Die Bedeutung nachhaltigen Wassermanagements
Die Erde, oft als „Blue Marble“ bezeichnet, ist zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Doch das für uns lebensnotwendige Süßwasser macht weniger als drei Prozent dieser Menge aus. Ein nachhaltiger Umgang mit dieser endlichen Ressource ist daher von großer Bedeutung, insbesondere in Städten und Gemeinden, wo Konzepte für ein optimiertes Regenwassermanagement gefragt sind.
Der natürliche Wasserkreislauf, der über Jahrmillionen für stabile Wasserstände und eine ausreichende Trinkwasserversorgung sorgte, ist durch den Klimawandel gestört. Dies führt zu einem verstärkten Wechsel von Hochwasser- und Dürrekatastrophen, die Schäden an Infrastruktur verursachen und Ernteausfälle sowie Trockenheitsschäden in der Vegetation nach sich ziehen. Die Schließung lokaler Wasserkreisläufe ist eine zentrale Aufgabe für Verantwortliche in Kommunen, Wirtschaft und bei den Bürgern.
Das Konzept der Schwammstadt
Im Bereich der Städteplanung hat sich das Konzept der Schwammstadt etabliert. Ziel ist es, Regenwasser zu sammeln und zu speichern, anstatt es direkt in die Kanalisation abzuleiten. Dieses Vorgehen beugt Schäden durch Starkregen vor, reduziert Überschwemmungsrisiken und fördert gleichzeitig die Versickerung sowie die Grundwasserneubildung. Zudem wird Wasser für Trockenperioden zurückgehalten.
Unsere Instrumente sind unter anderem die Entsiegelung befestigter Flächen, Schaffung von Mulden und Rigolen, Sicherung von Pflanzflächen und Bodenverbesserung oder im Gebäudebereich die Dach- und Fassadenbegrünung. Zusammengefasst geht es um die sogenannte grün-blaue Infrastruktur im bebauten Raum.
Zur grün-blauen Infrastruktur zählen öffentliche Grünflächen wie Parks und Uferbereiche, aber auch private Gärten. Letztere machen einen erheblichen Anteil der städtischen Grünflächen aus. Viele Kommunen fördern daher privates Engagement im Wassermanagement, beispielsweise durch reduzierte Abwassergebühren bei der Versickerung von Regenwasser im eigenen Garten. Aktuelle Bebauungspläne enthalten oft Vorgaben für Dach- und Fassadenbegrünung und verbieten Schottergärten als Reaktion auf den Klimawandel.
Vorteile für Kleinklima und Wohlbefinden
Ein Schwammgarten bietet zahlreiche Vorteile für Gartenbesitzer. Das Mikroklima wird durch Schatten und Verdunstung verbessert, was besonders in Hitzeperioden zu kühleren Temperaturen und höherer Luftfeuchtigkeit führt. Zudem reduziert sich der Bewässerungsaufwand, was Kosten und Arbeitszeit spart.
Ökologisch und gesundheitlich bedeutsam ist, dass ein Schwammgarten naturnahe Lebensräume für Pflanzen und Tiere schafft, einen gesunden Boden mit hoher Wasserspeicherkapazität unterstützt und Naturerfahrung in einer grünen Oase für Entspannung und Stressabbau bietet. Vor allem, wenn private Gärten vielfältig gestaltet sind, fördern sie messbar die Biodiversität und sind wichtige Biotopinseln im bebauten Raum.
Jeder Quadratmeter zählt: Bepflanzte Beete, Hecken als Wind- und Schattenspender sowie versickerungsfähige Gartenwege und Terrassen sind wichtige Bestandteile im Biotopverbund. Sie tragen maßgeblich zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz bei. Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus beraten individuell zu Möglichkeiten der Wassermanagement-Optimierung im Garten und integrieren bei Bedarf Anlagen zur Wasserspeicherung und -nutzung.

