Vielfältiges Grünland schützt Klima und Arten

Naturschutz

Artenreiches Grünland ist entscheidend für Klima- und Artenschutz. Das Projekt „GrünlandVielfalt“ fördert gemeinsam mit der Landwirtschaft Maßnahmen wie Vernässung und die Aussaat einheimischer Pflanzen, um Ökosysteme zu stärken und die Klimakrise abzumildern.

Projekt „GrünlandVielfalt“: Schutz für Ökosysteme und Klima

Grünland erfüllt wichtige Funktionen für das Ökosystem. Eine artenreiche Vegetation bietet Lebensraum für Tiere, während humusreiche Böden Wasser und Kohlenstoff speichern. Dies trägt zum Hochwasserschutz bei und wirkt der Klimakrise entgegen. Die Naturschutzorganisation Aktion Fischotterschutz e.V. fördert diese Leistungen gemeinsam mit der Landwirtschaft im Projekt „GrünlandVielfalt“.

In der Ise-Niederung in Niedersachsen sind Maßnahmen wie Vernässung und die Aussaat einheimischer Gräser und Kräuter geplant. Das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz unterstützen das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit rund 1,23 Millionen Euro.

Wir brauchen artenreiches, gesundes und extensives Grünland. Das ist nicht nur wichtig für Vögel und Insekten, sondern auch für uns Menschen: Die Böden sind perfekte Wasser- und Kohlenstoff-Speicher und schützen uns vor den Folgen der Klimakrise, was vielfach noch unterschätzt wird. Doch der Zustand fast aller Lebensraumtypen des Grünlands in Deutschland verschlechtert sich immer weiter. Diese Entwicklung und damit auch den Verlust von Ökosystemfunktionen gilt es zu stoppen. Das neue Projekt trägt nicht nur dazu bei, diese Entwicklung zu ändern, sondern leistet vor allem auch einen Beitrag zum natürlichen Klima- und Hochwasserschutz.

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm betont die Bedeutung der Zusammenarbeit:

Naturschutz gelingt immer dann am besten, wenn sich möglichst viele Interessengruppen auf Augenhöhe begegnen und sich für ein gemeinsames Ziel zusammenschließen. Im Projekt „GrünlandVielfalt“ arbeiten Menschen aus Wissenschaft, Naturschutz und Landwirtschaft transdiziplinär in einem Reallabor zusammen. Das fördert nicht nur die Akzeptanz der Naturschutzmaßnahmen vor Ort, sondern erhöht gleichzeitig auch die Chancen, dass ein Projekt zukunftsfähig ist und über die offizielle Laufzeit hinaus Bestand hat.

Hintergrund und Maßnahmen des Projekts

Das Projekt „GrünlandVielfalt“ basiert auf dem Gewässerschutzprojekt „Revitalisierung in der Ise-Niederung“ des Vereins Aktion Fischotterschutz e.V., das in den 1990er Jahren vom BfN mit Mitteln des BMUV gefördert wurde. Damals wurden Grünland- und Ackerflächen entlang der Ise erworben und nach einer Neuansaat mit einer Standard-Futtergrasmischung nur noch mäßig gedüngt und ohne Pflanzenschutzmittel bewirtschaftet. Trotzdem stieg die Artenvielfalt auf diesen Flächen in den letzten Jahren kaum an.

Im aktuellen Projekt „GrünlandVielfalt“ sollen nun auf rund 60 Hektar die Aussaat von Gräsern, Kräutern und Leguminosen sowie Vernässungs- und Vernetzungsmaßnahmen die Vielfalt von Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten erhöhen. Auf Landschaftsebene wird ein Grünlandmosaik mit unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Bewirtschaftungsweisen entwickelt und umgesetzt. Ungenutzte Randstreifen, Altgrasstreifen und eingesäte Biodiversitätsstreifen sollen die Grünlandflächen miteinander vernetzen.

Zusätzlich wird auf weiteren Flächen die Entwässerung durch Gräben reduziert und die Aue wieder an das Fließgewässer angebunden, indem Ufer abgeflacht und Flutmulden wiederhergestellt werden. Alle Arbeiten erfolgen in Kooperation von Wissenschaftler*innen, Naturschützer*innen und Landwirt*innen.

Sozio-ökonomische Aspekte und Finanzierung

Sozio-ökonomische Maßnahmen sollen die Situation der am Projekt teilnehmenden grünlandbewirtschaftenden Betriebe verbessern. Dafür werden Prämien gezahlt, die über die bestehenden Agrarumweltmaßnahmen hinausgehen. Diese Prämien sollen betriebswirtschaftlich relevante Mindererträge ausgleichen, die durch die ökologischen Maßnahmen entstehen.

Eine Online-Plattform ermöglicht es landwirtschaftlichen Betrieben, Prämien transparent im Voraus zu berechnen. Eine digitale Karte stellt zudem die Flächeneigenschaften und die im Projektgebiet umgesetzten Maßnahmen dar. Neben der Bundesförderung erhält das Projekt weitere Unterstützung durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (NMU).

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