Erste Schritte und Erfahrungen im Gartenbau
Zoe Vetzberger erinnert sich an ihren ersten Ausbildungstag. Sie beschreibt die anfängliche Aufregung, gefolgt von der Einkleidung, dem Beladen des Werkzeugs und dem ersten Kundeneinsatz. Die Auszubildende erfuhr eine freundliche Aufnahme durch Kolleginnen und Kollegen sowie Zuspruch von Kunden, was den Einstieg erleichterte. Sie empfiehlt zukünftigen Auszubildenden, offen und lernbereit zu sein und die Erfahrungen auf sich zukommen zu lassen.
Aktuell befindet sich Zoe Vetzberger im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Friedhofsgärtnerin bei Blumen Schupp in Neustadt an der Weinstraße. Ein Teil ihrer Tätigkeit umfasst die Bepflanzung und Pflege von Gräbern auf dem Friedhof. Die restliche Zeit verbringt sie im Verkauf oder bei Kunden vor Ort. Dort führt sie Aufgaben wie das Schneiden von Sträuchern und Bäumen, das Entfernen von Unkraut, das Verlegen von Rollrasen und die Installation von Bewässerungsanlagen aus. Besonders Freude bereiten ihr Formschnitte und allgemeine Pflegetätigkeiten an Pflanzen.
Theorie und Praxis in der Ausbildung
Die Ausbildung im Gartenbau dauert in der Regel drei Jahre und wird in sieben Fachrichtungen angeboten. Eine Verkürzung um bis zu einem Jahr ist bei Abitur oder abgeschlossener Ausbildung möglich. Die theoretischen Inhalte werden in der Berufsschule vermittelt, entweder an mehreren Tagen pro Woche oder in Blockphasen. Der Lehrplan umfasst Themen wie Pflanzen-, Boden- und Düngerkunde, Pflanzenschutz, Technik im Gartenbau, Anbau und Pflege von Pflanzen sowie Umwelt- und Naturschutz.
Da wir oft Volumen und Flächen berechnen, um zum Beispiel Dünger oder Rasensamen auszubringen, sind gute Mathekenntnisse für die Ausbildung hilfreich. Aber keine Sorge, man muss kein Mathe-Ass sein. Mir gefällt besonders, dass ich fast alles, was ich in der Schule lerne, auch in der Praxis anwenden kann. So macht das Lernen viel mehr Spaß.
Zoe Vetzberger absolvierte vor ihrer Gärtnerausbildung eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. Sie stellte fest, dass sie lieber im Freien arbeiten, kreativ sein und mit verschiedenen Materialien gestalten möchte. Vor ihrer Bewerbung für die Gärtnerausbildung absolvierte sie ein mehrwöchiges Praktikum in einer Gärtnerei. Diesen Schritt empfiehlt sie jedem, um die Eignung für den Beruf zu prüfen.
Anforderungen und Entwicklung im Berufsfeld
Der Übergang vom Schul- zum Arbeitsalltag kann anfangs herausfordernd sein. Zoe Vetzberger berichtet, dass sie sich an die körperliche Arbeit und das Arbeiten im Freien gewöhnen musste. Die körperliche Fitness entwickelt sich jedoch schnell.
Obwohl die körperliche Arbeit im Gartenbau anspruchsvoll sein kann, ist sie mit den richtigen Techniken und Hilfsmitteln für jeden machbar. Das Rollenklischee, der Gartenbau sei ein reiner Männerberuf, ist überholt. Zoe Vetzberger nutzt Hilfsmittel wie Schubkarre oder Gabelstapler für schwere Lasten. In ihrem Team gibt es ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern, und in ihrer Berufsschulklasse sind Frauen sogar in der Überzahl. Wichtiger als reine Muskelkraft sind Interesse an Pflanzen und Natur, Freude am Planen und Gestalten, handwerkliches Geschick und eine kreative Ader. Zudem sind Teamfähigkeit und selbstständiges Arbeiten gefragt.
Die Ausbildung dient dem Lernen, und dazu gehören auch das Stellen von Fragen und das Machen von Fehlern. Entscheidend ist die Freude an der Arbeit; weitere Fähigkeiten entwickeln sich mit der Zeit.
Vielfältige Perspektiven im Gartenbau
Die Gartenbaubranche bietet vielfältige Spezialisierungen, darunter Zierpflanzenbau, Obst- und Gemüsebau, Baumschulen und Friedhofsgärtnerei. Weitere Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsperspektiven sind über entsprechende Links erhältlich.
