Naturschutz

Strategie zur Sicherung der Mittelgebirgsregionen vorgestellt

Der DVL hat eine umfassende Strategie zur Sicherung der deutschen Mittelgebirgsregionen erarbeitet. Die „Mittelgebirgsstrategie 2030“ zielt darauf ab, diese wertvollen Lebens-, Wirtschafts- und Kulturräume zu erhalten und dynamisch weiterzuentwickeln.

Herausforderungen und Bedeutung der Mittelgebirge

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V. hat gemeinsam mit weiteren Verbänden eine umfassende Strategie zur Sicherung der deutschen Mittelgebirgsregionen erarbeitet. Diese Initiative zielt darauf ab, die Mittelgebirge als wertvolle Lebens-, Wirtschafts- und Kulturräume zu erhalten und dynamisch weiterzuentwickeln. Die „Mittelgebirgsstrategie 2030“ wurde am 24. Januar 2019 auf dem 12. Zukunftsforum für Ländliche Räume in Berlin präsentiert.

Die Strategie betont die Bedeutung der Landschaften und der dort lebenden Menschen als Grundlage für die Entwicklung dieser Regionen. Die Land- und Forstwirtschaft spielt eine zentrale Rolle beim Erhalt der Kulturlandschaft der Mittelgebirge. Aktuell stehen diese Regionen jedoch vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Ein Rückzug der Landwirtschaft führt oft zu Aufforstungen oder natürlicher Sukzession, was den Verlust der über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft und damit verbundene negative Auswirkungen auf Vielfalt und Lebensqualität nach sich zieht.

Entwicklung und Handlungsfelder der Strategie

Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat der DVL die Strategie in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutsche Mittelgebirge, dem Deutschen Bauernverband, dem Deutschen Grünlandverband, dem Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim University, dem Verband Deutscher Naturparke sowie Vertretern aus Wissenschaft, Verwaltung und Landwirtschaftspraxis entwickelt.

Die Strategie definiert mehrere Handlungsfelder, darunter die Sicherung der Lebensqualität, die Weiterentwicklung der Land- und Forstwirtschaft, die Nutzung der Potenziale erneuerbarer Energien, der Kooperative Naturschutz, die Vermarktung regionaler Produkte, der Nachhaltige Tourismus sowie Forschung, Vernetzung und Wissenstransfer.

Die Strategie muss jetzt aktiv umgesetzt werden. Dafür brauchen wir bessere Rahmenbedingungen. Wir wollen eine besondere Förderkulisse Mittelgebirge.

Dies erklärte Josef Göppel, Vorsitzender des DVL. Die Belange der Mittelgebirgsregionen sollen in der nächsten Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2020 sowie in den Gemeinschaftsaufgaben „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)“ und „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW)“ stärker berücksichtigt werden.

Forderung nach bundesweitem Förderprogramm

Die Veröffentlichung der Mittelgebirgsstrategie soll ein Signal an die Politik senden. Die Herausforderungen der Mittelgebirge können nach Ansicht der Initiatoren nicht allein durch interne Entwicklungen oder punktuelle Fördermaßnahmen bewältigt werden. Stattdessen wird ein bundesweites Förderprogramm für alle Mittelgebirgsregionen gefordert. Dieses Programm soll auch die Erarbeitung und Umsetzung spezifischer Entwicklungskonzepte für die einzelnen Mittelgebirge ermöglichen.

Der DVL wird die weitere Umsetzung der Strategie im Rahmen der Grünen Woche auf dem 12. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung am 24. Januar 2019 im City Cube Berlin diskutieren.

Hintergrund der Initiative des DVL

Der DVL ist der Dachverband der 170 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland. Im Rahmen des Projektes „Mittelgebirgskonferenz“ verantwortet der Verband die Erarbeitung einer Strategie zur naturverträglichen Landnutzung in den deutschen Mittelgebirgen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert.

15.01.2019

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