Die Grüne Stadt, Park- und Aussenanlagen

„Garten-Oskar“ für Eltviller Rheinufergestaltung

Scholtissek Landschaftsarchitekten aus Eltville erhielten den hessischen „Garten-Oskar“ für die Umgestaltung des Rheinufers. Das Projekt demonstriert die Bedeutung von Stadtgrün für die Lebensqualität und steigert die Aufenthaltsqualität erheblich.

Hintergrund und Projektbeteiligte der Auszeichnung

Die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) hat ihren hessischen „Garten-Oskar“ an Scholtissek Landschaftsarchitekten aus Eltville verliehen. Ausgezeichnet wurde das Büro für die Planung und Umgestaltung des Rheinufers in Eltville. Die Staatssekretärin Beatrix Tappeser hob bei der Preisverleihung im Biebricher Schloss hervor, dass das Projekt die Bedeutung von Stadtgrün für die Lebensqualität demonstriere.

Die Neugestaltung des Rheinufers ist ein Teilprojekt des Stadtumbaus im Rheingau, der vom Zweckverband Rheingau getragen wird. Die NH ProjektStadt wurde mit dem Stadtumbaumanagement beauftragt und steuerte das Projekt Rheinufergestaltung in enger Zusammenarbeit mit dem Eltviller Bauamt. Peter Foißner, Projektleiter der NH ProjektStadt, äußerte sich zufrieden über das Ergebnis. Er betonte, dass die entstandene Promenade die Aufenthaltsqualität des Eltviller Rheinufers erheblich steigere und die abwechslungsreiche Bepflanzung einen wertvollen Beitrag zur ökologischen Vielfalt leiste.

Bürgermeister Patrick Kunkel lobte die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Zweckverband Rheingau, NH ProjektStadt und den Landschaftsarchitekten. Die Stadtumbaumaßnahme umfasste Kosten von rund 900.000 Euro, finanziert durch Fördermittel des Programms „Stadtumbau in Hessen“ und Eigenmittel der Stadt Eltville. Der Platz an der Nikolausquelle wurde zusätzlich über den Regionalpark RheinMain gefördert.

Umgestaltung in Bauabschnitten

Die Umbauarbeiten am Rheinufer zwischen Nikolausquelle und Sebastiansturm erfolgten von 2015 bis Frühjahr 2017 in mehreren Schritten. Im ersten Bauabschnitt wurde die Promenade auf einem 120 Meter langen Teilstück zwischen Mattheus-Müller-Straße und Sebastiansturm verbreitert. Hier wurden 20 Platanen nach historischem Vorbild gepflanzt und Rosenbeete angelegt. Ein Fußweg, der durch eine Stütz- und Sitzmauer aus Basaltlavastein von der Fahrbahn abgetrennt ist, wurde hochwassersicher befestigt. Die Fahrbahnbreite wurde auf vier Meter reduziert.

Im zweiten Bauabschnitt, zwischen Mattheus-Müller-Straße und Nikolausquelle, wurde die Fahrbahn von 5,5 auf 4,0 Meter verschmälert. Zur Betonung des parkähnlichen Profils an der Einmündung Mattheus-Müller-Straße/Josef-Hölzer-Straße wurden Zierkirschen und Magnolien gepflanzt, während die großen Ahornbäume erhalten blieben. Es wurden zudem Flächen für 13 Sitzbänke geschaffen. Der Uferbereich kann künftig auch als Ausstellungs- oder Standfläche für Veranstaltungen genutzt werden.

Würdigung der Jury

Die Jury hob die landschaftsplanerische Gestaltung sowie die Kooperation mit Städtebau, Verkehrsplanung und Kunstschaffenden hervor. Scholtissek Landschaftsarchitekten zeigten einen sensiblen Umgang mit besonderen Orten, nahmen Bezug auf vorhandene Landschaftselemente und berücksichtigten gewachsene Strukturen. Die Umsetzung spiegelte ihren fachlichen Hintergrund und ihre Erfahrung in der Pflanzenverwendung und Materialauswahl wider.

Der DGGL-Preis „Garten-Oskar“ für zeitgenössische Gartenkultur in Hessen wird in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verliehen. Die DGGL verfolgt das Ziel, ästhetisch, funktional und nachhaltig gestaltete Grünkonzepte in Hessen auszuzeichnen. Die prämierten Projekte sollen als Anregung dienen, neue Grün- und Freiräume mit gestalterischem Anspruch sowie sozialer und ökologischer Verantwortung zu entwickeln.

21.12.2017

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