Baustoffe & Materialien

Unkonventionelles Bauverfahren im Eberswalder Zoo: Geogitter ermöglichen naturnahes Tigergehege

Im E Eberswalder Zoo entsteht ein neues Tigergehege durch ein unkonventionelles Bauverfahren mit Geogittern. Diese Methode ermöglicht eine kostengünstige, schnelle und ressourcenschonende Umsetzung der Anlage, die bis Pfingsten 2008 eröffnet werden soll.

Innovative Bauweise für eine artgerechte Tigeranlage

Im Eberswalder Zoo entsteht ein neues Tigergehege, das sowohl Tierliebhaber als auch Baufachleute anzieht. Die Anlage wird mittels eines unkonventionellen Bauverfahrens unter Einsatz von Geogittern errichtet, was eine kostengünstige, schnelle und ressourcenschonende Umsetzung ermöglicht.

Der Zoo, der als bester seiner Kategorie in Deutschland ausgezeichnet wurde, plant die Eröffnung der neuen Attraktion bis Pfingsten 2008. Zoodirektor Bernd Hensch bezeichnete die Anlage bereits als die "größte und schönste Tigeranlage in Europa". Sie umfasst ein unterirdisches Tigerhaus, einen Teich, einen Findlingsberg und eine eiszeitlich gestaltete Landschaft.

Das Gehege ist naturnah konzipiert und kommt ohne Zäune aus; stattdessen sichert ein zehn Meter breiter Graben die Anlage. Die Integration in eine eiszeitliche Gletscherlandschaft wird durch EU-Mittel gefördert.

Vor der Tigeranlage entsteht ein Gletscherspielplatz, der Kindern spielerisch die Entstehung von Gletschern und die Prägung der Landschaft durch die Eiszeit vermitteln soll. Von dort aus bietet sich ein Blick auf die Tiger. Ein Besucherweg führt um die Anlage herum und über das Tigerhaus. Eine behindertengerechte Besucherplattform und ein Beobachtungsturm ermöglichen die Beobachtung der Amurtiger, von denen weltweit nur noch etwa 300 Exemplare in freier Wildbahn leben. Durch eine Panzerglasscheibe können die Tiere auch beim Schwimmen im 500 Quadratmeter großen Teich beobachtet werden.

Die Baukosten für das ein Hektar große Areal belaufen sich auf rund 700.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt zu 75 Prozent über ein polnisch-deutsches Förderprogramm der POMERANIA, der Rest wird durch Spenden und Werbeaktionen des Zoodirektors aufgebracht. Radrennen unter dem Motto "Unsere Tiger sind die Sieger" haben in den letzten drei Jahren über 100.000 Euro generiert.

Zoodirektor Hensch betont, dass der Bau mit konventionellen Verfahren nicht finanzierbar gewesen wäre. Bauingenieur Jürgen Kalisch, der auch für andere Projekte im Zoo verantwortlich war, machte ihn auf die Verwendung von Geogittern aufmerksam.

Von dem verrückten Bausystem ist Hensch mittlerweile absolut begeistert. Es passt in den Wald, ist naturnah und erfüllt zu vergleichsweise niedrigen Kosten alle erforderlichen statischen Voraussetzungen.

Erhard Luce von Tensar International GmbH erläutert das System: Es handelt sich um eine mit Geogittern rückverhängte Wandkonstruktion. Für die Außenwand des Tigergeheges werden etwa 1.300 m² Ansichtsfläche des Systems TensarWall verbaut. Dieses System besteht aus aufeinander abgestimmten Komponenten, bei denen ein bewehrter Erdkörper mit einer Front aus Betonstapelsteinen gesichert wird. Die Steine werden im Füllboden mit einaxial gestreckten Tensar Geogittern rückverankert.

Die Bemessung des Systems erfolgt durch den Hersteller unter Berücksichtigung von Randbedingungen wie Bodenkennwerten des Verfüll- und Hinterfüllmaterials, Lastannahmen und der Beschaffenheit des Untergrundes. Eine spezielle Bemessungssoftware berechnet die für die Standsicherheit erforderlichen Geogitter.

Die Funktionsweise und vor allen Dingen auch die Sicherheit eines solchen Systems unter Verwendung der speziellen, einaxial gestreckten Tensar Geogittern wurde bei vielen Baumaßnahmen weltweit unter Beweis gestellt.

Experten zeigten sich beeindruckt von der schnellen Umsetzung und dem geringen Personalaufwand des komplexen Bauvorhabens. Jürgen Kalisch hebt hervor, dass herkömmliche Bauverfahren wie Spundwände oder Winkelstützmauern teurer gewesen wären und eine solche naturnahe Gestaltung nicht ermöglicht hätten.

Kalisch, Hensch und Jörg Fergin von Raab Karcher Baustoffe GmbH sind überzeugt, dass sich die Vorteile dieses alternativen Bauverfahrens etablieren werden.

Die Tigeranlage ist ein Vorzeigemodell. Andere internationale Zoos werden nachziehen, wenn unser tolles Tigerpaar nächsten Frühsommer ihr Fünf-Sterne-Quartier bezogen hat.

09.01.2008

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Tensar International GmbH

Lengsdorfer Hauprstr. 75
53127Bonn
Deutschland

Tel.:+49 228 91392-0
Fax:+49 228 91392-11

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