Quellen und Auswirkungen reaktiver Stickstoffemissionen
Die Landwirtschaft ist mit über 50 Prozent der Hauptverursacher reaktiver Stickstoffemissionen in die Umweltmedien. Weitere Quellen sind Emissionen aus dem Verkehr, der Industrie, der Energiegewinnung sowie aus Abwässern, die jeweils annähernd 15 Prozent beitragen.
In der Landwirtschaft ist Stickstoff für die Ertragsbildung auf den Feldern von entscheidender Bedeutung, weshalb stickstoffhaltige Düngemittel dort gängige Praxis sind. Während reaktiver Stickstoff auf den Feldern nützlich ist, kann er in anderen Bereichen schädliche Auswirkungen haben.
Reaktive Stickstoffverbindungen gefährden die menschliche Gesundheit durch Stickstoffoxide. Sie mindern die Qualität des Grundwassers durch Nitrat und verschärfen den Klimawandel durch Lachgas. Zudem führen sie zur Versauerung und Überdüngung naturnaher Ökosysteme, was einen Verlust an biologischer Vielfalt durch Ammoniak zur Folge hat. Auch die Zerstörung von Bauwerken wird durch diese Verbindungen gefördert.
Die Reduktion der Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft kommt zu langsam voran. Wir brauchen deshalb weitergehende Maßnahmen, um die damit verbundenen Umwelt- und Gesundheitsgefahren zu vermindern. Längerfristig muss es das Ziel sein, regionale Stoffkreisläufe zu schließen.
Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“ veröffentlicht. Diese Broschüre stellt die verschiedenen Wirkungen des Stickstoffs dar, benennt die wichtigsten Quellen und zeigt Möglichkeiten zur Reduzierung schädlicher Stickstofffreisetzungen auf. Die Broschüre wurde auf der Grünen Woche in Berlin vorgestellt und steht auch zum Download bereit.