Beetpflanzen und Gehölze, Naturschutz, Pflege

Waldkalkung als Schutzmaßnahme gegen Wetterextreme

Stürme und Starkgewitter können erhebliche Schäden verursachen. Stabile Wälder und intakte Waldböden dienen als natürliche Barrieren. Die Waldkalkung hat sich als bewährtes Mittel für den Bodenschutz etabliert, um Bäumen eine bessere Verankerung zu ermöglichen und die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu stärken.

Die Bedeutung der Waldkalkung für den Bodenschutz

Die Winterzeit ist oft von Stürmen und Starkgewittern geprägt, die erhebliche Schäden verursachen können. Eine langfristige Vorsorge kann diese Schäden minimieren. Stabile Wälder und intakte Waldböden dienen dabei als natürliche Barrieren gegen extreme Wetterereignisse.

Die Waldkalkung hat sich als bewährtes Mittel für den Bodenschutz etabliert. Sie trägt dazu bei, dass Bäume eine bessere Verankerung im Boden finden. Studien belegen, dass Wälder einen wirksamen Schutz vor Stürmen und Starkregen bieten, indem sie große Mengen Niederschlag speichern, Hangrutschungen verhindern und die Wucht von Stürmen abschwächen.

Damit Wälder diese Schutzfunktionen erfüllen können, müssen sie gesund, widerstandsfähig und tief verwurzelt sein. Dies ist nur auf Böden mit einer guten Struktur, einem pH-Wert über 4,0 und einer ausreichenden Nährstoffversorgung (Basensättigung über 20 Prozent) möglich. Unter diesen Bedingungen entwickeln Bäume ein optimales, verzweigtes Wurzelwerk, das ihnen Standfestigkeit verleiht.

Verlust der Bodenschutzkraft in vielen Wäldern

Ein Großteil der deutschen Wälder ist laut aktuellen Waldzustandsberichten nicht gesund. Dies liegt unter anderem an der Versauerung vieler Waldböden, die zu einer unzureichenden Basensättigung führt. In einem stark sauren Milieu können Baumwurzeln, insbesondere die von Flachwurzlern, kaum wachsen und bleiben oft in den oberen Bodenschichten.

Tiefwurzler wie Eichen, Kiefern und Tannen bilden in versauerten Bodenschichten weniger Feinwurzeln aus. Bäume mit einem eingeschränkten Wurzelsystem und schlechter Verankerung verringern die Stabilität der Wälder, besonders bei Stürmen. Geschwächte Bäume haben zudem ein weniger ausgeprägtes Kronendach, das den Boden bei extremen Regenfällen schlechter abschirmen kann. Ein stark versauerter Boden weist zudem ein geringeres Bodenleben und eine schlechtere Bodenstruktur auf als Böden mit höherer Basensättigung.

Ein stark versauerter Boden kann weniger Wasser aufnehmen, da das durch Regenwürmer und Wurzeln gebildete Porensystem verkümmert. Die Böden verlieren ihr natürliches Kanalsystem und die Speicherfähigkeit der Grobporen. Die Bodenschutzkalkung kann daher dazu beitragen, die Folgen von Starkregen wie Hochwasser, Hangrutschungen und Bodenerosion zu mindern.

Waldstrategie 2020 betont Notwendigkeit von Kalkungen

Die Bundesregierung hat die Waldstrategie 2020 entwickelt, um stabile und nachhaltig nutzbare Wälder zu fördern. Bodenschutz wird darin als zentrales Handlungsfeld identifiziert. Neben der Reduzierung von Schadstoffemissionen und einem nachhaltigen Waldbau spricht sich das Strategiepapier für Kompensationsmaßnahmen zur Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit aus, insbesondere durch Waldkalkungen.

Die Förderung von Kompensationsmaßnahmen für versauernde Einträge wie die Waldkalkung wird aufrechterhalten.

Dr. Reinhard Müller, Geschäftsführer der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG), betont die Bedeutung dieser Maßnahmen:

Kalkungen sind ein fester Baustein der nachhaltigen Forstwirtschaft. Durch die Ausbringung von Naturkalk auf ca. 2,4 Millionen Hektar in den vergangenen dreißig Jahren konnte ein Teil der Waldböden regeneriert und stabilisiert werden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen wir entschlossen und in verstärktem Umfang weitermachen, damit die Waldböden in allen Regionen Deutschlands ihre maximale Schutzkapazität wiedererlangen und alle Wälder gesund werden.

06.12.2013

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