Der Küchengarten als verborgener Schatz des Schlossgartens
Neben dem Rittersaal, den „Schönen Gemächern“ und der Orangerie, die jährlich zahlreiche Besucher anziehen, bietet der Schlossgarten Weikersheim weitere Attraktionen. Dazu zählen der Rosengarten, der Kastellangarten mit seinen Fuchsien sowie der Küchengarten, der als Geheimtipp gilt.
Dieser Garten diente einst der Versorgung der gräflichen Küche mit Gewürzen und lieferte zudem Heilpflanzen. Um diesen Bereich authentisch zu erhalten und zu präsentieren, sind die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg Teil des Küchengarten-Netzwerks. Mitglieder dieses Netzwerks sind unter anderem die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen sowie die Bayerische Schlösserverwaltung. Der Zusammenschluss von Fachleuten aus Deutschland trifft sich regelmäßig, wobei das diesjährige nicht-öffentliche Treffen in Schloss Weikersheim stattfindet.
Küchengärten als Lernorte
Ein Ziel des Netzwerks ist es, Küchengärten als Orte des Lehrens und Lernens zu etablieren. Diese Nutzgärten sind wichtige Standorte für den Anbau und die Präsentation alter Kulturpflanzen.
Im Fokus der Expertinnen und Experten steht der Erfahrungsaustausch zu laufenden Projekten, etwaigen Problemen und Herausforderungen sowie zu neuen Erkenntnissen. Auch die Aufbewahrung und Haltbarmachung von Küchengartenprodukten damals und heute steht dieses Jahr besonders im Fokus.
erläutert Dr. Meike Kirscht, Gartenkonservatorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.
Historische Nutzung des Küchengartens
Der Küchengarten von Schloss Weikersheim versorgte über Jahrhunderte die Schlossküche. Gräfin Magdalena von Hohenlohe, die sich für Naturheilkunde und Naturwissenschaften interessierte, nutzte den Garten auch für den Anbau von Nutz- und Heilpflanzen. Historische Quellen belegen, dass im Jahr 1708 unter anderem Artischocken, Spargel, Sauerkraut, Salbei, Rosmarin und Majoran in Weikersheim kultiviert wurden.
Nach der teilweisen Verfüllung des Schlossgrabens im Jahr 1709 wurde der Küchengarten an seinem heutigen Standort neben dem Gärtnerhaus und gegenüber dem Stadtgarten angelegt. Zeitweise befand sich auf der Fläche ein großes Glashaus, in dem frische Produkte für die gräfliche Tafel angebaut wurden. Dieses Glashaus ist auf historischen Darstellungen abgebildet und konnte vor einigen Jahren mittels Georadaruntersuchung nachgewiesen werden. Heute wachsen auf dem Areal in Rabatten gemischt mit Blumen verschiedene Gemüse- und Kräuterarten, die die historische Nutzung als Küchengarten widerspiegeln. Bänke entlang der Stadtmauer laden zum Verweilen ein.


