Startschuss für den Dialogprozess zum dritten Nationalpark
Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte in München, dass ein dritter Nationalpark in Bayern sowohl fachlich geeignet sein als auch gemeinsam mit der jeweiligen Region entwickelt werden müsse. Gespräche sollen hierfür die notwendige Vertrauensbasis schaffen.
Ich will einen dritten Nationalpark in Bayern. Das Projekt nimmt jetzt Fahrt auf. Der dritte Nationalpark soll eine Erfolgsgeschichte werden. Eines ist klar: Wir können dieses historische Projekt nur gemeinsam mit den Regionen Wirklichkeit werden lassen.
Als nächste Schritte sind Gespräche mit politisch Verantwortlichen von Regionen geplant, die grundsätzlich für einen Nationalpark in Frage kämen. Ein erstes Gespräch mit Vertretern der Rhön hat bereits stattgefunden, ein Folgetermin ist für Anfang 2017 vereinbart. Für November ist zudem ein Gespräch mit Vertretern aus dem Spessart vorgesehen.
Weitere Gespräche sollen folgen. Die Ministerin hob hervor, dass der Dialog im Vordergrund stehe:
Wir setzen ganz auf Dialog. Jetzt heißt es zuhören, reden und diskutieren. Gemeinsam mit den Vertretern der Regionen legen wir individuell das weitere Vorgehen fest. Eine Entscheidung wird erst am Ende eines ausführlichen Dialogprozesses getroffen.
Diese erste Gesprächsrunde soll bis Frühjahr 2017 abgeschlossen sein. Nach einer Interessensbekundung einer Region folgt ein offener und transparenter Dialog unter intensiver Beteiligung der Bürger und der Öffentlichkeit vor Ort. Am Ende dieser Phase soll sich zeigen, wo die Möglichkeiten eines Nationalparks vertieft geprüft werden.
Die Ministerin unterstrich das gemeinsame Vorgehen:
Wir wollen gemeinsam einen maßgeschneiderten Nationalpark schaffen. Der dritte Nationalpark ist ein Miteinander-Projekt. Die Architektur eines möglichen Nationalparks wird mit der Region entwickelt.
Dies umfasst sowohl die Abgrenzung des Gebiets als auch die Ausarbeitung von Impulsen für die Regionalentwicklung. Die finale Entscheidung über die Einrichtung eines dritten Nationalparks in Bayern liegt bei der Staatsregierung und bedarf der Zustimmung des Bayerischen Landtags.
Die Identifizierung geeigneter Regionen ist ein aufwendiger Prozess. Wichtige Kriterien sind die Größe des Gebiets, seine naturschutzfachliche Bedeutung, der Anteil an staatlichen Waldflächen, der Grad der Naturnähe sowie die Eignung des Gebiets, die ungestörten Abläufe der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik zu gewährleisten. Unabhängig von diesem laufenden Prozess können Regionen jederzeit eigenes Interesse an einer fachlichen Prüfung ihrer Eignung als Nationalpark bekunden.
Die beiden bestehenden bayerischen Nationalparks im Bayerischen Wald und in Berchtesgaden dienen als Vorbilder. Die Ministerin betonte deren Bedeutung:
Unsere beiden Nationalparke sind ein Musterbeispiel für die Entwicklung einer einzigartigen Natur. Und sie zeigen klar: Nationalparke sind ein Motor für den regionalen Tourismus.
Zusammen verzeichnen diese beiden Nationalparks jährlich knapp drei Millionen Gäste. Die Wertschöpfung nähert sich jährlich 70 Millionen Euro, die in den Regionen verbleiben. Eine neue Homepage bietet weitere Informationen zu den Grundlagen und Voraussetzungen eines Nationalparks sowie Fakten zu den bestehenden Nationalparks in Bayern und Antworten auf häufig gestellte Fragen.
