Die Magie der Herbstfärbung verstehen
Der Herbst bietet eine beeindruckende Farbpalette in der Natur. Neben herbstblühenden Stauden wie Astern und Herbst-Anemonen sowie verschiedenen Gräsern tragen insbesondere Gehölze maßgeblich zur Gestaltung des Herbstgartens bei.
Laubabwerfende Bäume und Sträucher befinden sich im Winter in der Vegetationsruhe. Im Herbst legen sie Reserven an, um die kalte Jahreszeit zu überstehen und im Frühjahr ausreichend Energie für den Austrieb zu haben. Dabei recyceln sie in den Blättern gebundene Wertstoffe, wie das Chlorophyll, das für die grüne Farbe des Laubs verantwortlich ist. Hierbei treten je nach Gehölzart andere Blattfarbstoffe in Erscheinung, darunter orangefarbene Carotinoide und gelbe Xanthophylle.
Im Winter befinden sich laubabwerfende Bäume und Sträucher in der Vegetationsruhe und fahren ihren Stoffwechsel soweit wie möglich herunter. Im Herbst legen sie die Reserven an, um die kalte Jahreszeit gut zu überstehen und im nächsten Frühjahr ausreichend Energie für den neuen Austrieb zu haben. Dafür recyceln sie die in den Blättern gebundenen Wertstoffe, zum Beispiel das Chlorophyll, das für die grüne Farbe des Laubs verantwortlich ist. Dabei kommen je nach Gehölzart die anderen Blattfarbstoffe zum Vorschein: orangefarbene Carotinoide und gelbe Xanthophylle.
Die Intensität der Herbstfärbung eines Baumes wird von zwei Faktoren beeinflusst: Warmes, sonniges Wetter in Kombination mit kalten Nächten intensiviert den Farbton. Zudem ist entscheidend, wie schnell und mit welchen Zwischenschritten die Gehölze die Farbstoffe aus ihren Blättern ziehen, was artspezifisch variiert.
Goldene Gehölze für den Garten
Der Begriff „Goldener Oktober“ bezieht sich auf das warme Licht der tiefstehenden Herbstsonne. Dieser Effekt wird durch das Laub vieler Gehölze verstärkt, die sich in dieser Jahreszeit in leuchtendem Gelb präsentieren. Beispiele hierfür sind die elliptischen Blätter der Hainbuche (Carpinus betulus) und die gelappten Blätter des Feldahorns (Acer campestre).
Die Schönfrucht (Callicarpa giraldii) zeigt einen zarten Pastellton, der einen Kontrast zu den lilafarbenen, beerenförmigen Früchten bildet, die der Strauch bis in den Dezember trägt.
Am stärksten leuchtet aber ohne Zweifel das Gelb des Fächerblattbaums, botanisch Ginkgo biloba. Wenn sich die Sonne in seinen fächerförmigen Blättern verfängt, scheint das Gehölz das Licht noch zu verstärken.
Der Ginkgo (Ginkgo biloba) entwickelt sich aufgrund dieser Eigenschaft und seines Wuchses zu einem beliebten Gartenbaum. Verschiedene Ginkgo-Arten wuchsen bereits vor 180 Millionen Jahren in Laubmischwäldern in Europa. Als einziger seiner Gattung überlebte der chinesische Ginkgo biloba die Kreidezeit und gilt heute als lebendes Fossil. Botanisch lässt sich der Ginkgo weder den Nadel- noch den Laubgehölzen eindeutig zuordnen.
Intensive Herbstfärbung: Der Indian Summer im eigenen Garten
Einige Gehölze zeigen bei der Herbstfärbung einen Zwischenschritt, indem sie zunächst orange-rote Carotinoide präsentieren, bevor sie eine gelbe Färbung annehmen. Eine solch intensive Färbung wird in Nordamerika als Indian Summer bezeichnet. Auch hierzulande wünschen sich immer mehr Gartenbesitzer einen farbenprächtigen Herbst.
Die Auswahl an geeigneten Gehölzen ist vielfältig. Für Gärten mit wenig Platz eignen sich kleinbleibende Sorten des Japanischen Ahorns (Acer palmatum), dessen filigrane Blätter vor der Vegetationsruhe ein sattes Weinrot annehmen. Ebenfalls empfehlenswert sind der Spindelstrauch (Euonymus) und der Blumen-Hartriegel (Cornus kousa). Letzterer wird zwar oft wegen seiner Hochblätter gepflanzt, besitzt aber auch einen hohen Zierwert durch seine orange- bis dunkelrote Herbstfärbung.
Für kleine Stadtgrundstücke sind auch Kletterpflanzen eine gute Wahl. Wilder Wein (Parthenocissus) und Rostrote Weinrebe (Vitis coignetiae) beispielsweise sind perfekt für einen Indian Summer direkt am Haus oder elegant an der Pergola. Einen goldenen Oktober bescheren dagegen Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla) und Blauregen (Wisteria sinensis).
Für größere Flächen bietet sich der Amberbaum (Liquidambar styraciflua) an. Seine ahornähnlichen Blätter zeigen sich in Sonnengelb, Feuerrot und Rot-Violett. Auch der Eisenholzbaum (Parrotia persica), dessen bis zu neun Zentimeter lange Blätter im Herbst Orange und Bordeauxrot tragen, ist ein Blickfang.
Pflanzzeit für den Herbstgarten
Wer sich für das nächste Jahr einen farbenfrohen Herbstgarten wünscht, sollte sich jetzt mit der Planung befassen. Obwohl Gehölze in Containern das ganze Jahr über gepflanzt werden können, empfehlen Experten die Pflanzung im Herbst. Zu dieser Zeit ist der Boden warm und feucht, was den Gewächsen ermöglicht, vor dem Winter ausreichend Wurzeln zu bilden. Dadurch starten sie mit einem Entwicklungsvorsprung in das nächste Jahr und können bereits im folgenden Herbst ihre volle Farbenpracht entfalten.


