Gesundheitsschutz im GaLaBau: Ursachen und Auswirkungen von Humanschwingungen
Seit dem 8. März 2007 verpflichtet die EU-Verordnung 2002/44/EG Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter vor übermäßigen Schwingungen am Arbeitsplatz zu schützen. Diese Verordnung legt Grenzwerte für sogenannte Humanschwingungen fest, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden.
Unter Humanschwingungen, auch als Ganzkörperschwingungen bekannt, versteht man mechanische Schwingungen, die durch technische Hilfsmittel oder Fahrzeuge auf den menschlichen Körper einwirken. Insbesondere Bediener von Gegengewicht- und Schubmaststaplern sind diesen Schwingungen oft in erheblichem Maße ausgesetzt. Schwingungsanregende Faktoren sind unter anderem das Heben und Senken von Gabeln, die Lastaufnahme und -ablage, Beschleunigungs- und Verzögerungsvorgänge, Vibrationen von Verbrennungsmotoren sowie das Abspringen vom Fahrzeug.
Besonders relevant für die Gesundheit ist das Fahren auf unebenen Böden, sowohl mit als auch ohne Last. Schon geringe Fahrbahnverschlechterungen können die Schwingungsbelastung verdoppeln. Zudem steigt die Belastung proportional zur Fahrgeschwindigkeit.
Präventive Maßnahmen zur Verringerung von Humanschwingungen
Zur Prävention von Humanschwingungen sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:
- Auf die Qualität und den Zustand des Fahrersitzes achten.
- Vor jedem Arbeitsantritt die optimale Sitzeinstellung vornehmen.
- Vermeidbare unebene Fahrstrecken auf dem Betriebsgelände identifizieren.
- Fahrweise und Geschwindigkeit an die Fahrbahn anpassen.
- Regelmäßige Fahrerschulungen durchführen.
Unebenheiten werden über die Reifen auf den Fahrzeugrahmen und von dort auf die Fahrerkabine sowie den Fahrersitz übertragen. Eine optimale Einstellung des Fahrersitzes auf das Fahrergewicht ist daher entscheidend für eine bessere Schwingungsdämpfung. Bei Still-Staplern tragen auf Gummipuffern gelagerte Fahrerkabinen zusätzlich zur Reduzierung der auf den Fahrerplatz übertragenen Vibrationen bei. Nur so lassen sich Schwingungen wirksam absorbieren und der Fahrer effektiv vor Gesundheitsschädigungen schützen.
Betreiber können zur Einschätzung der Belastung vorhandene Vergleichsmessungen der Berufsgenossenschaften heranziehen oder Messungen vor Ort durchführen lassen.
Die Ergebnisse von Humanschwingungsmessungen sind leicht beeinflussbar. Daher empfiehlt Still, für möglichst neutrale Testergebnisse ausschließlich herstellerunabhängige Institute mit diesen Messungen zu beauftragen. Eine Liste solcher Institute und weitere Informationen zum Thema Humanschwingungen sind im Internet verfügbar.
