Hohe Fördermittel für den Artenschutz
Das Naturschutzgroßprojekt Altmühlleiten erhält in den kommenden acht Jahren Fördermittel in Höhe von rund 5,25 Millionen Euro. Diese werden von Bund, Freistaat und dem Bayerischen Naturschutzfonds bereitgestellt. Zusätzlich beteiligt sich der Zweckverband Naturschutzgroßprojekt Altmühlleiten mit Eigenmitteln von 650.000 Euro.
Umweltminister Dr. Markus Söder übergab den Förderbescheid an den Zweckverband in Schernfeld (Landkreis Eichstätt). Er betonte, dass das Projekt eine bedeutende Natur- und Kulturlandschaft sichere, den Fremdenverkehr fördere und einen Teil der bayerischen Heimat erhalte.
Bedeutung für die Artenvielfalt
Die Trockenstandorte im Altmühltal sind ein bundesweiter Verbreitungsschwerpunkt für viele seltene Arten. Es wurden 360 Arten nachgewiesen, die auf den „Roten Listen“ stehen; jede dritte davon gilt als „stark gefährdet“.
Die Planungsphase des Projekts ist abgeschlossen, und die Umsetzung beginnt. Der Zweckverband kann noch in diesem Jahr erste Naturschutzmaßnahmen starten. Das Projekt Altmühlleiten setzt die bayerischen Initiativen zum Erhalt der Artenvielfalt fort.
Projektgebiet und Ziele
Das Projektgebiet erstreckt sich über knapp 4.000 Hektar entlang des Altmühltales von Pappenheim bis Kelheim. Ziel ist es, die hohe Arten- und Strukturvielfalt der Trockenhänge des Altmühltals zu erhalten und zu entwickeln. Diese bieten Lebensbedingungen für zahlreiche Insekten, insbesondere Schmetterlinge, sowie für Reptilien und Vogelarten.
Für die dauerhafte Erhaltung der Trockenstandorte ist die langfristige Sicherung der Beweidung der Trockenhänge mit Schafen und Ziegen durch ansässige Betriebe erforderlich.
Grundlagen und weitere Projekte
Ein Pflege- und Entwicklungsplan, der in den vergangenen Jahren im Dialog mit den Flächennutzern erarbeitet wurde, bildet die Grundlage aller Maßnahmen. Das Konzept umfasst auch Maßnahmen des sanften Tourismus und die Vermarktung naturschonend erzeugter Regionalprodukte.
„Altmühlleiten“ ist das neunte bayerische Naturschutzgroßprojekt. Abgeschlossen sind bereits die Projekte Murnauer Moos, Isarmündung, Hohe Rhön, Zinnbach und Regentalaue. Die Projekte Waldnaabaue und Altmühlleiten befinden sich in der Umsetzungsphase, während die Projekte Allgäuer Moorallianz und Schwäbisches Donautal in der Planungsphase sind. Bayern ist damit nach Niedersachsen das Bundesland mit den meisten Naturschutzgroßprojekten.