Naturschutz

DBU Naturerbe GmbH sichert Ringfurther Elbauen und Kellerberge für den Naturschutz

Die DBU Naturerbe GmbH hat die Eigentumsrechte an den Liegenschaften Kellerberge und Ringfurther Elbauen in Sachsen-Anhalt übernommen. Diese Gebiete, die zuvor der BImA gehörten, umfassen rund 1479 Hektar und werden nun dauerhaft für den Naturschutz gesichert.

Übernahme und Bedeutung für den Naturschutz

Die DBU Naturerbe GmbH, eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), hat die Eigentumsrechte an den Liegenschaften Kellerberge und Ringfurther Elbauen übernommen. Diese Flächen in Sachsen-Anhalt, die zuvor der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gehörten, umfassen rund 285 Hektar in den Kellerbergen und 1194 Hektar in den Ringfurther Elbauen. Die DBU Naturerbe GmbH verantwortet nun die Naturschutz- und Entwicklungsmaßnahmen in diesen Gebieten.

Mit Unterzeichnung des Schenkungsvertrages haben wir am 18. Oktober offiziell die wichtige Aufgabe übernommen, die Liegenschaften dauerhaft für den Naturschutz zu sichern und die Bedeutung des Naturerbes in der Bevölkerung zu steigern. Josef Feldmann, DBU-Stabsabteilungsleiter und Prokurist der DBU Naturerbe GmbH

Beide Liegenschaften sind Teil des „Nationalen Naturerbes“ und weisen eine militärische Vorgeschichte auf.

Ringfurther Elbauen: Auenlandschaft an der Mittelelbe

Die DBU-Naturerbefläche Ringfurther Elbauen liegt nordöstlich von Rogätz und südlich von Ringfurth. Sie ist Bestandteil des Biosphärenreservates „Mittelelbe“. Die Fläche, die beidseitig der Elbe liegt, war ehemals ein militärischer Übungsplatz für Flussüberquerungen. Charakteristisch sind großflächige, unzerschnittene Grünlandflächen, zahlreiche Altarme und die Weichholzaue. Letztere wird an der Mittelelbe hauptsächlich von baum- und strauchförmigen Weiden gebildet. Auf höher gelegenen Standorten kommt zudem die Schwarz-Pappel vor, eine stark gefährdete Baumart.

Auenökosysteme sind durch Flussbegradigungen, Entwässerungen für die Landwirtschaft und Bebauungen in Deutschland stark zurückgedrängt worden und zählen zu den gefährdetsten Waldgesellschaften. Diese Entwicklung schränkt die Artenvielfalt ein, da Auen mit ihren wechselnd überfluteten und trockenfallenden Böden eine große Vielfalt an spezialisierten Pflanzen und Tieren beherbergen.

Uns liegt viel daran, zukünftig die größeren Altarme und kleineren Flutrinnen auf unserer Liegenschaft wieder an die Elbe anzuschließen. Außerdem werden wir uns in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten um die Erhaltung und Entwicklung der Auenwiesen kümmern. Dr. Uwe Fuellhaas, Flächenbetreuer der DBU Naturerbe GmbH

Für Pächter und Akteure vor Ort bleibt Bundesforst-Revierleiter Christian Block der Ansprechpartner.

Kellerberge: Heidelebensräume und Trockenrasen

Die DBU-Naturerbefläche Kellerberge befindet sich nordöstlich von Gardelegen. Sie diente in den 1930er Jahren als Fliegerhorst und später als Schießplatz. Die mit 285 Hektar vergleichsweise kleinere Liegenschaft zeichnet sich durch ihre Heidelebensräume und Trockenrasen aus. Trocken- oder Magerrasen sind besondere Lebensräume, die sich auf feuchtigkeits- und nährstoffarmen Standorten entwickeln.

Wir freuen uns, dass uns die Stadt Gardelegen im Rahmen einer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme unterstützt, diese Flächen zu erhalten. Dr. Uwe Fuellhaas

Das Engagement des Naturschutzbundes (NABU) Magdeburg wird ebenfalls begrüßt. Ehrenamtliche des NABU arbeiten eng mit dem Revierleiter zusammen, um Niströhren anzubringen und Steinhaufen aufzuschütten. Diese Maßnahmen dienen der Schaffung von Brutplätzen für den Wiedehopf, einen in Deutschland selten gewordenen Vogel. Ansprechpartner vor Ort ist Bundesforst-Revierleiter Detlev Riesner.

Nationales Naturerbe: Langfristige Sicherung von Naturschutzflächen

Wolfgang Rost vom Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt koordiniert die Aktivitäten für beide Flächen. Die Kellerberge und die Ringfurther Elbauen sind zwei von insgesamt 33 bedeutsamen Liegenschaften in Deutschland, die die DBU Naturerbe GmbH seit 2009 schrittweise vom Bund übernimmt. Mit neun Liegenschaften, darunter die Glücksburger-, Oranienbaumer- oder Kühnauer Heide, die Goitzsche oder die Hohe Schrecke, verwaltet die DBU Naturerbe GmbH die meisten Areale in Sachsen-Anhalt.

Die Regierungsparteien hatten 2005 in ihrer Koalitionsvereinbarung festgelegt, gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzflächen des Bundes, einschließlich der Flächen des Grünen Bandes, in einer Größenordnung von rund 125.000 Hektar als „Nationales Naturerbe“ an die Bundesländer, die DBU oder Naturschutzorganisationen zu übertragen. Ziel ist die langfristige Sicherung dieser Flächen für den Naturschutz. Den entsprechenden Rahmenvertrag schloss die DBU-Tochter im Mai 2008 mit der BImA ab. Auf den insgesamt rund 46.000 Hektar in neun Bundesländern sollen folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Erhaltung offener Lebensräume mit seltenen Arten durch gezielte Pflege.
  • Entwicklung naturnaher Wälder zu Wildnis ohne menschlichen Eingriff.
  • Überführung artenarmer Forste in naturnahe Wälder.
  • Ökologische Aufwertung oder Erhaltung von Feuchtgebieten und Gewässern.

25.10.2012

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

DBU - Deutsche Bundesstiftung Umwelt

An der Bornau 2
49090Osnabrück
Deutschland

Tel.:0541 9633-0
Fax:0541 9633-190

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