Internationale Anerkennung und Flächenverdoppelung des Biosphärenreservats Thüringer Wald
Die Fläche des Biosphärenreservats Thüringer Wald wurde verdoppelt und die Anerkennung im weltweiten Netz der UNESCO-Biosphärenreservate bestätigt. Dieses Netzwerk umfasst nun 686 UNESCO-Biosphärenreservate in 122 Ländern. Der Internationale UNESCO-Koordinierungsrat Mensch und Biosphäre (MAB) bestätigte auf seiner Jahrestagung in Palembang, Indonesien, die Erfüllung der Kriterien für das deutsche Gebiet. Die Entwicklung des Gebiets wurde dabei als vorbildlich für alle Biosphärengebiete weltweit hervorgehoben. Insgesamt bestätigte das MAB-Gremium 24 neue Gebiete und entzog sieben Gebieten die Anerkennung.
Der Koordinierungsrat hat mit seinen Beschlüssen das Weltnetz nachhaltiger Modellregionen sehr gestärkt. Der Dialogprozess im Thüringer Wald wurde als international beispielhaft hervorgehoben. Das zeigt, dass Deutschland das UNESCO Programms "Der Mensch und die Biosphäre" vorbildlich umsetzt. Denn Biosphärenreservate sind wichtig für die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeits-Agenda 2030. Vergessen wir dabei aber auch nicht: Sie sind auch wunderschöne Regionen Deutschlands.
Dies erklärte Inka Gnittke, Vorsitzende des deutschen MAB-Nationalkomitees beim Bundesumweltministerium. Der Thüringer Wald leistet demnach Pionierarbeit mit Strategien für nachhaltigen Tourismus und Maßnahmen zum demographischen Wandel. Umweltschutz und wirtschaftlicher Ertrag gehen hier Hand in Hand. Mit der Flächenverdoppelung erfüllt das Gebiet die Kernanforderung für Biosphärenreservate von 300 Quadratkilometern. Das Biosphärenreservat Thüringer Wald und die Flusslandschaft Elbe feiern 2019 ihr 40-jähriges Bestehen. Beide Gebiete sind 1979 aus den UNESCO-Biosphärenreservaten Vessertal und Steckby-Lödderitzer Forst hervorgegangen, basierend auf einem Vorschlag der ehemaligen DDR.
Das Biosphärenreservat Thüringer Wald im Detail
Das Biosphärenreservat Thüringer Wald erstreckt sich zwischen Ilmenau, Oberhof, Schleusingen, Suhl und Masserberg. Durch den Beschluss verdoppelt sich die Fläche auf 337 Quadratkilometer. Ein Großteil des Mittelgebirges ist von Buchen- und Fichtenwäldern bedeckt. In den Tälern finden sich artenreiche Wiesen und Weideflächen. Seltene Tierarten wie der Schwarzstorch oder der Feuersalamander sind hier beheimatet. Der Fernwanderweg "Rennsteig" durchquert das Biosphärenreservat auf 25 Kilometern Länge und erschließt das Gebiet touristisch.
Die Erweiterung des Gebiets wurde in einem dreijährigen Beteiligungsprozess erarbeitet. Verantwortliche, Kommunen, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger waren an der Erstellung des Vorschlags beteiligt.
Das UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre (MAB)"
UNESCO-Biosphärenreservate demonstrieren, wie Naturreichtum und Kulturlandschaften durch nachhaltige wirtschaftliche Nutzung erhalten werden können. In Deutschland arbeiten 16 UNESCO-Biosphärenreservate als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Sie kooperieren mit 686 Biosphärenreservaten weltweit. Strenger Naturschutz in Kernzonen wird mit der Entwicklung und Förderung nachhaltiger Wirtschaftsweisen auf dem Großteil der Fläche verbunden. Deutschlandweit verzeichnen die Biosphärenreservate jährlich rund 65 Millionen Besucher, die einen Bruttoumsatz von knapp drei Milliarden Euro generieren.
Der Internationale MAB-Koordinierungsrat entscheidet jährlich über die Anerkennung von Biosphärenreservaten. Zudem überprüft er alle zehn Jahre die Qualität der bestehenden Gebiete. Die Beratungen in Palembang umfassen die Anerkennung weiterer Biosphärenreservate weltweit.
