Beetpflanzen und Gehölze

Massaria an Platanen erhöht Kontrollaufwand im urbanen Baumbestand

Der Pilz Massaria erhöht den Kontroll- und Pflegeaufwand bei Platanen erheblich. Regelmäßige Kronenkontrollen und schnelle Schnittmaßnahmen sind entscheidend, um die Verkehrssicherheit in Städten zu gewährleisten.

Pilzbefall zwingt Kommunen zu intensiveren Kontrollen und schnelleren Eingriffen

Der Klimawandel stellt Städte und Betriebe im Garten- und Landschaftsbau vor wachsende Herausforderungen. Neben Trockenstress und beengten Standorten gewinnen neue Schadorganismen an Bedeutung. Besonders betroffen sind Platanen, bei denen der Pilz Massaria zunehmend die Verkehrssicherheit beeinträchtigt.

Kommunen reagieren mit intensiveren Kontrollstrategien, um Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Damit steigt der Aufwand für Baumkontrolle und Pflege deutlich an.

Verkehrssicherungspflicht erfordert engmaschige Kontrollen

Die Verantwortung für die Sicherheit von Straßenbäumen liegt bei den Kommunen. Regelmäßige Sichtkontrollen sind Standard, bei gefährdeten Beständen sind jedoch häufigere und intensivere Prüfungen notwendig.

„Mindestens einmal jährliche Kontrollen aller Bäume sind Standard, bei einigen Baumarten und vor allem bei bereits geschädigten Bäumen wird eine häufigere Kontrolle erwartet.“

Am Beispiel Düsseldorf zeigt sich diese Entwicklung deutlich: Dort werden Platanen systematisch auf Massaria-Befall überprüft – sowohl durch eigene Kräfte als auch durch externe Fachunternehmen.

Bewährter Stadtbaum mit steigendem Pflegebedarf

Die Platane gilt als robuster und stadtklimafester Baum und ist in vielen Städten stark verbreitet. In Düsseldorf stehen über 10.000 Exemplare, ein Großteil davon älter als 40 Jahre.

Trotz ihrer grundsätzlichen Eignung für urbane Standorte steigt der Pflegeaufwand. Schadorganismen wie Massaria führen dazu, dass Kontrollintervalle verkürzt und zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden.

„Seit einigen Jahren gibt es auch bei uns zunehmende Probleme mit Massaria-Befall bei Platanen, weshalb wir die Kontrollen verstärkt haben.“

Kontrolle in der Krone notwendig

Eine Besonderheit der Massaria-Krankheit ist das Schadbild: Es tritt auf der Oberseite von Ästen auf und ist vom Boden aus nicht erkennbar. Daher erfolgt die Kontrolle direkt in der Baumkrone, meist mithilfe von Hubarbeitsbühnen.

In der Praxis hat sich die Kombination aus Kontrolle und sofortiger Schnittmaßnahme bewährt. Befallene Äste werden direkt entfernt, um die Verkehrssicherheit schnell wiederherzustellen.

Die Dokumentation erfolgt über Baumkataster, in denen Zustand, Befall und Maßnahmen für jeden Baum festgehalten werden.

Pilzbefall mit schnellen Schadfolgen

Die Massaria-Krankheit wird durch einen Pilz verursacht, der gezielt Äste befällt. Er zerstört das Rindengewebe und führt zu einer rasch fortschreitenden Weißfäule im Holz.

Die Folge: Äste können innerhalb weniger Monate brechen und stellen damit ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Eine direkte Bekämpfung des Erregers ist bislang nicht möglich.

Die einzige wirksame Maßnahme besteht im frühzeitigen Entfernen befallener Äste. Dabei bleibt der Gesamtbaum in der Regel erhalten, da sich der Befall meist auf einzelne Kronenbereiche beschränkt.

Langfristige Entlastung durch konsequentes Management

Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass engmaschige Kontrollen und konsequente Pflegemaßnahmen den Befall langfristig eindämmen können. Dadurch lässt sich der Aufwand perspektivisch wieder reduzieren.

„Insbesondere bei bereits befallenen Bäumen ist die zweimal jährliche Kontrolle im Baum absolut notwendig, um die Verkehrssicherheit der Straßenbäume sicherzustellen.“

Für den Garten- und Landschaftsbau bedeutet dies eine wachsende Bedeutung qualifizierter Baumkontrolle und spezialisierter Pflegeleistungen. Fachbetriebe sind gefordert, ihre Kompetenzen in der Baumpflege und im Risikomanagement kontinuierlich auszubauen.

23.11.2015

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