Baustoffe & Materialien, Be- und Entwässerung

Flächenbefestigung mit hohem Grünanteil: Eine Alternative zum Rasengitterstein

Rasengittersteine sind oft unpraktisch und wenig ästhetisch. Ein Projekt in Tostedt zeigt, wie eine innovative Flächenbefestigung mit hohem Grünanteil ökologische und funktionelle Anforderungen erfüllt, ohne auf Stabilität und Ästhetik zu verzichten.

Multifunktionale Gestaltung der Ortsmitte in Tostedt

Frank Patt vom Planungsbüro Patt aus Lüneburg erläutert die Hintergründe der Planung:

[cite_start]Der etwa 3.500 m² große Platz zwischen Turnhalle und Schule, stellt für den kleinen Ortsteil Heidenau die Ortsmitte dar. Der Dorferneuerungsplan sah es vor, dass dieses Areal deshalb durch besondere Maßnahmen aufgewertet werden sollte. Ziel war es, nicht nur einen einfachen Parkplatz für die Besucher der Turnhalle zu schaffen, sondern einen Ort mit mehreren Nutzungsfunktionen und gesteigerter Aufenthaltsqualität.[cite: 20]
Das Konzept sah eine multifunktionale Nutzung vor. So dient ein Lärmschutzwall neben der Sporthalle gleichzeitig als Freilichtbühne, die von der benachbarten Grundschule als „offenes Klassenzimmer“ genutzt werden kann. Der Parkplatz sollte zudem nicht nur als reine Stellplatzanlage dienen, sondern im Zuge des Schützenfestes auch als Teil des Festplatzes einbezogen werden.

Frank Patt betont die Bedeutung der Flächenbefestigung in diesem Kontext:

[cite_start]Einerseits sollte die Oberflächengestaltung optisch den dörflichen Charakter betonen, andererseits musste der Pflasterbelag in der Lage sein, nicht nur den normalen PKW-Verkehr, sondern auch schwererem Aufbaugerät das bei den Dorffesten anrückt, stand zu halten.[cite: 20]

Ökologische und funktionelle Anforderungen an die Flächenbefestigung

Ein weiterer wichtiger Aspekt war das Niederschlagsmanagement. Angesichts der Größe des Platzes war es das Ziel der Planer, möglichst viel Regenwasser vor Ort versickern zu lassen, anstatt es in die Kanalisation abzuleiten. Für die 80 Stellplätze wurde daher ein versickerungsfähiger Pflasterbelag gesucht, der den Verkehrsbelastungen standhält und gleichzeitig optisch ansprechend ist.

Frank Patt erläutert die Materialwahl:

[cite_start]Da es die örtlichen Bodenverhältnisse hergaben, suchten wir nach einem Material mit einer besonders hohen Versickerungsleistung. Unser erster Gedanke war der klassische Rasengitterstein, der mit 40% Grünanteil diese Bedingung sehr gut erfüllt hätte. Da dieser Stein jedoch aufgrund seiner großen eckigen Sickeröffnungen sehr schlecht begehbar ist und auch optisch hier nicht reinpasst, kam er für uns an dieser Stelle nicht in Frage. Auch was die Belastungsfähigkeit betrifft, wäre dieses Steinsystem hier nicht erste Wahl gewesen.[cite: 20]
Die Wahl für die Befestigung der Stellflächen fiel stattdessen auf den Rasenkammerstein Vitomax aus der UNI-Priora Pflasterfamilie. Frank Patt dazu:
[cite_start]Dieses Steinsystem erfüllte die hier gestellten Anforderungen in idealer Weise. Mit einem Fugenanteil von 38 % liegt die Versickerungsleistung dieses Systems annähernd so hoch wie die eines herkömmlichen Rasengittersteines. Anfallendes Niederschlagswasser wird in den rund ausgeformten Öffnungen des Steins zurückgehalten und wieder an die Umwelt abgegeben.[cite: 20]

Stabilität und Ästhetik durch Verbundnocken

Der Vitomax-Stein verfügt über sinusförmige Verbundnocken, die innerhalb der Fläche eine Verzahnung bewirken und statische sowie dynamische Belastungen ableiten. Frank Patt fasst zusammen:

[cite_start]Mit dem Vitomax konnten wir den ökologischen, den funktionellen und den ästhetischen Anforderungen an die Pflasterfläche gerecht werden. Dieses Steinsystem liegt auch bei Rangierbewegungen größerer Fahrzeuge unverrückbar an seinem Platz. Dank des Formates von 20 x 20 cm lässt sich der Stein einfach von Hand verlegen. Die runden und gleichmäßig angeordneten Öffnungen sorgen dabei für eine gute Begehbarkeit und für ein harmonisches Ambiente.[cite: 20]
Zur optischen Trennung der Stellplätze kam neben dem Vitomax auch der Rasenfugenstein UNI-Priora öko zum Einsatz. Da alle Steine aus dem UNI-Priora System über passende Verbundnocken verfügen, bleibt die Verbundwirkung in der gesamten Fläche erhalten. Frank Patt ist überzeugt:
[cite_start]Dieses System hat uns so überzeugt, dass in Zukunft bei ähnlichen Anwendungsfällen der klassische Rasengitterstein ausgedient hat.[cite: 20]

24.02.2011

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45481Mülheim
Deutschland

Tel.:+49 208 469168-22
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