Hecken und Stauden harmonisch kombinieren
Dichte Hecken dienen nicht nur als Sichtschutz, sondern auch als gestalterische Elemente. Sie können Gärten gliedern und eine ruhige Kulisse für Staudenrabatten bilden. Die Kombination von Hecken und vorgelagerten Beeten ist eine Möglichkeit, den Übergang von Gehölz zu Freifläche harmonisch zu gestalten.
Hecken und vorgelagerte Beete sind daher wie füreinander geschaffen, zumal sich der Übergang vom Gehölz zur Freifläche auch in der Natur nicht abrupt, sondern allmählich vollzieht.
Dies erklärt Staudengärtnermeister und Gartenplaner Michael Moll, der sowohl die Planung als auch die praktische Umsetzung solcher Kombinationen kennt. Er hat Erfahrungen mit von Anfang an geplanten Hecke-Beet-Kombinationen sowie mit nachträglich angelegten Blütensäumen zur Behebung von Problemen.
Umgang mit verkahlten Heckenbereichen
Ein häufiges Problem bei Hecken ist das Verkahlen im unteren Bereich. Dies wird oft durch Lichtmangel verursacht, entweder aufgrund eines dunklen Standorts oder eines falschen Schnitts. Die entstandenen kahlen Stellen schließen sich selten von selbst.
Eine Lösung für diese kahlen Bereiche ist die Anlage eines Blütensaums aus Stauden. Dieser verdeckt nicht nur die unschönen Stellen, sondern kann die gesamte Gartensituation aufwerten.
Staudenauswahl für Blütensäume
Die Auswahl der Stauden muss auf die Hecke und den Standort abgestimmt sein, um Konkurrenz zwischen den Pflanzen zu vermeiden. Der verfügbare Platz vor der Hecke ist dabei ein entscheidender Faktor.
Bei einem schmalen Streifen empfiehlt es sich, wenige Arten zu wählen, die nicht über die kahlen Stellen hinauswachsen, um ein weiteres Verkahlen der Gehölze zu verhindern. Stilistisch sind verschiedene Ansätze möglich, von elegant bis naturnah.
Gestaltung bei wenig Platz
Vor Eibenhecken, die eine ebenmäßige Struktur und ein dunkles Grün aufweisen, können plakative Pflanzen eingesetzt werden. Bei geringem Platzangebot eignen sich beispielsweise Purpurglöckchen, Gräser oder die kompakte Frauenmantel-Art Alchemilla epipsila.
Naturnahe Beete bei mehr Raum
Steht mehr Abstand zur Hecke zur Verfügung, können größere Stauden verwendet werden, um eine abwechslungsreichere Höhenstaffelung zu erzielen. Bei einer Hainbuchenhecke mit 50 bis 60 cm Platz nach vorne lässt sich bereits eine naturnahe Gestaltung umsetzen.
Hierfür eignen sich unter anderem himmelblau blühendes Kaukasusvergissmeinnicht, Elfenblumen, Funkien und Bergenien. Zwiebelblumen können den Frühjahrsaspekt ergänzen und so eine ganzjährig attraktive Gartensituation schaffen.
Anlage des Blütensaums
Die Pflanzen müssen auf die Hecke und die spezifischen Standortbedingungen abgestimmt sein. Michael Moll rät daher zu einer individuellen Beratung in der Gärtnerei, idealerweise mit Fotos der Situation.
Eine gründliche Bodenvorbereitung ist für das Anwachsen der Pflanzen wichtig. Der Boden neben der Hecke sollte spatentief umgegraben und gelockert werden. Der Verlust an Feinwurzeln wird von der Hecke wieder ausgeglichen.
Zur Bodenverbesserung empfiehlt sich das Einarbeiten von humushaltigem Pflanzsubstrat. Zusätzlich sollte der Blütensaum im Frühjahr mit Kompost oder einem Mehrnährstoffdünger versorgt und bei Trockenheit bewässert werden.
Um den Pflegeaufwand zu reduzieren und sowohl Hecke als auch Stauden zu versorgen, kann ein Tropfbewässerungsschlauch zwischen beiden verlegt werden. Dieser muss nicht dauerhaft in Betrieb sein, kann aber in Trockenperioden stundenweise eingesetzt werden.

