Naturschutz

Weltumwelttag rückt Schutz der Biodiversität in den Fokus

Zum Weltumwelttag rückt die Bedeutung intakter Ökosysteme in den Fokus. Bundesumweltministerin Svenja Schulze fordert stärkeren Schutz der Biodiversität und internationale Zusammenarbeit, um den Verlust von Arten und Lebensräumen weltweit zu stoppen.

Internationale Initiative fordert stärkeren Schutz von Lebensräumen und Artenvielfalt

Zum Weltumwelttag steht die Bedeutung intakter Ökosysteme im Zentrum der internationalen Umweltpolitik. In einer gemeinsamen virtuellen Veranstaltung mit dem kolumbianischen Staatspräsidenten Iván Duque Márquez und der UNEP-Exekutivdirektorin Inger Andersen betonte Bundesumweltministerin Svenja Schulze die zentrale Rolle biologischer Vielfalt für Gesellschaft und Wirtschaft.

„Die Corona-Pandemie hat uns noch einmal die elementare Bedeutung der Ökosysteme mit ihrer biologischen Vielfalt deutlich gemacht: für unsere Gesundheit, für wirtschaftliche und soziale Stabilität. Zum Erhalt der biologischen Vielfalt müssen wir weltweit Lebensräume besser schützen. Denn die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt ist der entscheidende Schlüssel für eine stabile Nahrungsmittelversorgung und für wirtschaftliche Entwicklung. Eine intakte Natur mit gesunder Luft, Böden und Gewässern, vielfältigen Arten und Lebensräumen sowie einem intakten Klima ist die unverzichtbare Grundlage unseres Lebens. Deshalb muss von diesem Weltumwelttag die Botschaft ausgehen, dass wir diese Vielfalt erhalten wollen: Die Welt ist auf intakte Ökosysteme angewiesen.“

Globale Ökosysteme unter Druck

Die fortschreitende Zerstörung natürlicher Lebensräume gilt als wesentliche Ursache für den Verlust biologischer Vielfalt und steigende Risiken für die Übertragung von Krankheiten zwischen Wildtieren, Nutztieren und Menschen. Bereits mehr als 500.000 Arten verfügen über keinen ausreichenden Lebensraum für ein langfristiges Überleben.

Nach Angaben des Weltbiodiversitätsrats hat sich die Fläche intakter Ökosysteme weltweit im Durchschnitt um 47 Prozent reduziert. Rund 75 Prozent der Landflächen und 66 Prozent der Meeresgebiete sind erheblich verändert. Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere Landnutzung, Ressourcenverbrauch, Klimawandel, Verschmutzung sowie invasive Arten.

Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel

Vor diesem Hintergrund gewinnt die internationale Kooperation weiter an Bedeutung. Die kommende Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) soll neue Impulse setzen, um den Verlust von Arten und Lebensräumen zu stoppen und umzukehren.

„Im nächsten Jahr hat die Weltgemeinschaft die Chance, einen neuen globalen Rahmen für die biologische Vielfalt zu beschließen. Deutschland wird sich für ehrgeizigen internationalen Naturschutz einsetzen. Wir wollen ein globales Stoppschild setzen für den Verlust von Arten und ihren Lebensräumen.“

Deutschland engagiert sich bereits seit Jahren in internationalen Projekten zum Schutz der Biodiversität. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative wurden seit 2008 mehr als 300 Projekte mit einem Fördervolumen von über 1,2 Milliarden Euro unterstützt. Schwerpunkte liegen unter anderem auf Klima- und Biodiversitätsschutz, Wald- und Küstenprojekten sowie nachhaltiger Stadtentwicklung.

Partnerschaft mit Kolumbien

Ein wichtiger Partner ist Kolumbien, eines der artenreichsten Länder weltweit. Deutschland unterstützt dort aktuell zahlreiche Klima- und Biodiversitätsprojekte und trägt damit zur Weiterentwicklung nationaler Strategien im Umwelt- und Naturschutz bei.

Die Inhalte des Weltumwelttags sind auch für den Garten- und Landschaftsbau von hoher Relevanz, insbesondere im Hinblick auf nachhaltige Flächengestaltung und den Erhalt funktionierender Ökosysteme in urbanen und ländlichen Räumen.

Hintergrund zum Weltumwelttag

Der Weltumwelttag wurde 1972 im Zuge des ersten Weltumweltgipfels in Stockholm ins Leben gerufen. Ziel ist es, weltweit auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen zu stärken. Gastgeber des aktuellen Weltumwelttags ist Kolumbien in Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen und Deutschland.

05.06.2020

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