Technische Neuerungen und Umweltstandards
Der Unimog präsentiert sich mit einer Reihe von Neuerungen, die seine Position als vielseitiges Nutzfahrzeug weiter festigen sollen. Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz wurden die verschiedenen Modelle und ihre Einsatzmöglichkeiten mit Anbaugeräten demonstriert.
Eine wesentliche Verbesserung ist das neue Monitorsystem mit Frontkamera. Es bietet eine erweiterte Sicht auf den Bereich unmittelbar vor und unter dem Stoßfänger. Eine grüne Linie im Weitwinkelmonitor unterstützt den Fahrer beim Andocken von Geräten. Die Scheibenwischer sind nun am Dach angebracht, was nicht nur das Wischerfeld vergrößert, sondern auch die Ablagerung von Schnee im Wintereinsatz verhindert.
Die neue Nomenklatur, wie beim Unimog U 318, gibt Aufschluss über Modellreihe und symbolische PS-Leistung. Eine zentrale technische Neuerung ist die Umstellung des Antriebsstrangs auf die europäische Abgasnorm Euro VI. Dies wurde vorzeitig erreicht und führt zu einem reduzierten Kraftstoffverbrauch von bis zu drei Prozent. Zudem liefert der Antriebsstrang über Hydrauliksysteme und Zapfwelle mehr Leistung an die Anbaugeräte.
Fahrerkomfort und Bedienung
Im Innenraum wurde der Komfort verbessert. Das Fahrgeräusch des Vierzylindermotors ist gering. Heizung, Lüftung und Sitze entsprechen dem Standard von Lkw. Die Federung ist straff ausgelegt, um sowohl auf der Straße als auch im Gelände eine angemessene Dämpfung zu gewährleisten.
Die Bedienung wurde ebenfalls überarbeitet. Die Motorbremse wird nun über den rechten Lenkstockhebel aktiviert. Das Lenkrad ist mit Bedientasten ausgestattet. Ein hochformatiges Display im Kombiinstrument liefert alle wichtigen Informationen. Das Schalten erfolgt nun per Fingertipp am rechten Lenkstockhebel. Der Unimog U 318 verfügt über ein kupplungsgesteuertes Schaltgetriebe, wobei die automatisierte Schaltung EAS optional erhältlich ist.
Joystick-Steuerung und Effizienz im Arbeitseinsatz
Eine weitere Neuerung im Bedienkonzept ist der Joystick zur Steuerung der Arbeitsfunktionen. Am Beispiel eines Unimog U 427 mit Sechszylindermotor und 272 PS wurde dies demonstriert. Im Einsatz mit einer Schneefräse (simuliert mit Holzhackschnitzeln) zeigte sich die Effizienz der Steuerung. Nach Aktivierung des hydrostatischen Antriebs, Betätigung der Kupplung und Auswahl der Arbeitsgruppe im Work-Modus kann die Zapfwelle eingeschaltet und der Tempomat eingestellt werden, auch bei Geschwindigkeiten von 1 km/h.
Der hydraulische Antrieb ermöglicht präzise niedrige Geschwindigkeiten für den Geräteeinsatz. Die Gaszufuhr kann auf vier Arten erfolgen: über das Pedal, den Joystick, den linken Lenkstockhebel oder den Tempomaten. Die Joystick-Steuerung entlastet den Fahrer bei stundenlangen Einsätzen. Das Hydrauliksystem mit Load Sensing passt die Leistung bedarfsgerecht an das Gerät an, was den Kraftstoffverbrauch im arbeitsintensiven Einsatz reduziert.
EasyDrive: Wechsel während der Fahrt
Eine Weltneuheit ist der Wechsel vom Hydrostaten zum Schaltgetriebe ohne Kupplungsbetätigung während der Fahrt. Das System EasyDrive ist besonders vorteilhaft bei Transportstrecken zwischen Arbeitsabschnitten, da diese schneller und kraftstoffsparender zurückgelegt werden können. Der Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahrt erfolgt über den Schalter des Electronic Quick Reverse.
