Umweltschutz und Entsorgung

Tag des Bodens: Die Bedeutung intakter Böden

Der Internationale Tag des Bodens rückt die zentrale Bedeutung intakter Böden in den Fokus. Das Umweltbundesamt betont, dass gesunde Böden als Rohstoff- und Nahrungsquelle dienen, Nährstoffe speichern und Lebensraum bieten. Trotz ihrer Wichtigkeit werden sie oft vernachlässigt und durch verschiedene Gefahren bedroht.

Warum Bodenschutz so wichtig ist

Der Dezember ist traditionell der Monat des Internationalen Tages des Bodens. Aus diesem Anlass weist das Umweltbundesamt (UBA) auf die zentrale Bedeutung intakter Böden hin. Im Vergleich zu Wasser und Luft wird der Boden oft noch vernachlässigt, obwohl der Mensch nicht nur auf, sondern auch von gesunden Böden lebt. Fruchtbare Böden dienen als Rohstoff- und Nahrungsquelle, speichern Nährstoffe, Wasser und Treibhausgase und bieten vielfältigen Lebensraum.

Gefahren wie Altlasten, die Ausweitung von Siedlungsflächen und die weltweite Ausbreitung von Wüsten bedrohen die Funktionen der Böden zunehmend. Ein effizienter Bodenschutz wird daher als Gebot der Vernunft betrachtet.

Herausforderungen und Schutzmaßnahmen

Obwohl die öffentliche Wahrnehmung der Bodenbedeutung in den letzten zehn Jahren durch verschiedene Aktionen von Bund und Ländern gestärkt wurde, sind weitere Anstrengungen erforderlich. Der „Stadtboden“ wurde zum Boden des Jahres ernannt, um das Bewusstsein für die Böden in urbanen Gebieten zu schärfen. Diese Böden sind trotz potenziell höherer Belastungen entscheidend für den Wasserhaushalt und das Klima in Städten.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der deutschen Bodenschutzgesetzgebung fand am 3. Dezember 2009 in Berlin eine Fachtagung statt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das UBA luden gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden und Bodenfachverbänden Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis ein. Zwei Tage vor dem Internationalen Tag des Bodens diskutierten sie Erfolge, Probleme und neue nationale sowie internationale Herausforderungen des Bodenschutzes.

Böden als nicht erneuerbare Ressource

Die Fachleute waren sich einig, dass die Dringlichkeit eines effektiven Bodenschutzes daraus resultiert, dass Böden nicht vermehrbar und nur sehr begrenzt erneuerbar sind. Entstandene Schäden sind oft nicht oder nur mit erheblichem Aufwand zu beheben.

Gerade in Anbetracht der möglichen Klimaänderungen ist schnelles Handeln notwendig. Während die Wüstenbildung weltweit infolge des Klimawandels zunimmt, kann die Landwirtschaft in bestimmten Regionen Deutschlands von Klimaänderungen auch profitieren. Weniger Boden wird aber mehr Menschen ernähren müssen. Auch deshalb müssen wir unsere fruchtbaren Böden schützen.

Dies betonte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Die Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt (KBU) empfahl Bund und Ländern zudem, den Flächenverbrauch einzudämmen. In einem Papier mit dem Titel „Flächenverbrauch vermindern – jetzt handeln“ schlagen die Wissenschaftler einen Handel mit Flächenkontingenten vor.

Analog zum Emissionshandel sollen Obergrenzen für die Neuinanspruchnahme von Flächen sowie die Möglichkeit zum Kauf und Verkauf ungenutzter Flächen eingeführt werden.

Aktuell nehmen wir täglich 104 Hektar Fläche neu in Anspruch – weit weg von dem Ziel der Bundesregierung, dies bis 2020 auf 30 Hektar zu reduzieren. Mit unserem Konzept könnten wir es schaffen.

Dies erklärte Prof. Franz Makeschin, Vorsitzender der KBU. Die Empfehlungen der Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt sind im Internet verfügbar. Das Papier „Flächenverbrauch vermindern – jetzt handeln“ wird dort in Kürze bereitgestellt.

05.12.2009

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Umweltbundesamt (UBA)

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6844Dessau
Deutschland

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Fax:+49 340 2103-2285

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