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Amphibienschutz auf der Bundesgartenschau Mannheim mittels UHPC-Beton

Die Bundesgartenschau in Mannheim setzt auf innovative Amphibienschutzsysteme. Spezielle Leitsteine aus Hochleistungsbeton und Tunnel ermöglichen Amphibien eine sichere Querung des Radwegs und stärken den Biotopverbund im neu gestalteten Grünzug Nordost.

Grünzug Nordost und Radschnellverbindung auf der BUGA

Die Bundesgartenschau (BUGA) in Mannheim, die am 14. April 2023 eröffnet wurde, nutzt das Gelände der ehemaligen Spinelli-Kaserne und verbindet es über eine Seilbahn mit dem Luisenpark. Neben einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm steht die BUGA auch im Zeichen der Stadtentwicklung, insbesondere der Realisierung des „GRÜNZUGS NORDOST“. Dieses Projekt verbindet rund 230 Hektar Grünflächen bis in die Mannheimer Innenstadt.

Im Zuge der BUGA-Neugestaltung wurden über 62 Hektar des ehemaligen Kasernengeländes entsiegelt. Ein Teilstück der Radschnellverbindung „RS 15“ wurde fertiggestellt. Diese Strecke verläuft am westlichen Rand der Feudenheimer Au und des Spinelli-Geländes und verbindet die Stadtteile Vogelstang, Käfertal und Feudenheim mit der Kernstadt Mannheims. Sie ist Teil der Verbindung Mannheim – Viernheim – Weinheim – Darmstadt. Begleitet wird der Radweg von einem Fußweg, der durch einen geböschten Grünstreifen abgetrennt ist.

Amphibienschutzsysteme für sichere Querungen

Um Amphibien eine sichere Querung des Radwegs zu ermöglichen, wurden zahlreiche Amphibientunnel installiert. Hierfür kam ein spezielles System des Betonwerks Hans Rinninger u. Sohn GmbH u. Co. KG aus Kißlegg zum Einsatz. Der Grünzug Nordost ist als klimaökologischer Grünzug für Mannheim konzipiert und soll die Lebensqualität in der Stadt verbessern sowie neue Freiraumqualitäten für Sport, Freizeit und Naherholung schaffen.

Durch die Verbindung der bisher getrennten Grünräume soll der regionale Biotopverbund zwischen Neckarufer, Feudenheimer Au und Hochgestade gestärkt werden. In der Feudenheimer Au wurde ein etwa 4.300 m² großer abgedichteter Auweiher als naturnahes Gewässer mit Ufervegetation angelegt. Dies soll die ökologische Vielfalt erhöhen und Insekten, Fischen, Amphibien und Fledermäusen neuen Lebensraum bieten.

Einsatz von Hochleistungsbeton für Leitsteine

Bauleiter Nils Schumacher von der AUGUST FICHTER GmbH erläuterte die Anforderungen an den Amphibienschutz:

Weil sich hier über kurz oder lang Amphibien ansiedeln werden, wurde vorgeschrieben, dass der angrenzende Radweg auf einer Länge von 400 Metern mit 9 Amphibientunneln auszustatten ist. Gefordert war ein spezielles Leitsteinsystem mit beschatteter Lauffläche und hoher Schutzwirkung für jegliche Amphibien.

Die Wahl fiel auf das Amphibien-Leitsteinsystem „Amphi-Pro“ des Betonwerks Hans Rinninger u. Sohn GmbH u. Co. KG. Es wurden 665 Meter Leitsteine mit einer Regellänge von 5 Metern verbaut. Die neun Durchlässe haben jeweils eine Breite von 12 Metern.

Schumacher hob die Funktionsweise hervor:

Die Leitsteine wurden in die Straßenböschung eingebunden und sollen die Amphibien zu lückenlos angeschlossenen Kleintierdurchlässen leiten, die den Tieren einen sicheren Weg auf die andere Straßenseite gewähren. Der Vorteil des aus Hochleistungsbeton (UHPC) hergestellten Systems: Die sehr glatte und nichtsaugende Oberfläche der Leitsteine motiviert die Amphibien innerhalb der Leiteinrichtung zu wandern. Eine weiche Kantenausbildung der Leitsteine gepaart mit einer breiten Laufebene und einem leichten Abwärtsgefälle gewährleisten eine zügige Wanderung zum nächsten Durchlasselement.

Spezialanfertigungen und Bauzeitverkürzung

Jörg Rinninger, Geschäftsführender Gesellschafter, erläuterte die Besonderheiten des Projekts:

Die Leitsteine verfügen über eine gebogene Wand mit einem doppelten Übersteigschutz. Die Herausforderung bestand darin, sämtliche Portalelemente in gleicher Leitsteingeometrie passend zu den Leitsteinen zu fertigen. Die Durchlasselemente weisen aufgrund der Einbausituation eine geringe Überdeckung bei gleichzeitig hoher Verkehrslast auf. Im Normalfall hätte man für die Gründung Ortbetonfundamente herstellen müssen. Auf unseren Vorschlag hin, wurden die Durchlässe aus Hochleistungsbeton C60/75 mit integriertem Fundament ausgeführt. Dies vereinfachte den Einbau und verkürzte erheblich die Bauzeit.

Nils Schumacher zeigte sich zufrieden mit der Zusammenarbeit und der logistischen Abwicklung des Projekts. Nach dem Ende der BUGA am 8. Oktober 2023 wird das Areal zu einem öffentlichen Naherholungsgebiet. Durch die Maßnahmen in der Feudenheimer Au wurden Voraussetzungen für die Ansiedlung zahlreicher Amphibien geschaffen.

17.05.2023

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Hans Rinninger u. Sohn GmbH u. Co. KG

Stolzenseeweg 9
88353Kißlegg / Allgäu
Deutschland

Tel.:+49 (0)7563/932-0
Fax:+49 (0)7563/3072

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