Beetpflanzen und Gehölze

Gartenflieder: Vielfalt und Pflege für den GaLaBau

Der Gartenflieder begeistert mit Blütenfülle und Duft. Neben bekannten Sorten gibt es eine breite Vielfalt an Züchtungen, die sich durch Farbwechsel und unterschiedliche Wuchsformen auszeichnen. Erfahren Sie mehr über die richtige Pflege und geeignete Arten für jeden Garten.

Historische Entwicklung und Sortenvielfalt des Flieders

Der Gartenflieder (Syringa vulgaris) zeichnet sich durch seine Blütenfülle und seinen Duft aus. Neben den bekannten Sorten existiert eine breite Vielfalt an Züchtungen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr der Flieder eine besondere Wertschätzung, was zur Entwicklung zahlreicher neuer Sorten führte. In dieser Zeit entstanden auch die ersten gefüllten Fliedersorten. Die Sorte ´Michel Buchner´, aus dem Jahr 1885, ist bis heute im Standardsortiment vertreten.

Farbenspiel der Blüten

Einige Fliedersorten zeigen einen Farbwechsel von der Knospe zur geöffneten Blüte. Da sich nicht alle Blüten einer Rispe gleichzeitig öffnen, entstehen dabei Farbübergänge. Beispiele hierfür sind die Sorten ´Paul Deschanel´, ´President Grevy´ und ´Gabetta´, deren lila Knospen sich zu violett-blauen Blüten entwickeln. Bei der Sorte ´Schöne von Moskau´ sind die Knospen rosa und verblassen beim Aufblühen zu einem reinen Weiß.

Die Blütenfarben werden von lila, rosa und weißen Tönen dominiert. Andere Farben sind seltener. Die Sorte ´Primrose´ besitzt ein zartes Gelb, das in voller Blüte und je nach Standort fast weiß erscheinen kann. Als "rot" oder "blau" bezeichnete Fliedersorten weisen in der Regel keine kräftigen Rot- oder Blautöne auf, sondern tendieren meist ins Lila.

Flieder für kleine Gärten und Balkone

Für Standorte mit begrenztem Platzangebot, wie kleine Gärten oder Balkone, eignet sich der Zwergflieder Syringa meyeri´Palibin´. Dieser erreicht eine Höhe von etwa 1,5 Metern und toleriert trockene Standorte. Er ist zudem eine winterharte Kübelpflanze. Seine kleinen violetten Blüten verströmen im Frühjahr einen intensiven Duft.

Wer die Fliedersaison verlängern möchte, kann den Herbstflieder (Syringa microphylla´Superba´) pflanzen. Dieser blüht nach seiner Hauptblüte im Mai bis Juni erneut im Sommer bis in den Oktober hinein. Der Strauch bleibt ebenfalls klein (etwa 1,5 Meter hoch) und ist robust. Eine neuere Züchtung ist der Zwergflieder ´Tinkerbelle´, eine Kreuzung aus S. microphylla und S. meyeri. Er zeichnet sich durch limonengrünes Laub und weinrote Knospen aus, die sich zu dunkelrosa Blüten entwickeln.

Erweiterung der Fliedersaison

Die Fliedersaison beginnt mit Syringa hyacinthiflora, die etwa zwei Wochen vor dem gewöhnlichen Gartenflieder blüht. Diese duftintensive Art ist sehr winterhart. Nach dem Gartenflieder entfaltet der Königsflieder oder Chinesische Flieder (S. chinensis) seine Blütenpracht. Er verträgt Sommertrockenheit und eignet sich als Heckenpflanze. Etwa zwei bis drei Wochen später blüht der Kanadische Flieder (S. prestoniae), der mit 2,50 Metern Höhe zu den kleineren Fliederarten zählt. Die weiße Sorte ´Agnes Smith´ ist eine besonders reichblühende Variante dieser Art.

Standort und Pflege

Ein Fliederbusch kann ein hohes Alter erreichen und kommt mit den meisten Böden zurecht, solange keine Staunässe auftritt. Sandige Böden sollten mit humusreicher Erde verbessert werden. Ein sonniger Standort fördert eine reichere Blüte. Ein windgeschützter Platz ist vorteilhaft. Die beste Pflanzzeit ist der Herbst, eine Pflanzung im Frühjahr ist jedoch ebenfalls möglich. Nach dem Pflanzen ist kräftiges Angießen erforderlich.

Im ersten Jahr sollten die Triebe nach der Blüte um ein Drittel gekürzt werden. In den Folgejahren werden verwelkte Blüten entfernt, um die Bildung neuer Blüten für das kommende Jahr anzuregen. Das Schneiden von Blütenzweigen für die Vase regt den Strauch zur Bildung neuer Triebe an. Für eine längere Haltbarkeit in der Vase sollten alle Blätter entfernt und die verholzten Äste am unteren Ende kreuzweise eingeschnitten werden.

08.05.2012

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