Moderne Verfahren und Prävention schützen Fassaden vor Folgeschäden
Unerlaubte Graffiti an Fassaden, Zäunen oder Mauern stellen für Eigentümer ein erhebliches Ärgernis dar. Neben optischen Beeinträchtigungen können unsachgemäße Reinigungsversuche zusätzliche Schäden verursachen. Für Betriebe im Garten- & Landschaftsbau und im kommunalen Umfeld ist daher entscheidend, geeignete Verfahren zu kennen.
Klassische Methoden mit Risiken
Früher wurden Graffiti häufig einfach überstrichen. Diese Methode hat jedoch Nachteile: Die Farbe deckt oft nicht vollständig, alte Konturen bleiben sichtbar und die Fläche wirkt fleckig. Zudem entspricht eine komplette Neugestaltung der Fassade nicht immer dem Wunsch des Eigentümers.
Auch Hochdruckreiniger kamen und kommen zum Einsatz. Der starke Wasser- oder Sandstrahl kann jedoch empfindliche Oberflächen wie Naturstein, Klinker oder denkmalgeschützte Fassaden beschädigen. Hinzu kommt der Einsatz chemischer Reinigungsmittel, die den Untergrund zusätzlich belasten.
Schonende Entfernung mit Unterdrucktechnik
Eine moderne Alternative arbeitet mit einem Unterdruckverfahren. Dabei wird die Oberfläche mit Granulat, Nussschalen oder Glassplittern mit hoher Geschwindigkeit bearbeitet. Gleichzeitig werden Strahlmittel und gelöste Farbreste direkt wieder abgesaugt.
Durch dieses Verfahren bleibt der Untergrund in der Regel unbeschädigt. Es eignet sich für Kunststoff, Beton, Naturstein, Klinker und weitere Materialien. Die Kosten für die Entfernung liegen bei rund 45 Euro pro Quadratmeter.
Prävention durch Schutzanstrich
Um Folgekosten zu vermeiden, kann eine spezielle Wachsbeschichtung auf Fassaden oder Zäunen aufgetragen werden. Graffiti haften darauf zwar weiterhin, lassen sich jedoch mit heißem Wasser vergleichsweise einfach entfernen.
Mit Preisen ab etwa 20 Euro pro Quadratmeter ist diese Schutzschicht in vielen Fällen günstiger als eine spätere Reinigung. Für Kommunen und gewerbliche Auftraggeber kann sich eine vorbeugende Beschichtung daher wirtschaftlich rechnen.
Rechtliche und versicherungstechnische Aspekte
Ein unerlaubtes Graffiti sollte umgehend der Polizei gemeldet werden. Fotos und Größenangaben unterstützen die Ermittlungen. Wird der Verursacher ermittelt, gilt die Tat als Sachbeschädigung, und die Reinigungskosten können eingefordert werden.
Bleibt der Täter unbekannt, trägt in der Regel der Eigentümer die Kosten. Spezielle Graffiti-Versicherungen können dieses Risiko abdecken, sind jedoch meist nicht Bestandteil von Standardversicherungen und müssen gesondert abgeschlossen werden.
