Be- und Entwässerung, Golfanlagen und Golfplatzpflege

Untersuchungen zur Entwässerung von Sportrasenflächen mit dem Drain Belt-System

Ein Feldversuch auf einer Golf-Driving-Range vergleicht das Drain Belt-System mit der FLL-Bauweise A3. Die Ergebnisse zeigen eine frühere Dränwirkung und höhere abgeführte Niederschlagsmengen bei flacher Bauweise.

Praxisversuch vergleicht Flachdränage mit FLL-Bauweise A3 im Sportrasen

Die Entwässerung von Sportrasenflächen ist ein zentrales Qualitätskriterium im Garten- & Landschaftsbau. Ein Feldversuch unter Praxisbedingungen untersuchte die Leistungsfähigkeit des Drain Belt ®-Systems im Vergleich zu einer herkömmlichen Dränage nach FLL-Bauweise. Im Fokus stand die Frage, ob die flache Bauweise des Systems eine gleichwertige oder verbesserte Entwässerung ermöglicht.

Die Ergebnisse zeigen, dass mit dem Drain Belt ®-System eine funktionsgerechte Entwässerung von Rasenflächen erreicht werden kann. Darüber hinaus setzte die Dränwirkung nach Niederschlägen früher ein. Beobachtet wurde zudem eine intensivere Entwässerung, was auf eine systemspezifische Kapillarwirkung zurückgeführt wird. Eine exakte Quantifizierung war aufgrund nicht näher definierbarer Störgrößen auf den Praxisflächen nur eingeschränkt möglich.

Systemaufbau und Funktionsprinzip

Beim Drain Belt ®-System übernehmen flache, flexible Kunststoffbänder die Funktion von Sammlern. Kapillarschlitze an der Unterseite nehmen das Wasser auf und leiten es über integrierte Leitungsbahnen zum jeweiligen Sammler weiter. Das System wird unter anderem zur Wasserableitung an erosionsgefährdeten Böschungen, zur Entwässerung von Staunässebereichen auf Golf-Fairways oder als Flachdränage bei Dachbegrünungen eingesetzt.

Neben der geringen Einbautiefe wird dem System eine hohe Leistungsfähigkeit zugeschrieben. Diese beruht unter anderem auf der Kapillarwirkung der Öffnungsschlitze und dem daraus resultierenden Saugeffekt. Da wissenschaftliche Untersuchungen aus der Vegetationstechnik bislang kaum vorlagen, wurde das System von der Rasen-Fachstelle der Universität Hohenheim unter Praxisbedingungen geprüft.

Versuchsaufbau auf einer Golf-Driving-Range

Die Untersuchung erfolgte beim Neubau einer Driving Range auf der Schwäbischen Alb. Zwei Abschlagsflächen mit jeweils 250 m² wurden mit dem Drain Belt ®-System ausgestattet. Zwei gleich große Vergleichsflächen sowie die übrigen Abschläge wurden gemäß FLL-Richtlinie für den Bau von Golfplätzen in der Bauweise A3 hergestellt und entwässert.

Die Riemen des Drain Belt ® waren etwa 13 m lang und im Abstand von rund 2 m verlegt. Sie lagen auf einer etwa 5 cm starken Dränschicht, wurden mit weiteren 5 cm Dränschicht überdeckt und anschließend mit 20 cm Rasentragschicht versehen. Die Materialien entsprachen weitgehend der Bauweise A3.

Ein Ende der Riemen wurde mittels Konnektoren an die Sammlerleitung angeschlossen, das andere Ende versiegelt. Magnetisch-induktive Durchflussmesser an den Sammlerleitungen beider Systeme erfassten kontinuierlich aktuelle und kumulierte Wassermengen. Die Datenspeicherung erfolgte über Datenlogger.

Ergebnisse unter Praxisbedingungen

Auf einer der Drain Belt ®-Flächen trat zu Beginn aufgrund eines rückläufigen Gefälles lokale Staunässe auf. Nachträglich wurde eine Ringleitung aus Drain Belt ®-ummantelten Rohren installiert, sodass die kritische Zone in zwei Richtungen entwässern konnte. In der Folge traten keine nutzungsrelevanten Beeinträchtigungen mehr auf.

Die maximale Durchflussrate des Drain Belt ®-Systems betrug bei einem Einzugsgebiet von 500 m² 8,72 l/min, entsprechend 17,4 ml/min·m². Im Vergleich zur FLL-Bauweise A3 begann der Ausfluss an den Sammlerendpunkten unmittelbar nach Niederschlagsbeginn früher. Zudem erstreckte sich die Wasserabgabe über einen längeren Zeitraum.

Während des Beobachtungszeitraums führte das Drain Belt ®-System 55 % der natürlichen Niederschläge ab. Bei der Bauweise A3 lag dieser Wert bei 38 %. Nach Einsetzen der Dränfunktion reagierte das FLL-System jedoch sensibler auf anfallende Wassermengen, erkennbar an einem mehrgipfeligen Kurvenverlauf der Durchflussmessungen.

Für den Sportplatzbau und die Planung leistungsfähiger Entwässerungssysteme im Gartenbau zeigen die Ergebnisse, dass flache Dränlösungen unter Praxisbedingungen eine leistungsfähige Alternative zu konventionellen Bauweisen darstellen können.

29.11.2010

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