Wettbewerbe und Jubiläen

Unsere Spielstraße hat seine Vorzeigeprojekte gefunden

26.06.2006

Drei saarländische Wohnstraßen tragen künftig das Prädikat „Ausgezeichnete Spielstraße“. Der landesweite Wettbewerb zeigt, wie durchdachte Verkehrsplanung, hochwertige Pflasterflächen und gelebte Nachbarschaft Sicherheit und Lebensqualität im Quartier steigern.

Drei Spielstraßen im Saarland ausgezeichnet

Im Rahmen des landesweiten Wettbewerbs „Unsere Spielstraße“ sind drei Straßen im Saarland mit dem Prädikat „Ausgezeichnete Spielstraße“ geehrt worden. Die Urkunden überreichte Innenministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im Rathaus St. Ingbert an Vertreter der Spielstraßen „Auf Weilerland“ in Eppelborn, „Sonnenhügel“ in Beckingen sowie der Erfurter und Stettiner Straße in Dillingen.

"Die Wettbewerbsbeiträge belegen, dass Spielstraßen die Lebensqualität und die Sicherheit in unseren Kommunen deutlich steigern. Vorbildlich ist, wie lebendig Nachbarschaft in diesen Straßen gestaltet wird - angefangen vom Straßenfest über die gemeinsame Pflege des Spielplatzes bis zur gegenseitigen Kinderbetreuung. Dies ist nur möglich durch gelungen umgesetzte Konzepte sowie das besondere Engagement von Menschen, die sich vorbildlich in ihr Wohnumfeld einbringen."

Initiiert wurde der Wettbewerb vom Baustoffwerk Sehn in St. Ingbert. Ziel war es, die öffentliche Diskussion über Spielstraßen neu zu beleben. Hintergrund sind rückläufige Investitionen vieler Kommunen, unter anderem aufgrund strenger Bauvorschriften.

Bauliche Anforderungen und langfristige Vorteile

Spielstraßen dürfen keine bauliche Trennung zwischen Fahrbahn, Geh- oder Radweg aufweisen. In der Praxis wird dies meist durch eine einheitliche, hochwertige Pflasterung umgesetzt. Zwar entstehen dadurch höhere Herstellungskosten, bei späteren Reparaturen – etwa an Versorgungsleitungen – lassen sich Schäden bei Verbundsteinen jedoch kleinflächig beheben.

Charakteristisch ist zudem die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Schrittgeschwindigkeit und gegenseitige Rücksichtnahme sind zentrale Voraussetzungen für Sicherheit und Aufenthaltsqualität.

Jury bewertet Konzept und Nachbarschaft

Seit Januar konnten sich Privatinitiativen und Kommunen beteiligen. Die Einsendungen reichten von Kinderzeichnungen über Anwohnerbefragungen bis hin zu Dokumentationen eigenständig ausgebauter Spielplätze. Die Jury – bestehend aus Initiator Bernhard Groß, Prof. Peter Böttcher von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes sowie Horst Jacob vom ADAC – besichtigte alle eingereichten Straßen vor Ort.

"Wir haben nicht die größten und aufwändigsten Leistungen prämiert, sondern diejenigen, bei denen bauliche Konzeption, gelebte Nachbarschaft und eine ansprechende Optik Hand in Hand gehen. In den meisten Fällen beflügelt eine gelungene Konzeption das Entstehen sozialer Netzwerke."

Die Spielstraße „Auf Weilerland“ überzeugte durch ihr ringförmiges Verkehrskonzept mit abzweigenden Sackgassen, das Durchgangsverkehr vermeidet. Der „Sonnenhügel“ punktete mit starkem nachbarschaftlichem Engagement, darunter ein in Eigenregie angelegter Bolzplatz. In Dillingen sorgten Pflastersteine mit farbigen Einsätzen für eine optische Fahrbahnverengung und erhöhte Sicherheit.

Alle Teilnehmer erhielten Sachpreise und Unterstützung für künftige Straßenfeste. Initiator Bernhard Groß betonte abschließend die langfristigen Vorteile: Spielstraßen steigern Verkehrssicherheit und Nachbarschaftsqualität – bei nachhaltiger Finanzplanung relativieren sich auch höhere Erschließungskosten.

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