Herausforderungen für die deutsche Forstwirtschaft
Die deutschen Wälder sind weiterhin von den Folgen der Stürme und der Trockenheit des Vorjahres sowie dem daraus resultierenden Borkenkäferbefall betroffen. Bereits im vergangenen Jahr fielen über 30 Millionen Kubikmeter Schadholz an, was als das viertschwerste Schadereignis in der deutschen Forstwirtschaft der letzten 30 Jahre gilt.
Michael Stübgen, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, äußerte sich anlässlich einer Waldbegehung der Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Waldwirtschaft (ANW) in Brandenburg zu dieser Situation. Er betonte, dass aktuelle Erhebungen vom April weitere 13 Millionen Kubikmeter Kalamitätsholz aufzeigen, sodass mit einer vergleichbaren Schadholzmenge wie im Jahr 2018 zu rechnen ist.
Bedeutung der Wälder und Hilfsmaßnahmen
Stübgen unterstrich die vielfältige Rolle der Wälder für Klimaschutz, Artenvielfalt, ländliche Wirtschaft, als Rohstofflieferant und Erholungsort. Er hob hervor, dass diese Funktionen nur erhalten bleiben können, wenn die Wälder jetzt unterstützt werden. Das Ministerium hat daher bereits im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit den Ländern zielgerichtete Hilfsmaßnahmen für betroffene Waldeigentümer initiiert. Diese Maßnahmen werden über fünf Jahre mit zusätzlichen 25 Millionen Euro Bundesmitteln finanziert und umfassen:
- Maßnahmen zur bestands- und bodenschonenden Räumung von Schadflächen.
- Verschiedene Waldschutzmaßnahmen, darunter Überwachung, Vorbeugung und Bekämpfung von Schadorganismen, die Anlage von Holzlagerplätzen für Schadholz sowie Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen gegen Waldbrände.
- Maßnahmen zur Wiederaufforstung, zum Vor- und Unterbau sowie zur Nachbesserung in durch Extremwetterereignisse geschädigten Beständen.
Anpassung der Jagd und Monitoring
Eine angepasste Jagdausübung sichert den Erhalt der Wälder und fördert strukturreiche, sich natürlich verjüngende Waldökosysteme. Angesichts der abzusehenden Trockenschäden gerade an Kulturen ist das Gelingen der Wiederaufforstung besonders wichtig.
Um künftig besser auf Schäden reagieren zu können, hat das Ministerium ein kontinuierliches Monitoringsystem zur Erfassung von Auftreten und Entwicklung von Waldschäden in Auftrag gegeben. Ziel ist es, zeitnah belastbare Zahlen für das Bundesgebiet zu erhalten, um bei künftigen Kalamitäten schneller agieren zu können. Darüber hinaus wurden für die besonders betroffenen Waldeigentümer weitere steuerliche Erleichterungen beim Finanzministerium erwirkt.
