Verbände warnen vor wachsendem Druck auf regionale Erzeuger
Der Anbau von Spargel in Deutschland steht zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. Steigende Produktionskosten und wachsende bürokratische Anforderungen belasten viele Betriebe. Für Verbraucher könnte sich das bereits in der kommenden Saison bemerkbar machen: Branchenvertreter rechnen mit Preissteigerungen von etwa zehn Prozent.
Ein zentraler Kostentreiber ist der Mindestlohn, der besonders im arbeitsintensiven Spargelanbau eine große Rolle spielt. Gleichzeitig sorgen umfangreiche Dokumentationspflichten für zusätzliche Belastungen in den Betrieben.
Hoher Arbeitsaufwand im Spargelanbau
Die wirtschaftliche Situation vieler Spargelbetriebe ist seit Jahren angespannt. Während die Produktions-, Ernte- und allgemeinen Betriebskosten stetig steigen, haben sich die Verkaufspreise in den vergangenen 25 Jahren nur geringfügig erhöht.
Damit öffnet sich die Schere zwischen Kosten und Erlösen immer weiter. Rationalisierungsmaßnahmen können diesen Effekt nur begrenzt ausgleichen, da der Spargelanbau stark von Handarbeit geprägt ist.
Besonders deutlich wird dies bei den Personalkosten: Rund 50 Prozent der Gesamtkosten entfallen auf Löhne. Viele Betriebe beschäftigen während der Erntezeit Saisonarbeitskräfte, häufig aus Polen oder Rumänien.
Bürokratie erhöht den Aufwand
Zusätzlichen Aufwand verursacht vor allem die detaillierte Dokumentation der Arbeitszeiten. Die vorgeschriebene minutengenaue Zeiterfassung führt in vielen Betrieben zu erheblichem administrativem Aufwand.
Wenn die Kunden zur heimischen Landwirtschaft stehen, können wir uns mit dem Mindestlohn arrangieren, doch die umfangreiche Dokumentationspflicht stellt viele Betriebe vor eine große Herausforderung.
Einige Betriebe sehen sich gezwungen, zusätzliches Personal ausschließlich für administrative Aufgaben einzustellen. In einem Beispiel übernimmt eine Halbtagskraft die Erfassung von Arbeits- und Pausenzeiten der Erntehelfer.
Zukunftssorgen in der Branche
Trotz steigender Nachfrage nach regionalen und frischen Produkten wächst in der Branche die Sorge um die wirtschaftliche Zukunft vieler Höfe. Einige Betriebe sehen ihre Existenz durch steigende Kosten und administrative Anforderungen gefährdet.
Uns wird die Grundlage genommen, um vernünftig arbeiten und wirtschaften zu können.
Branchenvertreter warnen zudem vor zunehmender Konkurrenz aus dem Ausland. Sollte die heimische Produktion zurückgehen, könnten Anbieter aus Ländern wie Peru verstärkt in den Markt drängen.
Verbände fordern Anpassungen
Das Netzwerk Deutscher Spargelverbände, ein Zusammenschluss regionaler und überregionaler Organisationen innerhalb der Fachgruppe Gemüsebau im Bundesausschuss Obst und Gemüse, fordert daher Anpassungen bei bürokratischen Vorgaben für Saisonarbeitskräfte.
Aus Sicht der Verbände könnten insbesondere Erleichterungen bei der Dokumentationspflicht dazu beitragen, die Arbeitsabläufe in den Betrieben zu vereinfachen und die wirtschaftliche Grundlage des Spargelanbaus langfristig zu sichern.
