Innovatives Konzept für Terrassengärten
Zehn freie Landschaftsarchitekten des BDLA Sachsen-Anhalt haben für die Gartenschau in Aschersleben den sogenannten Roll-up-Garten entwickelt. Die Gestaltung wurde kürzlich auf dem Gartenschaugelände umgesetzt.
Wir sind sehr froh darüber, dass die Landschaftsarchitekten aus unserem Bundesland hier ihre ganze Kunstfertigkeit unter Beweis stellen können. Als Gartenschau GmbH bieten wir den Raum dafür. Dieser Raum wird nun, da die Planungen abgeschlossen sind, mit Leben gefüllt.
Dies erklärte Jürgen Herzog, der grüne Geschäftsführer der Landesgartenschau Aschersleben 2010 GmbH.
Der Roll-up-Garten ist als Terrassengarten konzipiert und interpretiert das Thema Sitzplatz im Garten neu. Hier bildet die Terrasse das zentrale Element, während der Garten in Form kleiner Pflanzbeete integriert wird. Diese Themengärten sind Teil der Herrenbreite und befinden sich in der östlichen Schattenpromenade. Mäandernde Hecken grenzen die einzelnen Themengärten voneinander ab.
Jedes der zehn beteiligten Landschaftsarchitekturbüros des BDLA Sachsen-Anhalt verantwortet ein Pflanzbeet des Roll-up-Gartens. Für die Gestaltung der Beete werden unterschiedliche Pflanzen wie Bambus, Hortensien, Stauden und Gräser verwendet. Diese Pflanzen scheinen direkt aus dem Terrassenholz hervorzutreten. Die Bezeichnung „Roll-up“ leitet sich davon ab, dass die kleinen Pflanzbeete aus dem rohen Holz der Terrasse „entrollt“ oder „entblättert“ werden.
Durch die Bepflanzung gewinnt das Ganze an Charme. Wir haben am Standort Herrenbreite eine Oase zum Verweilen geschaffen.
So Wolfgang Aldag, der Vorsitzende des BDLA in Sachsen-Anhalt. Die Beete erfüllen eine doppelte Funktion: Sie nehmen die landschaftsarchitektonische Gestaltung der Terrasse auf und erweitern gleichzeitig den Terrassenraum um eine grüne Dimension. Diese Gestaltungsweise kann insbesondere für kleine Gärten und Hofsituationen eine Alternative zu herkömmlichen Gartenkonzepten darstellen.
Der gesamte Themengarten umfasst eine Fläche von etwa 90 Quadratmetern. Die zehn Roll-up-Beete messen jeweils 2 x 1 Meter. Drei etwa 40 Zentimeter hohe Sitzgelegenheiten aus anthrazitfarbenem Betonwerkstein laden die Besucher zum Verweilen ein.
Hintergrund: Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA)
Der BDLA wurde 1913 in Frankfurt/Main als Bund Deutscher Gartenarchitekten gegründet und 1972 in Bund Deutscher Landschaftsarchitekten umbenannt. Der Berufsverband zählt heute rund 1.300 Mitglieder, darunter etwa 800 freischaffende Landschaftsarchitekten. Er vertritt die Interessen von selbstständigen, angestellten und beamteten Landschaftsarchitekten sowie des beruflichen Nachwuchses.
Der BDLA engagiert sich in der Öffentlichkeitsarbeit gegenüber Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Auf Bundes- und Länderebene setzt er sich für die Sicherung und Erweiterung der Aufgabenfelder von Landschaftsarchitekten ein. Zudem bietet der BDLA seinen Mitgliedern eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und das gemeinsame fachliche Engagement.
