Schutz der biologischen Vielfalt in der Region Oldenburg
Die Landschaft südlich von Oldenburg zeichnet sich durch eine hohe Vielfalt an Lebensräumen aus. Trockene Heideflächen und nasse Moorniederungen beherbergen zahlreiche Arten, die an diese spezifischen Bedingungen angepasst sind. Das Projekt „Hotspot 23 – Vielfalt in Geest und Moor“ zielt darauf ab, diese wertvollen und artenreichen Lebensräume zu erhalten, die regional eine besondere Bedeutung für die biologische Vielfalt besitzen.
Der Landkreis Oldenburg engagiert sich gemeinsam mit den Landkreisen Emsland, Vechta, Cloppenburg und der Universität Osnabrück für dieses Vorhaben. Die Förderung erfolgt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit in Höhe von rund 3,85 Millionen Euro.
Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von Landschaften mit einer besonders reichen Artenvielfalt. 30 solcher „Hotspots“ der biologischen Vielfalt haben wir zusammen mit dem BfN identifiziert, um sie gezielt schützen und erhalten zu können. Diese Gebiete gehören zu den ökologisch wertvollsten und artenreichsten Regionen Deutschlands. Deshalb ist hier der Handlungsbedarf besonders groß. Mit dem Projekt „Vielfalt in Geest und Moor“ werden jetzt in einer dieser Regionen, dem Hotspot 23 mit der Hunte-Leda-Moorniederung, Delmenhorster Geest und Hümmling, gezielt Maßnahmen ergriffen, um den auch dort fortschreitenden Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen.
BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel betont die Bedeutung der Projekte:
Projekte im Bundesprogramm Biologische Vielfalt und insbesondere Hotspot-Projekte sollen nicht nur die Biodiversität fördern, sondern immer auch die Identifikation der Menschen mit den Naturschätzen ihrer Region. Das Projektteam von „Vielfalt in Geest und Moor“ stellt sich dieser Aufgabe und wird die unterschiedlichen Akteure miteinander vernetzen, um ihr gemeinsames Engagement für die biologische Vielfalt zu stärken. Dafür arbeiten ehrenamtlicher und amtlicher Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, die Gemeinden, Sportverbände, Angelvereine, Bildungseinrichtungen und viele andere mehr Hand in Hand.
Geografische Ausdehnung und besondere Lebensräume
Der Hotspot 23 „Hunte-Leda-Moorniederung, Delmenhorster Geest und Hümmling“ erstreckt sich südlich von Oldenburg. Er reicht vom historischen Hutewald im Hasbruch im Osten bis zum Leegmoor im Westen, umfasst die Niederungen der Marka sowie die Bäche der Endeler und Holzhauser Heide im Süden und reicht bis zum Vehnemoor im Norden.
Die Naturschätze in Geest und Moor sind oft durch extreme Bedingungen wie Nässe, Trockenheit oder Nährstoffarmut geprägt. In der intensiv genutzten Agrarlandschaft der Region stellen diese verbliebenen Flächen wertvolle Rückzugsorte für heimische Wildtiere und -pflanzen dar. Sie sind zudem kulturhistorisch gewachsene Elemente der Landschaft.
Bedrohungen für diese Lebensräume ergeben sich durch die Entwässerung des Umlands und Nährstoffeinträge über Luft und Boden.
Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt
Hecken und blütenreiche Säume, die für den Biotopverbund wichtig sind, sind großflächig aus der Landschaft verschwunden. Um die Artenvielfalt in Geest und Moor sichtbar und erlebbar zu machen und das Verständnis für Schutzmaßnahmen zu erhöhen, wurden Leitarten ausgewählt, die die einzelnen Lebensräume im Hotspotgebiet repräsentieren.
Für die Renaturierung von Gewässerlebensräumen und feuchten Uferwiesen dienen beispielsweise Blaukehlchen, Fischotter und die Sumpfdotterblume als Leitarten. Im Bereich der Hochmoore, wo Gehölze entfernt und der Wasserhaushalt stabilisiert werden sollen, um die Moore als CO2-Senken zu erhalten, sind der Mittlere oder Rundblättrige Sonnentau leicht erkennbare Leitarten.
Heideflächen und ehemalige Sandabbaugruben im Projektgebiet werden durch Beweidung offengehalten. Dies fördert insbesondere den Lebensraum seltener Wildbienen, Schmetterlinge, Heuschrecken und Laufkäfer. Die Beweidung der Sandabbaugruben trägt zum Erhalt wertvoller Sandlebensräume bei und schafft eine strukturreiche Abbaufolgelandschaft mit einem vielfältigen Mosaik unterschiedlicher Biotopstrukturen, die speziell angepassten Tier- und Pflanzenarten wertvolle Lebensräume bieten.
