Christof Schmit: Vom Schicksalsschlag zum Erdbauexperten
Christof Schmit aus Kulmbach hat sich trotz Querschnittslähmung einen Ruf als Erdbauexperte erarbeitet. Er hat ein „Do-It-Yourself“-Geschäftsmodell etabliert, bei dem Kunden aktiv in die Umsetzung ihrer Projekte eingebunden werden.
Schmit, der seit seinem 16. Lebensjahr querschnittsgelähmt ist, war bereits in seiner Kindheit von Baggern und Traktoren fasziniert. Auf dem elterlichen Bauernhof erlernte er früh handwerkliche Tätigkeiten. Nach einem schweren Verkehrsunfall im Alter von 16 Jahren musste er sich neu orientieren. Er passte Geräte an seine Bedürfnisse an, um sie trotz seiner Lähmung nutzen zu können.
Nach seiner Ausbildung zum Straßenbauer sammelte Schmit Erfahrungen in der Land-, Forst-, Straßen- und Industriebau. Im Jahr 2020 gründete er sein Unternehmen „Der Erdmeister“, das sich auf Landschafts- und Gartenbau spezialisiert hat. Das Leistungsspektrum umfasst Gartengestaltung, Haus-, Terrassen- und Poolbau sowie gewerblichen Tiefbau. Schmit setzt dabei auf Maschinen von Yanmar.
Gemeinsam bauen: Das DIY-Modell
Christof Schmit entwickelte ein Geschäftsmodell, bei dem Kunden aktiv in das Bauprojekt einbezogen werden. Sie übernehmen die Rolle eines Bauhelfers. „Der Erdmeister“ erstellt Materiallisten, stellt Maschinen bereit, misst Geräte und Werkzeuge und kümmert sich um die Logistik. Schmit selbst bedient die Maschinen und übernimmt die fachlichen Aufgaben.
„Unsere Kunden erhalten über diesen Weg die Möglichkeit, Hintergründe besser zu verstehen und finden schnell ihren Platz auf der Baustelle, was die Aufgaben für alle Beteiligten bedeutungsvoller macht“, erklärt Christof. „Sie lieben es, Freunden und Familie zu erzählen: ‚Das habe ich gebaut!‘ und identifizieren sich stärker mit unseren Projekten. Letztendlich können sie mithelfen, ihre Projektvision in die Realität umzusetzen.“
Im April dieses Jahres stieß Christian, ein ehemaliger Nachbar, zum Unternehmen. Er hatte seinen Job als IT-Manager aufgegeben. Unter Schmits Anleitung erlernte er den Umgang mit Baggern und Ladern, darunter der Yanmar SV22 und der V7-HW-Radlader. Christian führt Erdarbeiten, Aushub- und Schotterarbeiten durch und nutzt Messtechnik sowie verschiedene Ausführungstechniken.
„Dank Christofs DIY-Konzept hat sich hier eine wirklich tolle Gemeinschaft entwickelt, in der sich die Menschen gegenseitig helfen und sich in ihren Fachgebieten ergänzen. Das Geschäftsmodell ist einzigartig und bietet eine weitere Möglichkeit, Freundschaften zu schließen und unsere lokale Gemeinschaft zu stärken“, fügt er hinzu. „Es gibt viele Landschaftsbauer in Deutschland, aber keiner arbeitet so wie wir. ‚Der Erdmeister‘ ist weit entfernt von den üblichen Bauunternehmen. Wir bringen Menschen zusammen“, sagt Christof. „Gleichzeitig haben wir uns inhaltlich in den letzten zwei Jahren erheblich weiterentwickelt. Wir bauen naturnah, nachhaltig und emissionsarm, verwenden batteriebetriebene Geräte und nutzen ausschließlich regionale Materialien oder gebrochenen Stein aus unserer Region für individuelle Außenanlagen.“
Anpassungen und Maschinenpark für Barrierefreiheit
Christof Schmit nutzt die Maschinen von Yanmar CE in der Regel ohne Modifikationen. Bei größeren Maschinen wie dem B95W-Radbagger nimmt er jedoch Anpassungen vor. So hat er beispielsweise die Bremsen von Fahrradlenkern auf ein Stück Stahl montiert und mit den Pedalen der Maschine verbunden, um sie mit den Händen bedienen zu können.
Der B95W-Radbagger ist für Schmit aufgrund seiner Hubkapazität, der Kabinengestaltung und der Straßenfahrtgeschwindigkeit von 36 km/h besonders geeignet. Der hydraulische Schnellwechsler ermöglicht einen schnellen Wechsel der Anbaugeräte.
Die Maschinen mietet Schmit bei der KLMV GmbH (KLMV), einem autorisierten Händler von Yanmar CE. KLMV bietet Wartungsarbeiten und ein Ersatzteillager, was schnelle Lösungen bei technischen Problemen gewährleistet und Ausfallzeiten minimiert.
Christof Schmits Ansatz zeigt, wie mit Entschlossenheit und Kreativität im Garten- und Landschaftsbau neue Wege beschritten werden können.


