Naturschutz

Bienen als Schlüssel zum Artenschutz: Eine Gemeinschaftsaufgabe

Bienen sind unverzichtbar für die Bestäubung vieler Pflanzen. Ihr Schutz ist eine wichtige Gemeinschaftsaufgabe, an der sich jeder beteiligen kann. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte die Dringlichkeit dieser Aufgabe.

Die Bedeutung von Bienen für unser Ökosystem

Bienen spielen eine unverzichtbare Rolle bei der Bestäubung zahlreicher Pflanzen. Ihr Schutz ist daher eine wichtige Gemeinschaftsaufgabe, an der sich jeder beteiligen kann. Dies betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf in München.

"Ohne Bienen keine Beeren. Diese einfache Formel bringt die Bedeutung der Wild- und Honigbienen für unser Ökosystem auf den Punkt. Ein Drittel unserer Nahrungsmittel hängt von Bienen ab. In China müssen manche Landwirte ihre Pflanzen bereits per Hand bestäuben. So weit darf es bei uns nicht kommen".

Rund 80 Prozent der etwa 3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen werden durch Wild- und Honigbienen bestäubt. Eine Studie beziffert den ökonomischen Nutzen durch bestäubende Insekten in Europa auf jährlich 14,6 Milliarden Euro. Insbesondere Wildbienen sind effiziente Bestäuber; sie sind bereits bei den ersten Sonnenstrahlen aktiv und fliegen auch bei Temperaturen von nur 2 Grad Celsius. In Deutschland existieren etwa 560 Wildbienenarten, deren Bestand jedoch stark rückläufig ist.

Maßnahmen für den Bienenschutz im privaten Garten

Jeder Garten- oder Balkonbesitzer kann zum Schutz der Bienen beitragen. Dazu gehören Nisthilfen aus Holz und der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel im heimischen Garten. Dies kommt den Wildbienen zugute.

"Der Hobby-Gärtner braucht keine Chemie für sein Obst und Gemüse. Ich begrüße es, dass die ersten Handelsketten auf das Bienensterben reagiert haben und bienenschädliche Pflanzenschutzmittel aus dem Sortiment genommen haben. Das Säen spezieller Wildblumen-Mischungen verbessert zudem das Nahrungsangebot für die Wildbienen und sichert ihr Überleben."

Dabei ist zu beachten, dass die Nahrungsquelle maximal 500 Meter vom Nistplatz entfernt liegen sollte, da Wildbienen keine weiten Strecken fliegen.

Staatliche Initiativen zum Schutz wildlebender Insekten

Das Umweltministerium setzt sich für den Schutz der Lebensräume wildlebender Insekten ein. Im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms werden freiwillige ökologische Leistungen von Landwirten gefördert, wie der Verzicht auf Kunstdünger oder eine späte Mahd von artenreichen Wiesen. Mit jährlichen Fördermitteln von rund 40 Millionen Euro werden in Bayern etwa 80.000 Hektar Flächen, darunter blütenreiche Wiesen und Streuobstwiesen, naturnah bewirtschaftet.

Das „BayernNetzNatur“-Projekt „Juradistl – Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura“ konzentriert sich auf Wildbienen, insbesondere die vom Aussterben bedrohte Mauerbiene. Diese kommt in Bayern nur im mittleren Frankenjura in sehr trockenen Lebensräften vor.

Im Biodiversitäts-Projekt „Sicherung der historischen Kulturlandschaft bei Kemmern“ im Landkreis Bamberg werden die Lebensbedingungen der Mohnbiene verbessert, nachdem dort eine der wenigen weltweit bekannten Populationen entdeckt wurde. Zudem beteiligt sich das Umweltministerium mit zwei Bienenvölkern auf dem Gründach an der Aktion „München summt!“.

31.01.2016

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