Mäher für Intensiv- u. Extensivpflege

Sicheres Mähen an Steilhängen: Grundregeln und Praxistipps

Das Mähen steiler Flächen erfordert besondere Vorsicht und die Beachtung spezifischer Regeln. Erfahren Sie, wie Sie diese Arbeiten sicher und effizient durchführen können, um Risiken zu minimieren und die Sicherheit zu erhöhen.

Grundlagen für sicheres Arbeiten am Hang

Das Mähen steiler Flächen stellt hohe Anforderungen an Anwender und Maschinen. Die Beachtung spezifischer Regeln und Tipps kann diese Arbeiten erleichtern und die Sicherheit erhöhen.

Die Bedienungsanleitung jedes Mähers ist eine grundlegende Informationsquelle für den sicheren und bestimmungsgemäßen Gebrauch. Sie enthält wichtige Hinweise zur Eignung eines Gerätes für bestimmte Geländeformen, insbesondere zur Standsicherheit quer zum Hang. Bei Abweichungen zwischen allgemeinen Empfehlungen und der Bedienungsanleitung hat letztere stets Vorrang.

Vorbereitung und Sicherheit am Hang

An steilen Hängen ist erhöhte Vorsicht geboten, um Verletzungen durch Rutschen oder Kippen der Maschine zu vermeiden. Arbeiten bergab sind grundsätzlich anspruchsvoller als bergauf. Eine vorausschauende Planung des Rückwegs ist daher essenziell.

Ab bestimmten Hangneigungen sollten ausschließlich Mäher mit Antrieb und Bremse eingesetzt werden. Geräte mit Antrieb sind oft mit einer Sicherheitsbremse ausgestattet, die beim Loslassen des Fahrantriebshebels automatisch die Parkbremse aktiviert. Eine Differenzialsperre, die die Geschwindigkeit bei Bergabfahrten begrenzt, trägt ebenfalls zur Sicherheit bei. Bei Aufsitzmähern für Hangarbeiten ist ein Allradantrieb erforderlich.

Tipp 1: Maschine und Gelände prüfen

Vor jeder Inbetriebnahme ist eine Sichtkontrolle des Mähers durchzuführen. Dabei sind Messer, Schutzvorrichtungen, Antriebs- und Befestigungsteile sowie Kabel auf einwandfreien Zustand und festen Sitz zu überprüfen.

Die zu mähende Fläche muss vor Beginn der Arbeiten auf Fremdkörper wie Steine, Stöcke oder Drähte kontrolliert und diese entfernt werden. Löcher, Grenzsteine, Baumwurzeln oder Entwässerungsgräben können zu extremen Schräglagen oder Kollisionen führen. Solche Stellen sollten markiert und mit ausreichend Abstand umfahren werden, um Schäden am Mäher, insbesondere bei fehlender Messerkupplung, zu vermeiden.

Tipp 2: Hangneigung und Bodenbeschaffenheit beachten

Die genaue Hangneigung ist ein entscheidender Faktor. Apps für Smartphones können hierbei eine präzise Einschätzung ermöglichen. Aufsitzmäher sollten idealerweise mit einem Neigungsmesser ausgestattet sein.

Die Bodenbeschaffenheit spielt ebenfalls eine Rolle. Lockere oder nasse Böden erhöhen die Rutschgefahr. Sollte ein Mäher ins Rutschen geraten oder zu kippen drohen, ist es wichtig, ihn sofort loszulassen, ohne den Versuch zu unternehmen, ihn festzuhalten, um Verletzungen zu vermeiden.

Tipp 3: Arbeiten an Extremhängen

Ab einer Neigung von etwa 40 Grad spricht man von Extremhängen, wie sie beispielsweise bei Lärmschutzwällen vorkommen. Hier ist bereits das Gehen erschwert.

Für solche Bedingungen gibt es spezielles Zubehör zur Verbesserung der Traktion, darunter Agrarprofil- und/oder Doppelbereifung, Spikes oder Stahlräder. Pendelnd aufgehängte Raupenfahrwerke gewährleisten einen guten Bodenkontakt.

Die Bedienungsanleitungen enthalten zudem Informationen zu den Betriebsgrenzen der Motorenhersteller. Bei 4-Takt-Motoren kann an steilen Hängen die Schmierung abreißen und zu Motorschäden führen. 2-Takt-Motoren sind für extreme Hanglagen besser geeignet, da dieses Risiko bei ihnen nicht besteht.

Tipp 4: Tankvorgang

Beim Mähen am Hang sollte der Tank stets voll sein. Insbesondere bei Mähern ohne Benzinpumpe kann bei geringem Füllstand und Schräglage die Kraftstoffzufuhr unterbrochen werden.

Tanks mit spitz zulaufendem Boden ermöglichen eine bessere Kraftstoffausnutzung an geneigten Flächen als flache Tanks. Der Tankvorgang selbst muss auf ebener Fläche erfolgen. Motor und Auspuff müssen ausreichend abgekühlt sein, um eine Selbstentzündung des Kraftstoffs zu verhindern, falls beim Tanken etwas danebengeht. Die genaue Abkühlzeit ist der Bedienungsanleitung zu entnehmen.

Der Tankverschluss sollte vorsichtig geöffnet werden, um einen möglichen Überdruck langsam abzubauen und das Herausspritzen von Kraftstoff zu vermeiden. Da ein plötzlicher Kraftstoffmangel am Hang nie vollständig ausgeschlossen werden kann, sind mechanische Bremsen, die auch bei ausgeschaltetem Motor funktionieren, besonders wichtig, insbesondere bei Aufsitzmähern.

13.01.2020

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