Vielfältige Funktionen und historische Belastungen des Waldes
Der deutsche Wald erfüllt vielfältige Funktionen: Er liefert Holz, sorgt für sauberes Grundwasser, reinigt die Atemluft und bietet Schutz vor Lawinen und Hochwasser. Diese Leistungen werden oft unentgeltlich in Anspruch genommen. Historisch wurde der Wald jedoch immer wieder stark beansprucht, von Rodungen im Mittelalter bis zu Luftschadstoffen im 20. Jahrhundert. Aktuell stellt der Klimawandel eine zusätzliche Belastung dar.
Die verstärkte Nutzung von Holz zur Einsparung fossiler Rohstoffe steht im Konflikt mit der Klimaschutzfunktion der Wälder als Kohlenstoffspeicher. Auch Stickstoffbelastungen destabilisieren die Wälder langfristig und erhöhen ihre Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel. Um die Funktionen der Wälder zu erhalten, müssen die Stickstoffemissionen auf 70 Prozent der Waldflächen um bis zu 20 Prozent sinken, auf einigen sogar um 40 bis 50 Prozent. Insbesondere die Emissionen aus der Landwirtschaft sind hierbei relevant.
Einerseits wollen wir Holz verstärkt nutzen, um fossile Rohstoffe einzusparen, andererseits sollen die Wälder ihre Klimaschutzfunktion als Kohlenstoffspeicher nicht verlieren. Auch die Stickstoffbelastungen führen langfristig zur Destabilisierung der Wälder und verstärken ihre Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel. Sie müssen auf 70 Prozent der Waldflächen um bis zu 20 Prozent sinken, auf einigen sogar um 40 - 50 Prozent, damit die Wälder ihre vielfältigen Funktionen auch zukünftig erfüllen. Vor allem die Emissionen aus der Landwirtschaft müssen deutlich zurückgehen.
Die erfolgreiche Minderung von Schwefelemissionen seit den 1980er Jahren zeigt, was eine konsequente Luftreinhaltepolitik bewirken kann. Der Klimawandel hat unterschiedliche Auswirkungen auf die deutschen Wälder. Positive Effekte sind längere Vegetationsperioden und ein verstärktes Waldwachstum. Negative Folgen umfassen Wasserknappheit, eine Zunahme von Schädlingen und eine erhöhte Waldbrandgefahr. Hitze- und Dürreperioden, Starkregen und Stürme werden voraussichtlich häufiger auftreten. Wälder, die durch Stoffeinträge bereits geschädigt sind, reagieren empfindlicher auf diese Stressfaktoren.
Die Fichte ist ein Beispiel für die Anfälligkeit des Waldes gegenüber dem Klimawandel. Obwohl sie schnell wächst und in Deutschland häufig angebaut wird, bevorzugt sie feuchte, kühle Standorte. Fichten sind wenig hitzetolerant und anfällig für Borkenkäfer und starke Winde. In einigen Regionen lohnt sich der Anbau von Fichten daher kaum noch. Artenreiche Mischwälder mit natürlich vorkommenden Baumarten sind weniger anfällig.
Wälder wirken dem Klimawandel entgegen, indem sie der Luft Kohlenstoffdioxid (CO2) entziehen. Bei Verbrennung oder Verrottung geben sie es jedoch wieder ab. Damit Wälder insgesamt mehr Kohlenstoff speichern als abgeben, sind Maßnahmen erforderlich.
Global gesehen gilt es, die Entwaldung deutlich zu reduzieren. Wir müssen Wald zudem nachhaltig bewirtschaften - und in größerem Umfang als bisher an einigen Standorten unter Schutz stellen.
Ein naturnaher und umweltverträglicher Waldbau ist notwendig, um die Produktivität, Artenvielfalt und Leistungen der Wälder langfristig zu erhalten. Holz als Rohstoff sollte nachhaltig genutzt werden.
Holz als Brennstoff trägt zum Klimaschutz bei, da nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat. Dies spart nicht erneuerbare Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran ein. Als Baustoff kann Holz nicht-erneuerbare oder weniger umweltfreundlich hergestellte Rohstoffe wie Beton oder PVC ersetzen. Das im Holz gespeicherte CO2 bleibt über die Nutzungsdauer gebunden. Um die weltweit steigende Nachfrage nach Holz für stoffliche und energetische Nutzungen umweltverträglich zu bedienen, ist eine nachhaltige und effiziente Nutzung erforderlich.
Bei der Energieerzeugung aus Holz ist darauf zu achten, dass bei der Verbrennung möglichst wenige Feinstaub-Emissionen entstehen. Die UBA-Broschüre "Heizen mit Holz" bietet hierzu Ratschläge.
Gute Holzprodukte erkennen: Das Umweltzeichen "Blauer Engel"
Ein gesundes und umweltfreundliches Produkt zeichnet sich durch nachhaltige Erzeugung und geringe Emissionen bei Be- und Verarbeitung sowie Nutzung aus. Verbraucher können solche Produkte am Umweltzeichen "Blauer Engel" erkennen.
