Wirtschaftliche Entwicklung und Auftragslage der Landschaftsarchitekten
Das Jahr 2010 verlief für die meisten Landschaftsarchitekten in Thüringen positiv. Das Konjunkturpaket und Investitionen in die Infrastruktur führten zu einer guten Auftragslage. Insbesondere Projekte im Bereich von Schulen, Kindergärten und Straßenbaumaßnahmen trugen dazu bei. Obwohl nicht alle Büros im Landesverband gleichermaßen profitierten, konnten viele von diesen Entwicklungen profitieren.
Die Anzahl der Landschaftsarchitekten in Thüringen ist in den letzten Jahren konstant geblieben. Derzeit sind etwa 130 Landschaftsarchitekten im Freistaat tätig, wobei es sich überwiegend um Ein-Personen-Büros handelt. Größere Büros mit fünf oder mehr Landschaftsarchitekten sind seltener.
Für die kommenden Monate sieht Alkewitz ein Wachstumspotenzial vor allem im privaten Sektor. Positive Wirtschaftsprognosen könnten hier zu spürbaren Aufträgen führen, insbesondere für Büros, die mit Unternehmen zusammenarbeiten. Im öffentlichen Bereich wird hingegen ein Rückgang erwartet, da die Haushaltssituation vieler Städte und Gemeinden angespannt ist. Dennoch könnten Nachtragshaushalte noch Spielräume eröffnen.
Potenziale und das "grüne Image" Thüringens stärken
Trotz der vergleichsweise geringen Größe Thüringens mit 2,2 Millionen Einwohnern sieht Alkewitz Potenziale für Landschaftsarchitekten. Die zentrale Lage in Deutschland und die gute Anbindung ermöglichen es, auch über die Landesgrenzen hinaus Aufträge zu akquirieren.
Hinsichtlich des "grünen Images" Thüringens sieht Alkewitz Handlungsbedarf. Er befürwortet die Gründung einer Projektgruppe für eine Internationale Bauausstellung (IBA), um das Thema "Grün" voranzutreiben und einen Mehrwert für Thüringen zu schaffen. Der bdla könnte sich hier inhaltlich einbringen. Es fehle jedoch an einer engagierten Vermarktung von Grünprojekten, wie der Vergleich mit den "Gartenträumen" in Sachsen-Anhalt zeige. Auch der egapark in Erfurt biete ungenutztes touristisches Potenzial.
Die Vermarktung von Gärten und Natur als weicher Wirtschaftsfaktor sei schwierig, da deren positiver Einfluss auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden schwer in Zahlen zu fassen sei. In den neuen Bundesländern sei der Berufsstand in dieser Hinsicht noch weniger anerkannt als in den alten Ländern.
Ausbildung und Verbandsjubiläum des bdla Thüringen
In der Vergangenheit gab es Diskussionen um die Ausbildung in der Landschaftsarchitektur, insbesondere im Hinblick auf eine geplante Verkürzung des Studiums von vier auf drei Jahre. Dies hätte zu einer Reduzierung der fachlichen Kenntnisse und einer höheren Arbeitsbelastung für die Studierenden geführt. Der bdla setzte sich erfolgreich dafür ein, dass diese Pläne nicht umgesetzt wurden. Obwohl noch keine Ideallösung erreicht sei, stelle die Sicherstellung einer Mindestanforderung an Lehrinhalte einen Fortschritt dar, um die Qualität der Ausbildung und die Kompetenz des Nachwuchses zu gewährleisten. Der Verband wird sich weiterhin für hohe Qualitätsstandards in der Ausbildung einsetzen.
Das Jahr 2011 ist für den Landesverband ein besonderes Jahr, da das 20-jährige Jubiläum gefeiert wird. Mit Blick auf die kommenden Landesgartenschauen in Thüringen in den Jahren 2015 und 2017 blickt der Verband zuversichtlich in die Zukunft.
