aspekte der Moorrenaturierung
Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde untersucht, inwieweit finanzielle Mittel, die in Großschutzgebiete für Naturschutzmaßnahmen investiert wurden, zusätzlich zu den erwarteten Naturschutzzielen auch Klimaschutzziele fördern. Dabei wurde der finanzielle Aufwand im Vergleich zu anderen CO2-Einsparverfahren ökonomisch bewertet. Die Modellierung der Klimawirksamkeit der Gebiete vor und nach den Maßnahmen zeigte für alle vier untersuchten Gebiete eine Einsparung von CO2-Äquivalenten. Dies entsprach einer Klimaentlastungswirkung zwischen circa 7.415 und 57.000 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Hektar und Jahr.
Zentrale Maßnahmen in moorgeprägten Großschutzgebieten sind die Verbesserung der Standortbedingungen und insbesondere Wasserstandanhebungen. Das Förderprogramm „Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlicher Bedeutung“ trägt seit 28 Jahren zum Erhalt großflächiger, national bedeutsamer Lebensräume des Nationalen Naturerbes bei. Seit 1979 wurden über 350 Millionen Euro Bundesmittel für die Sicherung und Entwicklung bundesweit bedeutsamer Landschaftsausschnitte bereitgestellt.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) betreut das bundesweit größte Naturschutzförderprogramm fachlich und administrativ. Die Studie „Drösler, M. et al. (2012): Beitrag ausgewählter Schutzgebiete zum Klimaschutz und dessen monetäre Bewertung. – BfN-Skripten 328“ ist als gedruckte Fassung beim Bundesamt für Naturschutz erhältlich oder online verfügbar.