Naturschutz

„BlütenMeer 2020“: Sechs Jahre für mehr Artenvielfalt im Grünland

Das Projekt „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat sechs Jahre lang Wildblumen gepflanzt, um die Artenvielfalt im Grünland zu fördern. Die Abschlussveranstaltung würdigte die Erfolge und diskutierte zukünftige Herausforderungen.

Erfolgreicher Abschluss des Projekts „BlütenMeer 2020“

Seit 2014 wurden im Rahmen des Projekts „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein rund 200.000 Wildblumen gepflanzt. Ziel des Projekts ist es, dem Rückgang von Wildpflanzen im schleswig-holsteinischen Grünland entgegenzuwirken.

Die dreitägige Abschlussveranstaltung des Vorhabens begann in der Akademie Sankelmark in Oeversee. Teilnehmer waren unter anderem Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), und Landesumweltminister Jan Philipp Albrecht. Neben Diskussionen über die Wiederherstellung artenreicher Grünland- und Heidestandorte wurden diese Möglichkeiten auch bei Exkursionen erläutert. Das Bundesumweltministerium fördert dieses Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt mit 2,9 Millionen Euro.

Herausforderungen und Ziele

Vor dem Hintergrund der enormen ökologischen Bedeutung des artenreichen Grünlands ist der derzeitige Zustand unserer Wiesen und Weiden dramatisch. Diese negative Entwicklung müssen wir umkehren – einerseits durch eine Neuausrichtung der Agrarpolitik hin zu einer naturverträglicheren Landwirtschaft. Andererseits gilt es, auch in der Gesellschaft den Wert des Grünlands deutlicher ins Bewusstsein zu bringen und mit engagierten Vorhaben wie dem Projekt ‚BlütenMeer 2020‘ artenreiche Grünlandstandorte wiederherzustellen.

Dies betonte BfN-Präsidentin Prof. Jessel, die die Leistungen des Projektteams würdigte. Das Projekt „BlütenMeer 2020“ verfolgt das Ziel, auf einer Gesamtfläche von 2.500 Hektar Grünland in Schleswig-Holstein langfristig aufzuwerten und artenreicher zu gestalten. In den letzten sechs Jahren wurden auf 250 Hektar Wildpflanzen wiederangesiedelt. Diese sollen sich in den kommenden Jahren eigenständig auf 2.500 Hektar arten- und blütenreiche Wiesen ausbreiten.

Methoden der Wiederansiedlung

Die Wiederansiedlung der Wildpflanzen erfolgte durch die Einsaat von regionalem Saatgut, die Ausbringung von kräuterreichem Mahdgut und die Auspflanzung gefährdeter Wildblumen. Eine Methode ist die Mahdgutübertragung, bei der frisch abgemähtes, samenreiches Material von artenreichen Wildblumenwiesen auf vorbereitete Ackerflächen ausgebracht wird. Zusätzlich wurden im Projektverlauf rund 200.000 Einzelpflanzen ausgepflanzt.

Den Artenschwund bei Insekten und Pflanzen aufzuhalten und Vielfalt zu erhalten ist eine große Herausforderung, die wir gemeinsam auf allen Ebenen angehen müssen. Genau hierfür ist das Projekt ‚BlütenMeer 2020‘ mit seiner bundesweiten Strahlkraft ein herausragendes Beispiel. Zusammen mit der Initiative ‚Schleswig-Holstein blüht auf‘, verschiedenen Vertragsnaturschutzmodellen sowie diversen gebietsspezifischen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen stellt das Projekt einen wichtigen Baustein zur Förderung der Biodiversität im Land dar.

Erläuterte der schleswig-holsteinische Umweltminister Jan-Philipp Albrecht. Projektleiter Dr. Christian Dolnik ergänzte, dass das „BlütenMeer 2020“ nicht nur eine Investition in die Landschaft Schleswig-Holsteins sei, sondern auch die Insektenwelt fördere. Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer profitierten von mehr heimischen Wildpflanzen.

Die Arche Gärtnerei

Ein bundesweit einzigartiger Bestandteil des Projekts ist die Arche Gärtnerei. Dort wird Saatgut von über 60 Wildpflanzenarten produziert, die auf dem regionalen Saatgutmarkt nicht erhältlich sind. Dazu zählen beispielsweise Arnika, Heidenelke, Gemeine Küchenschelle, Wiesenschlüsselblume und Langblättriger Ehrenpreis. Das Projekt zeigt zudem, wie die gesetzlichen Anforderungen zur Verwendung von gebietsheimischem Saatgut in der Landschaftsplanung umgesetzt werden können.

Prof. Dr. Beate Jessel hielt zum Auftakt der Veranstaltung einen Vortrag zum Thema „Naturschutz, Landwirtschaft und Grünland – Bedeutung und Herausforderungen aus bundesweiter Sicht“. Umweltminister Jan-Philipp Albrecht informierte sich bei einer Exkursion in der Arche Gärtnerei in Eggebek über die Regio-Saatgutproduktion. Die Abschlussveranstaltung dient gleichzeitig als Jahrestreffen des Netzwerks Renaturierung Deutschland.

Hintergrund „Projekt BlütenMeer 2020“

Das Projekt „BlütenMeer 2020“ läuft über sechs Jahre bis März 2020. Es wird mit 2,9 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Das Gesamt-Finanzvolumen beträgt 4,4 Millionen Euro. Projektträger ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Fachliche Unterstützung kommt von der Artenagentur Schleswig-Holstein, dem Förderverein Mittlere Treene e.V. sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. Die Kreise Dithmarschen und Schleswig-Flensburg unterstützen das Projekt finanziell.

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Gefördert werden Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder die Strategie beispielhaft umsetzen. Die Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über rechtlich geforderte Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation stärken das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt.

25.06.2019

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