Naturschutz

Tag des Baumes: Fachgerechte Planung zahlt sich aus

19.04.2022

Zum Tag des Baumes rücken Klimawirkung, Artenwahl und Pflanzzeit in den Fokus. Für GaLaBau-Betriebe zählen standortgerechte Planung, fachgerechte Pflanzung und regionale Gehölzqualität als Grundlage für langlebige, wirtschaftliche Baumpflanzungen.

Pflanzzeit, Artenwahl und Klimawirkung im Fokus des GaLaBau

Am 25. April rückt der internationale Tag des Baumes die Bedeutung von Gehölzen in den Fokus. Im Jahr des Baumes der Initiative „Natur im Garten“ steht dabei vor allem der praktische Nutzen für Kommunen, Planer und Betriebe im Garten- & Landschaftsbau im Mittelpunkt. Bäume übernehmen zentrale Funktionen für Klima, Boden und Biodiversität – und stellen hohe Anforderungen an Auswahl und Standortplanung.

Als natürliche Klimaanlagen beeinflussen Bäume das Mikroklima messbar. Sie binden CO2, filtern Feinstaub und Schadstoffe und tragen durch ihre Verdunstungsleistung zur Kühlung versiegelter Flächen bei. Gleichzeitig stabilisieren sie den Boden, fördern die Regenwasserrückhaltung und sichern langfristig die Standortqualität.

In dicht bebauten Siedlungsräumen kann eine strategische Anordnung von Parks und Baumbeständen den Hitzeinseleffekt deutlich reduzieren. Großkronige Bäume schaffen Schattenräume und senken Oberflächentemperaturen erheblich. Untersuchungen der Universität Wageningen beziffern die Kühlleistung eines ausgewachsenen Baumes auf 20 bis 30 Kilowatt – vergleichbar mit rund zehn Klimageräten.

„Laut ForscherInnen der niederländischen Universität Wageningen entspricht die Kühlleistung eines Baumes 20 bis 30 Kilowatt, das ist etwa so viel, wie zehn Klimaanlagen leisten. Auf von Bäumen beschatteten Oberflächen kann eine Temperaturreduktion um 12 - 20° C gemessen werden.“

Für eine nachhaltige Wirkung kommt es jedoch auf die richtige Artenwahl an. Standortfaktoren wie Bodenbeschaffenheit, Lichtverhältnisse und regionale Klimabedingungen sind ebenso zu berücksichtigen wie spätere Wuchshöhe, Kronenbreite und Wuchsform. Besonders in Hausgärten empfiehlt es sich, auf Kleinbäume mit einer Endhöhe zwischen zwei und zehn Metern zu setzen. Mittelgroße Arten bis 15 Meter eignen sich nur für entsprechend dimensionierte Grundstücke.

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist das regelmäßige, starke Zurückschneiden ungeeigneter Arten. Dauerhafte Schnittmaßnahmen beeinträchtigen die Vitalität erheblich und verursachen langfristig höhere Pflegekosten. Eine Ausnahme bilden fachgerecht erzogene Obstbäume, die gezielt geschnitten werden.

„In der Datenbank befinden sich Bäume, die ökologisch wertvoll sind und einen hohen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten. Grundsätzlich liegt die beste Pflanzzeit für Jungbäume im Herbst, da so die Bodenfeuchte genutzt werden und die Wurzelbildung noch vor dem Winter einsetzen kann. Ein weiterer möglicher Pflanztermin wäre auch jetzt im Frühling, solange die Bäume noch nicht ausgetrieben haben. Containerpflanzen können, wenn eine regelmäßige Wasserversorgung gewährleistet ist und die Baumscheibe gemulcht wird, die ganze Vegetationsperiode hindurch gepflanzt werden“, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung „Natur im Garten“.

Empfohlen werden bevorzugt heimische Arten oder entsprechende Zuchtformen mit hohem ökologischem Wert. Sie bieten Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Tierarten und fungieren insbesondere in intensiv genutzten Kulturlandschaften als wichtige Trittsteine zwischen Naturräumen. Obstgehölze stellen dabei vielseitige Optionen dar – vom Hochstamm bis zur kompakten Variante für kleinere Flächen.

Wo der Platz für klassische Baumformen fehlt, können Kletterpflanzen eine Alternative sein. Begrünte Fassaden übernehmen ähnliche ökologische Funktionen wie Baumkronen, allerdings mit geringerem Volumen. Für GaLaBau-Betriebe eröffnen sich hier zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten im urbanen Raum.

Ein entscheidender Qualitätsfaktor ist die Herkunft der Gehölze. Regional produzierte Bäume sind an Boden und Klima angepasst und zeigen in der Regel bessere Anwuchs- und Entwicklungschancen. Fachberatung durch qualifizierte Baumschulen und Partnerbetriebe stellt sicher, dass Pflanzung, Pflege und langfristige Entwicklung professionell begleitet werden.

Die Bedeutung ausgewachsener Bäume wird häufig unterschätzt. Der ökologische Mehrwert alter Bestände lässt sich nur über Jahrzehnte ersetzen.

„Bis ein neu gepflanzter Baum nur annähernd dasselbe leisten kann wie ein älterer Vertreter seiner Art vergehen viele Jahre. Eine 100-jährige Eiche hat ein Kronenvolumen von 4.000 m³, bis zu 150.000 Blätter mit einer Blattoberfläche von 1.200 m². Um die Wirkung einer 100-jährigen Eiche zu ersetzen, müssten 100 Stück 10-jährige Eichen gepflanzt werden! Wir haben es heute in der Hand, mit der Pflanzung von neuen Bäumen den Grundstein dafür zu legen, dass auch zukünftigen Generationen die zahlreichen positiven Eigenschaften von Bäumen zugutekommen können“, so Landesrat Martin Eichtinger.

Für Betriebe im Garten- & Landschaftsbau bedeutet das: fachgerechte Planung, standortgerechte Artenwahl und qualitätsgesicherte Beschaffung sind die Grundlage für langlebige, wirtschaftlich sinnvolle und ökologisch wirksame Baumpflanzungen.

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