ZVG fordert konkrete Entlastungen für den Gartenbau
Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) fordert angesichts der gestiegenen Energiekosten weitergehende kostendämpfende Maßnahmen. Die bisherigen Beihilfeansätze reichen nach Ansicht des Verbandes nicht aus, um die Betriebe zu entlasten.
ZVG-Präsident Jürgen Mertz hat sich in einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gewandt. Er betont die Notwendigkeit einer Perspektive und Unterstützung für die Betriebe, um die regionale Produktion zu sichern.
Um die regionale Produktion zu erhalten und die Unternehmen vor Ort zu entlasten, brauchen die Betriebe dringend eine Perspektive und ein Signal der Unterstützung.
Die aktuellen Maßnahmen bieten laut ZVG nur begrenzte Hilfe für den energieintensiven Unterglas-Anbau. Die Kostenbelastungen übersteigen die am Markt erzielbaren Erlöse. Bereits seit der Einführung der CO2-Bepreisung im Jahr 2021 sind die Energiekosten für den Gartenbau erheblich gestiegen.
Forderungen des ZVG im Detail
Die aktuellen Energiepreise und die geplante Gasumlage erhöhen die Produktionskosten zusätzlich. Die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Gas auf 7 Prozent entlastet zwar private Haushalte, nicht aber die Wirtschaft. Der ZVG fordert daher, die CO2-Bepreisung im Gartenbau für drei Jahre auszusetzen. Zudem soll die Energiesteuer vorübergehend auf Null gesetzt werden, solange die Energiepreise krisenbedingt hoch sind.
Für energieintensive Gartenbau-Unternehmen wird ein zeitlich befristeter Kostenzuschuss als notwendig erachtet. Der Gartenbau habe in den letzten zwei Jahren seine Bedeutung für die Gesellschaft unter Beweis gestellt, indem er zur Selbstversorgung und Stressbewältigung beitrage. Die gärtnerischen Betriebe haben sich bereits dazu verpflichtet, ihren Energieverbrauch bis zum Frühling um mindestens 15 Prozent zu senken.
Hintergrund der aktuellen Situation und fehlende Unterstützung
Die EU-Krisenhilfe des Bundeslandwirtschaftsministeriums wird ausschließlich für Betriebe der Nahrungsmittelproduktion eingesetzt. Dies geschieht, obwohl das Thünen-Institut auch zierpflanzenproduzierende Betriebe als stark von der Krise betroffen einstuft.
Das Energiekostendämpfungsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums ist für Gartenbaubetriebe nicht nutzbar. Die Sektoren Unterglas-Zierpflanzen, -Gemüse und -Pilze sind bisher weder als energieintensiv gelistet noch im EU-Krisenrahmen aufgeführt. Ein langwieriges Antragsverfahren zur Anerkennung der Unterglas-Gartenbau-Sektoren im Rahmen der Carbon-Leakage-Verordnung läuft derzeit, dessen Ausgang noch offen ist.
