Neues Wohnquartier in Sasbach setzt auf unterirdische Regenrückhaltung
Die baden-württembergische Gemeinde Sasbach hat mit dem Neubaugebiet „Kirchwegfeld“ 44 neue Bauplätze für freistehende Einzelhäuser und Doppelhaushälften geschaffen. Dieses Projekt reagiert auf die Nachfrage nach Wohnraum für Familien und schließt eine Baulücke zwischen den Stadtteilen Sasbach und Obersasbach. Neben der kanaltechnischen Erschließung stand der Umgang mit Regenwasser im Fokus der Planung.
Das Planungsbüro RS Ingenieure GmbH & Co. KG aus Achern entwickelte ein Entwässerungskonzept, das eine Sammlung und gedrosselte Einleitung des Oberflächenwassers in den nahegelegenen Sasbach vorsieht. Der Abwasserverband Sasbachtal entschied sich für den Bau einer unterirdischen Rigole zur Regenrückhaltung. Die Vogel-Bau GmbH aus Lahr setzte bei der Umsetzung Produkte der Funke Kunststoffe GmbH ein. Die Erschließungsarbeiten begannen im September 2019 und wurden im August 2020 abgeschlossen. Die Bauplätze, zwischen 330 und 800 m² groß, sind bereits alle verkauft.
Neben der Versorgungsinfrastruktur wurden auch die Leitungen für die Abwasserbeseitigung erstellt. Das Gelände wird im Trennsystem entwässert, wobei alle Grundstücke an den öffentlichen Abwasserkanal angeschlossen sind. Markus Doninger, Kanalaufseher beim Abwasserverband Sasbachtal, erläutert:
Für die vom Landratsamt geforderte ortsnahe Ableitung des anfallenden Niederschlagswassers wurden im Vorfeld verschiedene Varianten geprüft. Dabei war allen Beteiligten früh klar, dass die anstehenden Böden und die Grundwasserstände eine Versickerung vor Ort nicht gestatten würden.
Als Alternative wurde eine gedrosselte Ableitung des Regenwassers in den Sasbach gewählt.
Platzsparende Lösung für die Regenrückhaltung
Für die Zwischenspeicherung des Wassers wurden verschiedene Optionen geprüft. Dipl.-Ing. Michael Kaiser von RS Ingenieure bezifferte den Bedarf auf rund 640 m³ Speichervolumen. Ein Stauraumkanal war aufgrund der erforderlichen Länge und Einbauhöhe nicht realisierbar. Ein offenes Rückhaltebecken wurde aufgrund des benötigten Fassungsvermögens und des damit verbundenen Platzbedarfs sowie des Wartungsaufwands verworfen.
Die Wahl fiel auf eine platzsparende, unterirdische Lösung mit D-Raintank 3000®-Elementen von Funke. Ein Nebeneffekt dieser Lösung ist die Möglichkeit, die Oberfläche der Rigole als Rasenfläche zu gestalten, die als Spielplatz genutzt werden kann.
Das Regenwasser von Grundstücken, Straßen und öffentlichen Flächen wird über Regenwasserkanäle in Nennweiten von DN 300 bis DN 700 gesammelt und einem Drosselbauwerk mit Regenüberlauf zugeführt, das mit einem Abflussregler (50 l/s) ausgestattet ist. Bei hohen Niederschlagsmengen wird das Oberflächenwasser über drei Zuleitungen in drei Funke Reinigungsschächte DN 100/400 geleitet, die dem Rigolenkörper vorgeschaltet sind. Von dort gelangt das Wasser über drei Zuläufe DN/OD 400 in die Retentionsrigole, wo die Verteilung über einen Spül- und einen Sedimentationsrohrstrang erfolgt.
Markus Doninger erklärt:
Während das Wasser durch die oben in den Rohren angebrachten Schlitze in die Rigole abfließen kann, verbleiben Feststoffe auf der geschlossenen Rohrsohle. In Kombination mit den vorgeschalteten Reinigungsschächten wird damit verhindert, dass zu viel Schmutz in den Rigolenkörper eingetragen wird.
Die Rigole ist über HS®-Kanalrohre DN/OD 315 mit dem Drosselschacht verbunden. Sobald das Bauwerk die Wassermengen wieder verarbeiten kann, öffnet sich eine Rückstauklappe, und der Rigolenkörper entleert sich.
Effiziente Bauweise und Systemlösungen
Für das Speichervolumen von 640 m³ wurden im Neubaugebiet Kirchwegfeld 2958 Elemente des Systems D-Raintank 3000® dreilagig verbaut. Die Kunststoffelemente mit den Maßen 600 x 600 x 600 mm sind für eine Kraftübertragung ins Erdreich konzipiert. Der Rigolenkörper misst 20,40 m in der Länge, 17,40 m in der Breite und 1,80 m in der Höhe.
Für die Vorbereitung der Baugrube wurde ein Planum erstellt, danach die Grube mit Vlies und einer Kunststoffdichtungsbahn ausgelegt. Ein weiteres Vlies ummantelt den Rigolenkörper, bevor dieser mit der Kunststoffdichtungsbahn verschweißt wurde. Jürgen Gäßler, Funke-Fachberater, erläutert:
Eine Montage in dieser Reihenfolge stellt sicher, dass die Folie sowohl vor Beschädigungen durch die Kanten und Ecken der quaderförmigen D-Raintank 3000®-Elemente als auch vor Beschädigungen durch das Erdreich beim Verfüllen der Baugrube geschützt ist.
Eine Rigole aus D-Raintank 3000®-Elementen eignet sich nicht nur zur Versickerung, sondern auch zur längerfristigen Speicherung von Regenwasser. Das System bietet eine Speicherfähigkeit von 97 % und ist wartungsarm sowie einfach einzubauen. Für Wartung, Spülung oder Kamerabefahrung wurden an allen vier Ecken des Rigolenkörpers Inspektionsblöcke mit Teleskopabdeckung installiert.
Neben den Reinigungsschächten kamen HS®-Kanalrohre für Schmutzwassersammler und Hausanschlussleitungen sowie FABEKUN Sattelstücke für deren Einbindung in den Regenwassersammler zum Einsatz. Markus Doninger zeigte sich überzeugt von der Qualität und dem Systemcharakter der Produkte sowie der Beratung durch Jürgen Gäßler. Die Zusammenarbeit und der Baufortschritt ermöglichten den planmäßigen Abschluss der Baustelle im August 2020. Markus Doninger und Michael Kaiser sehen in der Wahl der Rigole aus D-Raintank 3000®-Elementen eine nachhaltige und wirtschaftliche Entscheidung.