Unternehmertag auf der Mainau: Impulse für Mitarbeiterführung und Unternehmensentwicklung

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Der Unternehmertag auf der Mainau bot rund 120 Teilnehmern neue Ideen und Konzepte für Mitarbeiterführung und Unternehmensentwicklung. Experten gaben Einblicke in Emotionen, Bewerbererwartungen und Talentgewinnung, während Unternehmer ihre Erfolgsstrategien teilten.

Vielfältige Impulse von Referenten für den Unternehmenserfolg

Rund 120 Teilnehmer kamen auf der Mainau zum Unternehmertag der Initiativen für Ausbildung und für Gute Arbeit zusammen. Die Veranstaltung bot den Mitgliedern neue Ideen und Konzepte sowie die Möglichkeit zum Austausch im Kollegenkreis.

„Hier trafen sich Menschen, die etwas voran bringen wollen, ihre Mitarbeiter und sich selbst wertschätzen und am liebsten in der ersten Reihe mitspielen, weil es da am meisten Spaß macht", so Albrecht Bühler und Christine Görzen (Bühler und Görzen GmbH).

Prof. Dr. Verena Kast aus St. Gallen beleuchtete die Emotion Ärger. Sie beschrieb Ärger als eine primäre Emotion, die energetisierende Gefühle auslösen kann. Ihr zufolge liegt Ärger immer eine Grenzüberschreitung zugrunde, wodurch Selbsterhaltungs- und Selbstentfaltungstriebe aktiviert werden. Sie riet dazu, Ärger anzusprechen, idealerweise mit Humor, um das Gegenüber nicht bloßzustellen. Geschluckter Ärger könne langfristig zu passiver Aggression führen, ein Zustand, der besonders bei Jugendlichen in der Ausbildung Muster aus dem Eltern-Kind-Konflikt fortsetzen kann.

Peter Martin Thomas, Leiter der SINUS:akademie in Heidelberg, sprach über die sich wandelnden Erwartungen von Bewerbern. Er betonte, dass die digitale Vielfalt und die große Anzahl an Studiengängen zu Verunsicherung und Überforderung bei Jugendlichen führen können, obwohl gleichzeitig die Faszination besteht, dass alles möglich ist. Überraschend sei, dass viele Jugendliche Papierbewerbungen Online-Portalen vorziehen. Thomas hob hervor, dass diese Generation oft von Leistungsdruck und Selbstzweifeln geplagt ist, weshalb der Spaß an der Arbeit ein wichtiges Motiv darstellt.

Stephan Sperling von den Netzstrategen aus Karlsruhe thematisierte digitale Nutzererlebnisse zur Talentgewinnung. Er wies darauf hin, dass die Merkfunktion des Gehirns oft an Suchmaschinen ausgelagert wird und in der digitalen Welt auf kleineren Endgeräten nur wenig Platz für Inhalte bleibt. Sperling empfahl die Pflege von Google My Business und eine authentische Webseite mit Humor sowie ansprechende Stellenanzeigen.

Helmut Haas stellte sein Organisationssystem vor, das auf einem Handbuch und der Einbindung von sieben Bauleitern basiert. Dieses System ermögliche ihm, sich strategischen Gedanken zu widmen. Kern seines Erfolgs seien Unternehmensvisionen, die er in Workshops mit seinen Mitarbeitern entwickelt.

Der Journalist und Autor Wolf Lotter betonte die Bedeutung von Respekt und Anerkennung für die Gewinnung guter Mitarbeiter. Er kritisierte oberflächliche Wertediskussionen und warnte vor Scheinwerten, die Enttäuschungen hervorrufen können. Lotter hob hervor, dass Unternehmer Unterschiede aushalten müssen, ohne zu diskriminieren, da nicht alle Mitarbeiter dasselbe benötigen. Er bezeichnete Zeugnisse als schlechte Leistungsindikatoren und plädierte für ehrliches Zutrauen als Basis für Dialog und Vertrauen.

Positive Rückmeldungen und Ausblick der Teilnehmer

Juliane und Hans-Peter Forster aus der Schweiz planten, das Buch „Der Sinn des Ärgers" von Verena Kast zu lesen, um weitere Impulse zu erhalten. Claus Ammer, Geschäftsführer der DEULA Bayern, äußerte sich positiv über die erhaltenen Anregungen und Tipps zur Umsetzung.

Petra Furtner-Althaus, Gründungsmitglied beider Initiativen mit ihrer Firma Team Grün, betonte, dass die Initiativen kontinuierlich neue kreative Ideen liefern, um den Beruf erfüllend zu gestalten und den Wert der Mitarbeiter im Blick zu behalten.

Andrea Beckmann vom Garten- und Landschaftsbauunternehmen aus Essen lobte den Tag für sein professionelles Programm und die Location. Sie berichtete von zahlreichen Ideen, die sich in den Alltag integrieren lassen, wie die Einbindung aller Beteiligten in die Unternehmensentwicklung. Ihr sei bewusster geworden, wie wichtig es ist, Mitarbeitern auf Augenhöhe zu begegnen und auch außerhalb des Arbeitsvertrages Unterstützung anzubieten.

Unternehmensberater Klaus Wolf aus Tübingen sprach Christine Görzen und Albrecht Bühler ein Kompliment für die Veranstaltung aus. Die Initiative für Gute Arbeit zählt mittlerweile 20 Betriebe aus verschiedenen Handwerksbranchen zu ihren Mitgliedern. Der nächste Unternehmertag auf der Mainau ist für den 5. Juli 2019 terminiert, wobei weitere Veranstaltungen für Mitglieder und Interessierte geplant sind.

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