Naturschutz

Andere Insekten als Bestäuber von Nutzpflanzen

Eine Studie widerlegt die Annahme, dass Honig- und Wildbienen die einzigen effektiven Bestäuber von Nutzpflanzen sind. Andere Insekten, insbesondere Fliegen, können in Agrarlandschaften die Bestäubung unterstützen und sind robuster gegenüber Umweltveränderungen.

Neue Erkenntnisse zur Bestäubungsleistung verschiedener Insektenarten

Lange Zeit galt die Honigbiene als der primäre effektive Bestäuber, da sie in großen Kolonien lebt und Blüten häufig besucht. Wildbienen, wie Hummeln, bestäuben eine Blüte pro Besuch ähnlich gut oder sogar besser als Honigbienen. Über die Bestäubungsleistung anderer Insekten bei Nutzpflanzen war bisher wenig bekannt.

Das Forschungsteam verglich in 39 Studien auf fünf Kontinenten die Bestäubungsleistung von Honig- und Wildbienen mit der von Fliegen, Käfern, Motten, Schmetterlingen, Wespen und Ameisen. Die von Klein gesammelten Daten zur Bestäubung von Mandelbäumen in den USA flossen ebenfalls in die Analyse ein.

Die Forscher stellten fest, dass Bienen zwar eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, eine Blüte zu bestäuben, aber insgesamt ähnlich effektiv sind wie andere Insekten. Dies liegt daran, dass Bienen in intensiv bewirtschafteten Flächen seltener vorkommen und somit weniger Blüten besuchen. Zwischen 25 und 50 Prozent der gesamten Blütenbesuche werden von anderen Insekten durchgeführt. Für eine optimale Fruchtproduktion ist demnach ein kombinierter Einsatz von Bienen und anderen Insekten erforderlich.

Vorteile anderer Bestäuber bei Umweltveränderungen und in Monokulturen

Andere Insekten bieten im Vergleich zu Bienen einen spezifischen Vorteil.

Der Beitrag anderer Bestäuber spielt bei stetigen Umweltveränderungen eine wesentliche Rolle für Pflanzenbau und Erntestabilität.
, erklärt Klein. Bei fehlender natürlicher Vegetation geht die Anzahl der Wildbienen stark zurück. Andere Insekten, insbesondere Schwebfliegen, reagieren weniger empfindlich auf Monokulturen und den damit verbundenen eingeschränkten Lebensraum.

Klein führt aus:

In den Mandelplantagen in Kalifornien gab es keine Wildbienen und Hummeln, wenn in einem Umkreis von einem Kilometer kein naturnahes Habitat war. Aber ein paar Haus- und Schwebfliegen gab es immer.
Dieses Ergebnis hat direkte Auswirkungen auf die Nutzung von Agrarflächen.

Wenn die sensibleren Wildbienen wegfallen, könnten andere Insekten einen Teil dieses Bestäubungsdefizites ausgleichen.
, erläutert Klein weiter. Eine ökologische Bewirtschaftung kann die Vorkommen anderer Insekten auch ohne nahegelegenes Naturhabitat erhöhen.
Wenn es in Agrarlandschaften keine Möglichkeit zur Renaturierung oder zur Erhaltung der naturnahen Vegetation gibt, kann bei einem Rückgang der Bienen teilweise auf die anderen Insekten gesetzt werden. Eine optimale Bestäubungssicherheit jedoch wird ohne Bienen nicht erzielt.

01.12.2015

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