Grundlagen für ein vielfältiges Gartenleben
Ein naturnah gestalteter Garten bietet zahlreichen Tierarten einen Lebensraum. Schon kleine Wasserspiele können Insekten wie Libellen anziehen und damit eine Kette von positiven Effekten für die lokale Fauna auslösen.
Die Grundlage für ein vielfältiges Gartenleben bilden Insekten, die als Nahrungsquelle für Vögel, Eidechsen, Kröten und kleine Säugetiere wie Igel und Haselmaus dienen. Daher ist es wichtig, ausreichend Nektar- und Pollenpflanzen anzubieten und auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten, um Nützlinge zu schützen.
Gabriele Haid von der Gärtnerei Stauden Haid betont die Bedeutung von Wildstauden und biologischem Pflanzenschutz. Ungemähte Bereiche, Totholzhaufen und Nistkästen schaffen zusätzliche Unterschlupfmöglichkeiten und Brutplätze für Tiere.
Besonders insektenfreundlich sind mehrjährige Blütenstauden. Durch die Kombination von Arten mit unterschiedlichen Blütezeiten kann ein Garten das ganze Jahr über blühen. Nach der Blüte bieten die Samenstände Vögeln und Kleinsäugern Nahrung. Auch im Winter profitieren Insekten von einer abwechslungsreichen Bepflanzung, indem sie abgestorbene Pflanzenstängel zum Überwintern nutzen.
Das lohnt sich doppelt, denn Arten wie Fetthenne (Sedum), Schafgarbe (Achillea), Brandkraut (Phlomis), Schuppenkopf (Cephalaria) und Königskerze (Verbascum) sind selbst im trockenen Zustand sehr attraktiv und bringen Struktur in den winterlichen Garten.
Gabriele Haid rät daher, den Rückschnitt bis zum Frühjahr zu verschieben. Bei der Auswahl von Stauden ist Vielfalt entscheidend. Es sollten bevorzugt Sorten mit ungefüllten Blüten gewählt werden, da gefüllte Blüten oft wenig oder keinen Pollen und Nektar produzieren.
Kräutergärten mit Thymian, Oregano, Beifuß und Schnittlauch ziehen Insekten an. Im Frühling wirken Huflattich, Frühlingsplatterbse und Küchenschelle als Insektenmagnete. Im Sommer sind Salbei (Salvia), Flockenblumen (Centaurea) und Zierlauch (Allium) attraktiv, während im Herbst Fetthenne, Astern und Stauden-Sonnenblumen (z.B. Helianthus decapetalus, H microcephalus) Nahrung bieten. Diese Pflanzenvielfalt fördert Insektenfresser, die potenzielle Schädlinge regulieren.
Wildbienen bestäuben Obst- und Gemüsepflanzen, auch an kühleren Tagen, wenn Honigbienen weniger aktiv sind. Die Präsenz von Vögeln wie Rotkehlchen, Zaunkönig und Gartenrotschwanz ist ein Indikator für einen gesunden und tierfreundlichen Garten.
Hohe Stauden als Blütenhecke
Gemischte Blütenhecken sind wertvolle Biotope, die Nahrung und Unterschlupf bieten. Für Gärten mit begrenztem Platz kann ein blühender Staudensaum eine Alternative darstellen. Dieser kann pur oder in Kombination mit einem Zaun gestaltet werden.
Mittelhohe Arten ermöglichen weiterhin den Blick über Grundstücksgrenzen. Für höhere Abgrenzungen eignen sich Stauden wie Wasserdost (Eupatorium), Weidenblättrige Sonnenblume (Helianthus salicifolius), Glänzender Sonnenhut (Rudbeckia nitida), Arkansas-Scheinaster (Vernonia arkansana), Hohes Mädchenauge (Coreopsis tripteris) und die Wilde Senna (Senna hebecarpa) mit ihren gelben Schmetterlingsblüten.
Nachtaktive Insekten fördern
Neben Tagfaltern spielen auch nachtaktive Insekten eine wichtige Rolle. Rund 80 Prozent der Schmetterlingsarten sind nachtaktiv und tragen erheblich zur Bestäubung bei. Viele Pflanzenarten verfügen über fluoreszierende Eigenschaften, um nachtaktive Bestäuber anzulocken, darunter Lerchensporn (Corydalis) oder Melisse.
Andere Pflanzen setzen auf intensive Düfte, die von Bestäubern wahrgenommen werden. Beispiele hierfür sind Nachtkerze (Oenothera), Nachtviole (Hesperis), Flammenblume 'Blue Evening' (Phlox paniculata) oder die Weiße Lichtnelke (Silene latifolia), deren Namen oft schon auf ihre nächtlichen Eigenschaften hinweisen. Es ist zudem wichtig, Futterpflanzen für Raupen zu berücksichtigen, wie Kugeldisteln, Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota), Fenchel und Brennnesseln.
Informationen zu bienenfreundlichen Pflanzen
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bietet auf seiner Website Informationen zu Honigbienen und Wildbienen. Dort steht auch ein Pflanzenlexikon mit über 100 Bienenpflanzen als PDF zum Download bereit. Dieses Lexikon informiert über Pollen- und Nektarmengen, Blütezeiten und Standortansprüche der verschiedenen Arten.
