Pflanzen und Pflanzenteile, Verbände und Organisationen

Kaufverhalten beeinflusst Top-Listen der Blumen- und Pflanzenverkäufe

Steigende Energiekosten und Kaufzurückhaltung prägten 2022 den Blumen- und Pflanzenmarkt. Dies führte zu deutlichen Verschiebungen in den Top-Listen der meistverkauften Kulturen, insbesondere bei Beet- und Balkonpflanzen.

Verschiebungen im Pflanzenmarkt durch verändertes Konsumverhalten

Steigende Energiekosten und eine allgemeine Kaufzurückhaltung haben sich im vergangenen Jahr auf den Verkauf von Blumen und Pflanzen ausgewirkt. Dies führte zu Verschiebungen in den Top-Listen der meistverkauften Kulturen.

Wir haben vor allem im Herbst die große Verunsicherung der Verbraucher gespürt. Jeder Einkauf wurde genau durchdacht und fiel nicht immer zu Gunsten des Pflanzenkaufs aus.

Für Beet- und Balkonpflanzen gaben Verbraucher in Deutschland im Jahr 2022 durchschnittlich knapp 22 Euro aus. Dies entspricht einer Verfehlung des Vorpandemieniveaus um 1 %. Der Rückgang ist auf die inflationsbedingte Kaufzurückhaltung ab dem Spätsommer und während der Herbstsaison zurückzuführen. Dies zeigte sich insbesondere am Rückgang der privaten Ausgaben für Heidepflanzen, die gemeinsam mit Geranien um drei Prozentpunkte auf 9 % der privaten Ausgaben fielen.

Heidepflanzen und Geranien teilen sich damit den ersten Platz, gefolgt von Stiefmütterchen. Begonien und Chrysanthemen, deren Verkaufshöhepunkte im Spätsommer bzw. Herbst liegen, rutschten in den Top 10 ab. Begonien erreichten 2022 mit weniger als 3 % der privaten Ausgaben Platz 9 und verloren drei Plätze. Chrysanthemen fielen von Platz 3 auf Platz 5 mit 4 % der Ausgaben. Kulturen mit Saison nach dem Frühjahr verzeichneten aufgrund von Inflation und Sorgen um Heizkosten Einbußen.

Bei den Zimmerpflanzen waren die Auswirkungen auf die Top-Listen weniger ausgeprägt, da ihre Saisonzeiträume weniger begrenzt sind. Im Durchschnitt gab jeder Verbraucher in Deutschland knapp 19 Euro für Zimmerpflanzen aus, davon weniger als 12 Euro für blühende und knapp 7 Euro für grüne Zimmerpflanzen.

Grüne Zimmerpflanzen übertrafen das Vorpandemieergebnis um 7 %, während blühende Zimmerpflanzen um 1 % darunterlagen. Die Reihenfolge der Top-10-Kulturen bei blühenden Zimmerpflanzen blieb unverändert. Orchideen führen das Ranking weiterhin mit rund 32 % der Ausgaben an, gefolgt von Weihnachtssternen und Rosen. Kulturen, die eher im Frühjahr verkauft werden, wie Kalanchoe, Alpenveilchen und Narzissen, gewannen nur geringfügig an Bedeutung. Das leichte Minus bei den Weihnachtssternen wird vor dem Hintergrund der Inflation als Erfolg gewertet, da Konkurrenten im selben Zeitraum deutliche Einbußen verzeichneten.

Bei den grünen Zimmerpflanzen büßten Kakteen und Sukkulenten rund drei Prozentpunkte an Ausgabenanteilen ein, dominieren aber weiterhin die Top-Liste. Blattschmuckpflanzen verloren nur geringfügig, während Zimmerbäume ihren Anteil auf knapp 8 % steigern konnten. Damit überholten sie die Palmen, die ein Minus von rund drei Prozentpunkten hinnehmen mussten.

Für Schnittblumen gaben Verbraucher in Deutschland durchschnittlich gut 37 Euro aus, was das Vorpandemieergebnis um rund 1 % übertraf. Ähnlich wie bei den Zimmerpflanzen gab es kaum Veränderungen in der Reihenfolge. Rosen dominieren den Schnittblumenmarkt weiterhin und konnten ihren Anteil an den Ausgaben um vier Prozentpunkte steigern. Tulpen auf Platz 2 verloren nur geringfügig, da die Kaufzurückhaltung erst ab dem Spätsommer einsetzte. Dies betraf die Saison für Herbsttulpen, die sich seit dem Brexit auf geringem Niveau etabliert hat, nicht jedoch die Hauptsaison im Frühjahr.

Nach zwei Jahren mit Rekordergebnissen sank das Marktvolumen für Blumen und Zierpflanzen im Jahr 2022 auf etwa 9 Mrd. Euro (zu Einzelhandelspreisen). Damit wurde das Vorpandemieniveau aus dem Jahr 2019 knapp übertroffen. Hinter diesem Ergebnis verbirgt sich jedoch aufgrund deutlich gestiegener Preise eine geringere Menge als vor der Pandemie.

13.04.2023

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